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Kurz mal weg: Weekend in Neuenburg

Nicole, Mami von 2 Kindern (9 und 11 Jahre):


"Bijoustadt Neuenburg. Ich liebe sie. Aber ich war schon lange nicht mehr dort, mit den Kids noch gar nie. Wieso eigentlich? Als ich vom neu eröffneten, Familien-Parcours "Neuenburg zur Zeit der Belle Epoque" erfahre, packen wir kurzerhand unsere Sachen und fahren los".


Anreise

Das schöne an einem Kurzausflug mit Familie beginnt schon bei der Vorbereitung: Die grosse Packerei fällt aus. Entspannt beginnt unser Wochenend-Trip Reise nach Neuenburg.

 

Das Wetter meint es gut mit uns, die Sonne scheint freundlich zwischen vereinzelten Wolken hindurch. Nach der Durchfahrt durch die Stadt Biel fahren wir an endlos scheinenden Rebbergen vorbei. Die Aussicht ist wunderschön. Die Reben zu unserer rechten Seite, zur rechten bestaunen wir den wunderbar blau spiegelnden See. Nach einer kurzweiligen Fahrt ohne Pause erreichen wir innerhalb von zwei Stunden bereits unser Ziel.

 

Wir parkieren im „Parking du Port“ und stellen erfreut fest, dass wir ohne darauf geacgtet zu haben ein sehr zentrales Parkhaus mit direktem Zugang zur Strandpromenade ausgewählt haben, binnen 5 Minuten erreichen wir bereits das Seeufer. Hier geniessen wir auf einer Bank den von daheim mitgebrachten Lunch. Nach dieser gemütlichen Pause melden wir uns kurz vor 14 Uhr im Tourismusbüro.

Auf dem heutigen Programm steht das neue Postenspiel „Neuenburg zur Zeit der Belle Époque“ über das ich im Vorfeld gelesen habe.  Auch für Familien soll es toll, interaktiv und lernreich konzipiert sein.

 

Im Tourismusbüro werden wir freundlich begrüsst und für das Postenspiel entsprechend mit einem Fragebogen, Stift, Stadtplan, Visioscope und einem Schlüssel: "sooo spannend Mami, für was der wohl sein mag?" ausgestattet. Dann geht es los.


Auf der Tour erfahren wir viel über die damalige Zeit. Besonders spannend finde ich zu sehen, wie sich die Stadt bis heute entwickelt hat. Mit Hilfe des Visioscopes stellen wir fest, welche Gebäude noch heute bestehen und wo neue Strassen, Strassenbahnen und Häuser hinzu gekommen sind. Wir entdecken aufgemalte Personen an Hauswänden und Hauseingängen. Auch diese ermöglichen uns einen spannenden Einblick in das Leben vor über 100 Jahren. Wir erfahren, dass eine Grippe damals mit Bier auskuriert wurde - meinem Mann gefällts - oder dass man nach 22 Uhrkeine Wäsche mehr waschen durfte. Bei Verstoss dieses Gesetzes hatte man ein saftiges Bussgeld - von 2 Franken (die Zeiten haben sich wahrlich geändert) - zu bezahlen.

Die Zeichnungen bieten erstklassige Kulissen für lustige Familienfotos. Wir knippsen eifrig, schneiden Grimassen und lachen viel.


Im letzten Teil unserer Entdeckungsreise steigen wir in eine alte und verborgene Strassenbahn. "Bruched mir jetzt denn ächt de Schlüssel". Wir sind gespannt, die Kids ganz "kribbelig". Mit Blick aus der Strassenbahn wird uns ein visueller Blick auf die Strassen der Stadt während der damaligen Zeit ermöglicht. Die Kinder finden gleichzeitig heraus, warum das Fenster der Strassenbahn zersplittert ist.

