Ausflug auf den Ballenberg

Nadine, Mami von 2 Kindern (1 und 3 Jahre):


"Bei gutem Wetter haben wir uns von Zürich aus auf den Weg gemacht auf den Ballenberg ob Brienz. Schon die Fahrt dahin war geprägt von landschaftlichen Schönheiten. Die Fahrt zum Schluss über den Brünigpass war atemberaubend."


Vornweg zwei Tipps zur Anfahrt:

Tipp 1: Es ist ein Aussichtspunkt (Chälrütirank) auf dem Brünigpass beschildert. Es lohnt sich, hier anzuhalten und ein Foto des Lungernsees und der umliegenden Berge zu machen. Schlicht atemberaubend.

Tipp 2: Die Ausfahrt, welche zum Ballenberg Eingang West führt ist nicht extra beschildert. Google Maps hat uns unfehlbar dahin geleitet (Ausfahrt Brienzwiler).

Eintauchen in die Schweizer Landwirtschafts- und Handwerksgeschichte

Im Freilichtmuseum Ballenberg sind in 12 Regionen und in das gesonderte Thema Alpwirtschaft unterteilt Originalgebäude der ganzen Schweiz aufgebaut. Darin sind historische Alltagsgegenstände ausgestellt. Vielerorts präsentieren Mitarbeiter des Ballenbergs historisches Handwerk und Alltagsarbeiten.

 

Auf dem grossen Parkplatz vor dem Eingang des Freilichtmuseums haben wir leicht Platz gefunden. An Wochenenden und Feiertagen kann es bei schönem Wetter aber schon schwierig werden sein Auto abzustellen.

An der Kasse erhielten wir von der sehr freundlichen Kassierin den Museumsplan und die Übersicht der Tagesaktivitäten. Darauf sind die Sonderausstellungen mit Standort gekennzeichnet, es ist aufgelistet welche Handwerke und Alltagsarbeiten in welchem Haus vorgeführt werden und wo man selber mitmachen kann. Ein kurzer schöner Weg durch den Wald führt uns schon bald an den ersten historischen Gebäuden vorbei.

Auf ins Berner Mittelland

Als erstes fällt uns die grosse Weide auf, wo Kühe mit ihren Kälbern zusammen mit Pferden und ihren Fohlen weiden. Erst jetzt wird mir bewusst, wie ungewöhnlich dieser Anblick heutzutage ist. Die Szenerie strahlt Harmonie aus, die Jungtiere fühlen sich bei ihren Müttern wohl, die Fohlen liegen sogar ganz entspannt im Gras und schlafen. Die Kinder sind entzückt und können von den Jungtieren gar nicht genug kriegen.

Unser Weg führt uns weiter ins Berner Mittelland in ein Bauernhaus aus Ostermundigen erbaut im Jahr 1797. In der historischen Küche können unsere Jungs sehen, wie gekocht wurde, bevor es den Elektroherd gab. Dass Vieles aus der Nähe betrachtet werden kann, macht es für die Kleinen umso interessanter. Im Arbeitszimmer demonstriert eine Mitarbeiterin die alte Handarbeitstechnik Klöppeln bei der anhand vieler verschiedener Fäden Spitzen gefertigt werden. Einige der Kunstwerke können erstanden werden.

Im oberen Stock des Bauernhauses ist ein Teil der  Sonderausstellung „Die Kuh: 1000 Dinge und echter Mist“ aufgebaut. Bilder und Originalgegenstände bringen uns hier das Älplerleben näher, es können die Klänge unzähliger Kuhglocken ausprobiert und erfahren werden, wozu Kuhmist genutzt wurde.

Zmittag im Wirthaus "Alter Bären" aus dem Jahr 1873
Im „Alten Bären“ werden traditionelle Gerichte serviert. Ich probiere den „Suure Mocke mit Härdöpfelstock“ – sehr lecker. Für die Kinder gibt es etwas weniger passend zum traditionsreichen Wirtshaus dafür umso beliebter Pommes. Für diejenigen, die nicht einkehren möchten, gibt es an vielen Plätzen die Möglichkeit ein Picknick zu machen. Wer sich spontan dafür entscheidet, kann im Laden „Hausgemachtes“ frisches Brot, Käse, Wurst und sonstige Knabbereien kaufen.

Tipp: Wer sich vor der Heimfahrt in einem Wirtshaus verpflegen möchte, sollte sich rechtzeitig da einfinden. Auch wenn die Öffnungszeiten bis 18.00 Uhr angegeben sind, kann es sein, dass schon früher geschlossen wird, wenn nicht viele Besucher vor Ort sind. Dann liegt die nächste zuverlässige Verpflegungsmöglichkeit in Brienz.

