Detaillierte Bewertung:                         Hotel Arthus ****



"Mein fast 5 jähriger Sohn und ich haben uns Mitte Mai eine zweitägige Auszeit gegönnt. Nur wir beide – ohne kleine Babyschwester und den Papi.

 

Und was lässt ein Jungenherzen in diesem Alter höher schlagen – ausser vielleicht Piraten…? Genau: Die Ritter! So hiess es, auf ins Ritterhotel Arthus und Willkommen im Mittelalter."

 

Persönliche Beschreibung

Pia: Das Hotel Arthus liegt in Aulendorf, im Bezirk Ravensburg. Unmittelbar neben dem Hotel thront das imposante Schloss Aulendorf auf einer kleinen Anhöhe. Zusammen mit der Mühle und dem Wasserrad direkt neben dem Hotel fühlt man sich gleich bei Ankunft in eine andere Zeit versetzt..

Beim betreten des Hotel offenbart sich ein Highlight des Hotels für Kinderaugen. Hinter Gitterstäben befindet sich ein kleines Lädelchen mit allerlei Ritterutensilien für Kinder. Da kommt wohl keine Familie drum rum, einen Helm oder ein Schwert – oder gar eine Armbrust für die Kleinen zu ergattern. Als wir bei der Rezeption den grossen Kerkerschlüssel überreicht bekommen haben, funkelten die Augen meines Sohnes. So durften wir selbständig die alte Türe zum Geschäft aufschliessen und uns genauer umschauen.

Das Hotel ist aufgeteilt in einen mittelalterlichen sowie einen klösterlichen Bereich. Wir hausten im letzteren. Es lohnt sich auf jeden Fall, die engen und verwinkelten Treppen zu erklimmen und die mittelalterlichen Gänge zu den Hotelzimmern zu erkunden.

In einer Art ‚Hotellobby‘ – auf der Etage der Rezeption - befinden sich neben gemütlichen Sitzmöglichkeiten für die Erwachsenen auch 2 Ecken mit Kindersesseln und  Körben mit Büchern und Spielen. Mein Sohn machte sich sogleich auf die Suche nach Ritter- und Mittelalterbüchern.. und wurde fündig. Toll.

Die Glastischchen sind mit Brettspielen gezeichnet und es hat jeweils eine kleine Schatzkiste mit Mühlesteinen, Schachfiguren etc. Auf der gleichen Etage gibt es auch schöne Aussensitzmöglichkeiten.


Facts

  • Hotel im mittelalterlichen Stil
  • Einzelzimmer bis Vierbettzimmer, Themenzimmer
  • 30 Fahrminuten bis Ravensburger Spieleland

  • Aus: Schweiz
  • Reisezeit: Frühling 2018
  • Verreist als: Mami und Sohn
  • Mitgereiste Kinder: 1 (5)
  • Aufenthaltsdauer: 3 Tage
  • Reiseart: Kurz-Tripp

  • Zimmer: Themenzimmer Gutenberg
  • Hotelsterne waren berechtigt: Ja

  • Kinderbetreuung: Nein
  • Betreuter Kindertisch: Nein
  • Spielzimmer: Nein
  • Aussenspielplatz: Nein

       Entfernung zu

  • Einkaufen: Im Dorf
  • Schwaben Therme: 5 Min.
  • Ravensburger Spieleland:
    30 Fahrminuten
  • Kletterpark: 20 Fahrminuten
  • Legoland: 60 Fahrminuten



Für die Kinder

Das Hotel Arthus ist kein Kinderhotel, aber durchaus ein sehr kinderfreundliches Hotel.

Die Highlights für die Kinder sind ganz klar:

  • Die tollen Familien-Themenzimmer
  • Die Ritteruntensilien im kleinen Kerker
  • Die Kinderecken in der Lobby

Das Hotel Arthus ist klar eine tolle Unterkunft als Ausgangsort für die umliegenden Attraktionen und Unternehmungen mit Kindern.

 

Meiner Meinung nach braucht es dann nicht noch ein Hotel, welches Rambazamba bietet. Hier kommt man zur Ruhe und trotzdem sind Kinder willkommen.



Anreise

Für die reine Fahrzeit kann man ab Zürich mit ca. 2.5 Stunden rechnen. Bei der Hinreise (über Schaffhausen / Singen) waren es bei uns etwa 2.75 Stunden. Eine Viertelstunde haben wir aber sicherlich durch die Gubriststrecke verloren.

 

Bei der Rückreise habe ich mich für die Strecke via Bodenseefähre entschieden. Wir waren in nicht ganz 2.5 Stunden zu Hause – trotz Wartezeit vor der Fähre in Meersburg. Bei der Hinreise konnten wir kurz vor dem Zoll in Singen in einer kleineren Raststätte nochmals kurz Pause machen.

Die landschaftlichen Abschnitte in Deutschland waren sehr attraktiv mit schönen Waldrändern und Wiesen. Je näher wir dem Ziel kamen, desto ursprünglicher erschienen die Dörfer.