Einsatz lohnt sich

Dieses Spiel ist eine echt tolle Möglichkeit die Stadt zu entdecken, so dass Gross und Klein daran Spass haben und jeder auf seine Kosten kommt. Die Erwachsenen erhalten einen guten Überblick über die Stadt, die Kinder lösen in der gleichen Zeit die spannenden Rätsel. Am Ende des Spiels dürfen die Kids - mit Lösungswort - ein Überraschungsgeschenk im Tourismusbüro abholen.

 

  • Dauer: Der Postenlauf dauert ca. 2 1/2 Stunden. Für ganz kleine Kinder ist es eventuell etwas zu lang.
  • Tipp: Man passiert auf der Route diverse Restaurants und Cafés, eine gute Gelegenheit für eine gemütiche Pause. Besonders hat uns das super-gemütliche Café l’Aubier gefallen. Auch haben wir den liebevoll eingerichteten Spielwarenladen „Au c cédille“ entdeckt, der hauptsächlich Produkte aus Holz anbietet. Das Geschäft befindet sich vis à vis vom Parkhaus Seyon.

Unser Hotel

Für diese eine Übernachtung haben wir ein Familienzimmer im Hotel Des Arts *** gebucht.


Vom Parkhaus aus erreichen wir das Hotel innerhalb weniger Fahrmminuten. Das Gebäude steht
etwas unauffällig an einer Seitenstrasse. Wir haben Glück und ergattern einen - kostenlosen - Parkplatz direkt vor dem Hotelengang. Wir werden sehr freundlich empfangen und beziehen kurz darauf unser Familienzimmer mit Durchgangstür. Die Kids jubeln - war ja klar - als sie entdecken, dass sie einen Fernseher für sich alleine haben. Die Einrichtung ist etwas in die Jahre gekommen und teilweise etwas „günstig“ gehalten. Dies tut unserer Bilanz aber keinen Abbruch. Beide Zimmer sind gross und sehr sauber. Vor allem aber ist die Lage für eine Städtereise perfekt und die Kosten sehr moderat.

Nachdem wir uns ein Stündchen hingelegt haben, machen wir uns für das Abendessen im Restaurant des Hotels parat. Auch hier werden wir freundlich und zuvorkommend behandelt. Die
Speisekarte ist klein gehalten; die Teller welche an unserem Tisch vorbei zu den anderen Gästen gebracht werden, sehen allesamt super-lecker aus. Mein Mann und ich entscheiden uns für ein Entercôte. Die Junioren bestellen den Burger. Es geht nicht lange und wir sitzen vor unseren dampfenden Speisen und geniessen das wunderbare - wirklich wunderbare - Essen bei einem guten Glas Wein.

 

Gut genährt finden wir, trotz ringhörigen Wänden, einen tiefen, guten Schlaf. Am nächsten Morgen werden wir von einem farbenfrohen Frühstücksraum begrüsst, welcher ein wenig an eine umgebaute Wohnung erinnert, irgendwie lustig. Das Buffet bietet eine gute Auswahl an Käse, Fleisch, Lachs, Konfitüren, Brote und Croissonts - alles was für ein ausgiebiges Frühstück vorhanden sein soll. Unser Sohn erfreut es besonders, dass er seine Crêpes selbst backen kann. Da sich im Speiseraum noch weitere Familien mit Kindern aufhalten, fühlen wir uns auch hier wohl, eine gemütliche, familiäre Stimmung kommt auf.

Unser Fazit: Das Essen schmeckt hier rundum gut, es gibt nur eine kleine Speisekarte dafür schmeckt es aber vorzüglich und die Qualität ist sehr gut. Beide Restaurants sind etwas in die Jahre gekommen: Mobiliar, Wände und Böden sind abgenutzt jedoch stets, und das ist uns wichtig, sehr sauber.