 

Das Highlight für unsere Kinder - der Tiergarten mit Mitmachstation

Die Kinderaugen beginnen zu leuchten, als wir auf den Tiergarten zugehen. Da warten Schafe, Ziegen, Hühner und sogar Schweine auf Streicheleinheiten. Ungezwungen dürfen sich die Kleinen den Tieren nähern, ihre Futter- und Entspannungsgewohnheiten kennenlernen. Und jetzt wissen wir auch endlich, warum das Schwein als kleiner Schmutzfink gilt: Das Schlammbad bringt den putzigen Grunzern eine willkommene Abkühlung bei warmen Temperaturen, wie uns die zuständige Mitarbeiterin verrät.

Bei der Mitmachstation dürfen die Kinder Holztiere unter liebevoller Anleitung einer Mitarbeiterin basteln. Unser Grosser ist zwar noch klein, doch mit etwas Unterstützung kann auch er ein Holzschwein werken, das er anschliessend nicht mehr aus der Hand gibt.

Karussellfahren und ein Ausflug in den Zauberwald
Ein wunderschöner Weg durch den Wald und abschnittweise beeindruckender Bergkulisse führt uns zum farbenfrohen historischen Karussell. Eine Fahrt darauf muss für ein kleines Entgeld natürlich unbedingt sein.

Nach einem kurzen Halt beim Spielplatz machen wir uns auf in den Zauberwald – ein besonderes Erlebnis im Zentralschweizer Wohnhaus aus Sachseln aus den 1600 bzw. 1850er Jahren. Während ich mir das Wohnhaus ansehen kann, führt ein bunter Pfad die Kinder durch den Zauberwald, wo sie Waldgeräuschen lauschen, Waldtiere bestaunen und Waldmärchen hören können. Im oberen Stock in der Küche führen unsere Wege wieder zusammen und wir können unsere Erlebnisse austauschen. Für die ganz Kleinen ist der „Zauberwald“ noch nicht alleine zu bewältigen, da eine Leiter in den oberen Stock führt und auch die Geräusche etwas verunsichernd wirken können. In den oberen Stockwerken lernen wir in einer Ausstellung mehr über die historische und moderne Forstwirtschaft.

Dann treten wir nach einem tollen, abwechslungsreichen, interessanten Tag die Heimreise an. Einmal mehr wurde uns heute bewusst, wie wunerschön, vielfältig und kulturreich die Schweiz doch ist.

 

Fazit
Das Freilichtmuseum der Schweiz auf dem Ballenberg ist ein äusserst interessanter Ausflug, der allen Altersgruppen sehr viel zu bieten hat. Während für die kleineren Gäste die zahlreichen über das Gelände verteilten Tierstationen interessant sind, können sich die Erwachsenen über die
historisch und regional unterschiedliche Bauweise, die Handwerke und die Landwirtschaft informieren.

 

Die Kindertipps von "Nico" sind auf der Karte speziell vermerkt, damit man rasch ein kindergerechtes Programm zusammengestellt hat. Das Museum ist sehr idyllisch angelegt und wunderbar gepflegt. Zudem wird die gesamte Szenerie zum Leben erweckt durch die vielen Mitarbeiter, welche verschiedenes Handwerk und Handarbeit live ausüben und die unzähligen Möglichkeiten selbst Hand anzulegen.

Es ist ein Ort, der immer wieder besucht werden kann, denn mit kleinen Kindern haben wir natürlich nur einen Bruchteil davon besichtigen können und selbst für Erwachsene dürfte es schwer sein, diese Reichhaltigkeit in einem Tag zu bewältigen.

  • Eintrittspreis: Der Tageseintritt für Erwachsene beträgt Fr. 24.-, Kinder ab 6 Jahre bezahlen Fr. 12.-
  • Öffnungszeiten: Das Museum ist von Mitte April bis 31. Oktober täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, wobei sich diese Zeiten auf die Häuser beziehen. Die Museumseingänge und Wirtshäuser sind bereits ab 9 Uhr geöffnet. Mehr Informationen rund um das grösste Freilichtmuseum der Schweiz gibts hier:

Zur Website...

 



SINNENSPFAD IN FRICK

Nach einem ausgiebigen Bäckerbrunch tut Bewegung immer gut. Am Ortseingang von Frick befindet sich der Ausgangspunkt zu diesem Sinnespfad. Eine wunderschöne Landschaft, originelle Stationen und schöne Grillstellen warten auf die Besucher.

W E I T E R L E S E N

 

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"Mir persönlich hat es in solchen Parks generell zu viele Leute auf zu wenig Raum. Aber die Girls lieben sie. Und ich muss einsehen: Es gibt auch kleinere, feine Vergnügungsparks bei denen alles etwas gemütlicher und ruhiger zu und her geht, perfekt für etwas kleinere Kinder - und für mich."

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