Muttertag im Tropenhaus Frutigen

Corinne, Mami von 2 Kindern (5 und 10 Jahre):

"Muttertag… und es regnet in Strömen. Für einmal stört uns das aber wenig. Unsere heutige Entdeckungsreise führt ins herrlich warme Tropenhaus Frutigen im Berner Oberland."


Warum ist die Banane krumm?

Muttertag… und es regnet in Strömen. Für einmal stört uns das aber wenig. Unsere heutige Entdeckungsreise führt ins herrlich warme Tropenhaus Frutigen im Berner Oberland.

 

Das Tropenhaus Frutigen wurde im November 2009 eröffnet und nimmt seither im Alpenraum eine führende Rolle in der Nutzung erneuerbarer Energien ein. Angefangen hat alles mit dem Bau des Lötschbergtunnels und der Entdeckung einer warmen Quelle. Rund 100 Liter 18° warmes Wasser fliessen in Frutigen jede Sekunde aus dem Berg. Das war der Ursprung des Tropenhauses Frutigen, in welchem man heute Pflanzen aus der ganzen Welt, eine Fischzucht und eine ausgezeichnete Küche bewundern und geniessen kann.

Wir treffen um Mittag ein, hungrig und gespannt darauf, was uns erwartet. Den strömenden Regen lassen wir hinter uns. Wir betreten das Gebäude und freuen uns auf die tropische Wärme im Hallen-Urwald.

 

Regenwetter stört uns heute nicht
Regenwetter stört uns heute nicht

Der reservierte Tisch steht bereit und es geht nicht lange, da bringt uns die Kellnerin mit breitem Berner Akzent die Karte und für die Kinder ein süsses Malbüchlein und Stifte.

Um es gleich vorweg zu nehmen, die Küche ist ebenso vertraut wie exotisch. Der Küchenchef versteht es, uns bekannte Speisen mit eotischen Gewürzen und Früchten zuzubereiten. Mein Mann entscheidet sich für das 3-Gänge-Muttertagsmenu, ich entscheide mich für die Eglifiletknusperli. Die Kids bekommen hausgemachte (!!!) Nudeln an einer Tomatensauce und Fleischbällchen. Dabei fällt uns die Wahl nicht leicht, denn die Karte verspricht noch viele weitere Verheissungen wie fruchtiger Tofu im Erdnussmantel, Störfiletstreifen im Tempurateig, sautiertes Störfilet Tandoori oder doch lieber die selbstgemachte Tagliatelle mit Dschungelpesto? Das Essen schmeckt hervorragend.

 

Mein ganz persönliches Gaumen-Highlight sind die Bananenchips: Unbedingt probieren! Und auch mein Mann, der aufgrund seiner Nussallergie meist auf einiges verzichten muss, kommt voll auf seine Kosten. Der Küchenchef passt das Menu extra für ihn an. So geniessen wir ein Super-Essen bei angenehm tropischen Temperaturen unter Bananenstauden: ein Gefühl von Ferien kommt auf.

Pappensatt machen wir uns nach dem Essen auf den Rundgang. Zunächst dreht sich alles um die Störzucht. Für’s leichtere Verständnis kann man an der Kasse für Fr. 2.— einen Audioguide mieten. Dieser bewährt sich.

Unsere Kleine ist mit dem Audio-Guide beschäftigt, der sie auf dem Kinderpfad zusammen mit Murmeli Lili durch die Ausstellung führt und kindergerecht erklärt was es hier alles zu sehen gibt. Die Grössere beschäftigt sich mit all den Dingen, die man tasen, ziehen, drücken, drehen kann. Mein Mann ist fasziniert von der Geschichte des Tropenhauses, aber auch ich bin erstaunt, als ich beispielsweise erfahre, dass der Stör als Fisch der Dinosaurier gilt und im Tropenhaus derzeit rund 80‘000 Störe hausen.

 

Eine kleine Höhle stösst auf grosses Interesse. Was dort wohl drin sein mag? Die Kinder kriechen schnell hinein und wissen nun mehr. Ich hatte irgendwie den Eindruck, dass auch mein Mann da am liebsten mit reingekrochen wäre.

Schliesslich können wir die Störe aus nächster Nähe im Aquarium bestaunen – natürlich sind die Kids an vorderster Front mit dabei und versuchen mit den bis zu 2 Meter grossen, imposanten Fischen durch die Scheibe hindurch zu kommunizieren. Es scheint fast so, als würde dies auch wirklich funktionieren.

 

Raritäten wie der helle Albino Sterlet, der Löffelstör oder der berühmte Beluga sind hier zu Hause.