UNSER HOTEL

Hotel des Arts ***

Rue J.-L. Pourtalès 3

2000 Neuchâtel, Schweiz

Zur Website
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PREISBEISPIEL

Übernachtung im Familienzimmer

(2 Erwachsene & 2 Kinder (9+11 ):

Fr. 244.- inkl. Frühstück

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WAS UNTERNEHMEN

  • Sightseeing durch die schöne  Stadt
  • Promenaden-Bummel
  • Bootsfahrt
  • Museumsbesuche. z.B. das Centre Dürrenmatt. Hier hat Stararchitekt Botta die ehemalige Villa von Friedrich Dürrenmatt in ein futuristisches Museum umgewandelt. Mehr...
  • Auch das grösste Archäologie-Museum der Schweiz befindet sich in Neuenburg. Mehr.. 
  • Schloss Neuenburg
  • Fahrradtour
  • Hallenbad, Freibads

NEUENBURG ZUR ZEIT DER BELLE ÉPOQUE

Auf diesem Parcours entdecken Familien die Neuenburger Altstadt. Ausgerüstet mit Fragen, Stift, Stadtplan und mysteriösem Schlüssel begibt man sich auf die Schatzsuche rund um die Zeit der Belle Époque.

Was ass man? Mit was haben die Kinder gespielt? Wie kleidete man sich? Ein spannender, informativer Postenlauf für die ganze Familie.

SEILPARK

Der Parc Aventure Chaumont ist ein toller Familienausflug vor allem für Kinder. Der Seilpark ist in verschiedene Schwierigkeitsstufen eingeteilt, auch ganz kleine können schon mitmachen. Ein Restaurant, Spielplatz und Picknickplatz befindet sich gleich daneben. Mehr...

HÖCHST GELEGENENER LEUCHTTURM

Direkt neben der Bergstation Chaumont bietet der charak-teristische, 100jährige Aussichts-turm eine geniale Aussicht über das Dreiseenland und bis zu den Alpen. Wunderschön.

BOTANISCHE GARTEN

Eine grüne Oase nur wenige Schritte vom Stadtzentrum entfernt, die gleichzeitig Erholung und spannende Entdeckungen bietet.

MEINE TIPPS - ESSEN

Mit Teenagers im Schlepptau, empfiehlt sich zum Abschluss ein Besuch der für uns schönsten, mir bekannten Dönerbude am Place Pury, untergebracht in einem alten Wartehäuschen.

Wer dieses Esssen nicht so gerne mag, findet in Neuenburg eine grosse Auswahl an feinen Restaurants aller Art.

Brasserie le ­Cardinal. Zentral gelegene Brasserie mit scönem,  französischem Charme. Mehr...

La Taverne. Eine urgemütliche, ­unterirdische Beiz mit einer unglaublich tollen Fondue-Karte. Mehr...



Heute gehts zum Kletterpark auf dem Chaumont, der „Hausberg“ von Neuenburg. An seiner höchsten Stelle ist er 1180 Meter hoch.

 

Um auf den Chaumont zu gelangen folgt man vom Bahnhof Neuchatel aus entweder dem gut ausgeschilderten Wanderweg, vorbei am Centre Dürrenmatt oder man nimmt den Bus der Linie 7 Richtung Hauterive und steigt an der Station „Le Coudre“ aus. Von dort aus fährt das Standseilbähnchen (Funiculaire) über eine Strecke von 2 Kilometer und eine Höhendifferenz von guten 550 Metern direkt nach oben.

 

Der Berg, den die Seilbahn zu bewältigen hat ist steil. Aber sie schlägt sich tapfer und bereits nach 10 Minuten sind wir oben.

Wir staunen über das wunderschöne Panorama. Aber uiiiii - die Temperaturen hier oben sind obwohl die Sonne scheint, niedriger als im Tal. (Tipp: Pullover/Jacken mitnehmen). Der Seilpark liegt direkt unterhalb der Bahn. Wir nehmen unsere Klettermontur entgegen und lassen uns eine Einweisung des hilfsbereiten Angestellten geben. Danach gehts zur Start-Plattform, von wo aus diverse Baumkletter-Rundgänge in verschiedenen Schwierigkeitsstufen ausgehen. Wir gehen es ruhig an und wählen den Parcour ab 8 Jahren.