Weiter gehts's im Tropenhaus. Wir lernen - Schritt für Schritt - wie die Kaffeekrische in die Tasse kommt, mahlen und stampfen fleissig mit, pumpen Wasser durch Leitungen und erfahren, welchen ökologischen Fussabdruck wir als Familie haben. Unsere Grosse füllt den Öko-Test am Computer gleich selbst durch und ist nur wenig begeistert, als sie erfährt, dass sie die Umwelt mit ihren 10 Jahren doch auch schon heftig belastet. Eine ganze Weile diskutieren wir darüber.  Schön zu merken, dass auch unsere Kinder bereits Sorge und eine gewisse Sensibilisierung für dieses Thema mitbringen.

 

Nun gelangen wir auf den Bananen-Lehrpfad. Hier lernen wir, weshalb die Banane krumm und die viertwichtigste Nutzpflanze der Welt ist und das die Bewohner der Schweiz durchschnittlich 9 kg pro Jahr verzehren. Eins ist gewiss: Unsere Kinder haben mit Sicherheit dazu beigetragen diesen Wert so hoch zu halten.

Wir versuchen während unserem Ausflug den Kindern die Natur und ihre Bedeutung etwas näher zu bringen, schleusen sie von Video, zu Infowand, zu Bildern, und bewundern mit ihnen verschiedenste Modelle zum Thema. Wir erzählen von den Tropen, Tarzan und Jane, von bedrohten und geschützten Tierarten… Die Kinder hören aufmerksam zu und ich glaube auch der Kleinen ist das eine oder andere in Erinnerung geblieben.

 

Die Entdeckungsreise geht weiter durch den Gewürzgarten. Gestartet wird mit einem Rätsel. Wer errät die meisten Geschmäcker:

Spielerisch lernen: Der Bananenlehrpfad macht auch Spass, wenn man noch nicht lesen kann.
Spielerisch lernen: Der Bananenlehrpfad macht auch Spass, wenn man noch nicht lesen kann.

Allerlei exotische Pflanzen gibt es hier zudem zu entdecken:

Nun entdeckt unsere Kleinste die Seitdenhühner, es gibt kein Halten mehr. Während sie mit ihnen ausführlich Bekanntschaft schliesst, erfahren wir, wieso die Seidenhühner nicht davon fliegen. Eine liebe Mitarbeiterin nimmt unsere Girls an der Hand und zusammen mit ihr dürfen sie die Waldschildkröte, die gleich nebenan haust, füttern.

Zum Abschluss streicheln wir noch einen Stör und die Kinder spielen noch etwas auf dem kleinen Indoor-Spielplatz.

Also, auch Kinder die sich ABSOLUT NOCH NICHT für Fische, Kaviar und den ökologischen Fussabdruck interessiert, finden es hier ganz prima. Hier kann man so vieles anfassen und sehen, es gibt so vieles auszuprobieren, man kann auf Knöpfe drücken, Rätsel lösen und den kindergerechten Erzählungen des Audio Guides lauschen. Wir alle hatten viel Spass.

Dann treten wir nach einem tollen, abwechslungsreichen, interessanten und für einmal ganz anderen Muttertag die Heimreise an. Wir hatten viel Spass und waren bestimmt nicht zum letzten Mal hier. Nur schon wegen dem Essen lohnt es sich, bald wieder einmal nach Frutigen zu fahren. Man kann nämlich auch ohne Eintrittskarte für die Ausstellung im Tropenhaus essen gehen. Und das Essen ist nicht nur wirklich lecker, auch das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, das spezielle Ambiente besticht. Ich überlege bereits, ob ich meinen Papi hier zu einem feinen Geburtstagsessen einladen soll, so dass auch ich die mir in wunderbarer Erinnerung bleibende Menükarte weiter rauf-und-runterprobieren kann. Auch eine Reservation für den Muttertags-Brunch im 2019 müssen wir uns frühzeitig überlegen, dieses Jahr waren wir zu spät und es war leider bereits alles ausgebucht



Auch Ayca, Mami von 1 Kind (2 Jahre) war im Tropenhaus und berichtet von ihren Erfahrungen:

Ayca, Mami von 1 Kind (2 Jahre): "Den heutigen Regentag verbringen wir im herrlich warmen Tropenhaus Frutigen im Berner Oberland. Wir freuen uns, auch wenn wir etwas Zweifel haben, ob die Ausstellung denn auch schon gut geeignet für noch kleine Kinder (wie unser Wirbelwind das ist) ist. Wir sind gespannt." (ZUM BERICHT...)