Was für ein Spass. Wir balancieren gut gesichert über Seil- und Holzbrücken, erklimmen hohe Baumstämme und überqueren Waldlichtungen mit der langen Seilrutsche. Nach guten drei Stunden sind wir happy aber auch ausgepowert. Feierabend.

 

Gut zu wissen: Es finden sich neben ganz einfachen Parcours für die kleinen Kinder auch grosse Herausforderungen. Ein Spielplatz und einen schönen Picknickplatz gibts hier auch.

Ja, das haben wir uns verdient, wir sind uns einig und genehmigen uns ein Eis. Erst danach begeben wir uns zurück zu einem weiteren Highlight, das auf unserem Tagesprogramm steht. Gleich daneben führt ein Weg mit Drehtür (Eintritt Fr. 1.- pro Person) zu einem der höchst gelegenen Leuchtturm der Welt.

Die sehr spezielle Zugangsrampe auf den Turm und die absolut spektakuläre Aussicht auf das Drei-Seen-Land, das Schweizer Mittelland und die dahinterliegende Alpenkette sind atemberaubend. Bei gutem Wetter ist die Sicht frei bis auf den Mont-Blanc. Wir sind beeindruckt und geniessen die Zeit.

Wir wandern zurück ins Tal: Während des Turmabstiegs entscheiden wir uns spontan, die kleine, leichte Wanderung, die etwa 1.5 Stunden dauert zurück ins Tal zu machen. So folgen wir dem beschilderten Zeitpfad der in Neuchatel enden soll. Der Weg verläuft hauptsächlich durch den Wald und gibt immer wieder Blicke auf den See frei, wunderschön. Bäume sorgen immer mal wieder für den nötigen Motivationskick:

Am Ende erreichen wir eine geteerte Strasse und entscheiden uns den Zeitpfad zu verlassen und mit Hilfe unserem Handy-Navi in Richtung La Coudre/ Talstation abzubiegen. Bereits nach 25 Minuten entdecken wir auch schon die Seilbahn, wo unser Auto auf uns wartet. Müde aber rundum glücklich machen wir uns auf dem Heimweg.


Good to Know: Wenn man der blauen Markierung am Weg folgt, wandert man entlang eines erdgeschichtlichen Wanderweges Sentier du Temps. Alle paar hundert Meter erfährt man hier mittels Tafeln interessantes zur Entstehung der Erde, jeder Meter des Wanderweges entspricht einer Million Jahre Erdgeschichte.

 

Seit dem Frühstück haben wir keine grössere Mahlzeit mehr zu uns genommen. Wir halten vorfreudig nach einem Restaurant Ausschau. Als wir durch Epagnier fahren entdeckt unser Sohnemann - nicht gut - nicht gut - gaaar nicht gut - dass grosse gelbe M. Jetzt wirds hart... Nach kurzem Diskussionsversuch geben wir uns geschlagen und setzen den Blinker.

 

Erst nach dem Essen treten wir glücklich, müde und voller Eindrücke unsere weitere Heimreise an.
Schön wars in Neuenburg. Gerne wieder.

Mein Fazit

Ein unkompliziertes, kleines, feines und schnell organisiertes Städteweekend in eine wunderschöne Stadt, ideal mit Familie. Hier bieten sich viele, abwechslungsreiche Möglichkeiten um sich zu vertun: Stadtleben und Naturerlebnisse liegen hier nah beieinander und können gut kombiniert werden. Diverse Aktivitäten wie Mountainbiking, Waldseilgarten und Wanderungen können unternommen werden.

 

Die Stadt selbst kann mittel wunderbar durchdachtem Postenlauf erkundet werden. Und last but not least: Natürlich ist die Stadt auch perfekt für einen Einkaufsbummel, Museumbesuche, Spaziergänge am See, Bootsfahrten und Pedaloausflüge. Mit kleinen Wasserraten stehen einem
Hallenbad und Freibad im Sommer zur Verfügung.

 

Für uns perfekt, um ein Städteweekend mit Familie in der Schweiz zu verbringen.




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