Mein Tipp:

Die Fährefahrt empfanden wir beide als eine willkommene Abwechslung.



Zur Lage

Auf den ersten Blick erscheint Aulendorf eher unscheinbar – aber schnell stösst man auf das historische Herz von diesem Städtchen - rund ums Hotel Arthus. Es hat neben einigen Läden – mit oder ohne Lebensmittel – auch eine schöne Konditorei mit Tischchen im Freien sowie ein Eiskaffe.

Eine Attraktion vom Ort ist sicherlich das Schloss Aulendorf. Eine weitere Attraktion ist die Schwaben-Therme im Ort. Sie ist ganzjährig geöffnet und verbindet Thermal- und Freitzeitbad.



Unser Zimmer

Das Hotel bietet wunderschöne ‚Kammern‘; 11 Themenzimmer, 2 Turmzimmer, 2 Junior-Suiten und 15 Standardzimmer. Die Themenzimmer widmen sich ganz und gar berühmten Persönlichkeiten früherer Jahrhunderte. Innerhalb der Themenzimmer gibt es auch die Familien-Themenzimmer. Mein Sohn und ich hausten im Zimmer ‚Gutenberg‘.

 

Gleich beim Eintreten fühlten wir uns wohl. Hinter der magischen Bibliothekstüre öffnet sich die Schatzkammer, in welcher Kinder mit dem tollen Etagenbett und den Wandmalereien leuchtende Augen bekommen.

 

Der Elternbereich besteht aus einem grosszügigen bequemen Doppelbett, einem Tischchen und einem TV. Das Bad ist sehr geräumig, mit einer Badewanne (baden mit Mami ist schon fix eingeplant) sowie einer bodenebenen Dusche. Das WC ist separat. Genügend Tücher und Waschlappen, Seife, Duschmittel und Shampoo ist in Spendern vorhanden; auch ein wunderbares Badesalz steht zur Verfügung. Regendusche, Kosmetikspiegel, Kleenexbox etc. machen den Nassbereich perfekt machen.

Der Eingangsbereich bietet Platz für Schuhe und Kleider. Da man hier wohl eher für Kurzaufenthalte bucht, reicht auch der dafür gebotene Platz.

Zusätzlich gibt es einen Aussenbereich mit Tischchen und Stühlen. Die Aussicht beschränkt sich auf die umliegenden Gebäudemauern; zum Verweilen bietet das Hotel sicherlich schönere Plätzchen.

Alles ist herzlich und liebevoll eingerichtet. Die kleinen Ritter oder Burgfräuleins werden mit einer kleinen Süssigkeit willkommen geheissen, was entsprechend gut ankommt.


Da mein Sohn und ich alleine waren, bot dieses Zimmer auch absolut genügend Platz.

Für 4 Personen würde ich allenfalls nach einem grösseren Zimmer fragen – z.B. dem ‚Schwarzen Veri‘. Dieses bietet sogar genügend Platz für ein zusätzliches Baby-/Kinderbettchen. Auch ein eigenes Mini-WC für die kleinen Ritter und Burgfräuleins ist vorhanden.

Auf jeden Fall sind die wunderschönen und ganz unterschiedlich gestalteten Zimmer ein absolutes

Highlight dieses Hotels und schon alleine diese sind Grund genug, einmal hier zu nächtigen. Auf der Website vkriegt man einen schönen Überblick über die unterschiedlichen Zimmer.

 

Tipp: Das Zimmer Ambrosius (Schutzpatron der Imker) lässt die kleinen Gäste in ihrem eigenen Zimmer erleben, in welchem Grössenverhältnis eine Biene die Welt sieht. Dies ist scheinbar eines der beliebtesten Zimmer = Frühzeitig buchen.



Gastronomie

Am ersten Abend assen wir im hoteleigenen Restaurant ‚Wirtschaft zum Rad‘. Mein Sohn war, was wohl am Wochentag lag, das einzige Kind. Rundherum dinierten Pärchen sowie Geschäftsleute. Trotzdem fühlten wir uns nicht fehl am Platz.

 

Für die Ritter und Burgfräuleins gibt es eine grosszügige Kinderkarte – vom ‚Bettlermahl‘ (für 3.50 Goldrandtaler) bis zum ‚König Arthus‘ (für 7.00 Goldrandtaler) ist alles dabei. Diese Kinderkarte beinhaltet auch Mal- und Rätselspass mit Ritter Fidelis - sehr liebevoll gestaltet.

Für die Erwachsenen gibt es die ‚Rad-Zeitung‘ (mit vielen interessanten Informationen zur Location), in welcher auch die Speisekarte integriert ist. Die Auswahl ist gross und die Preise sind absolut angemessen. Zusätzlich gab es noch das ‚Extrablatt‘ mit saisonalen Spezialitäten. Das Essen wird in diesem Hause gross geschrieben. Es wird mit viel Liebe zum Detail gekocht und angerichtet, und die Portionen sind sehr gross. Die Bedienung ist sehr freundlich und kinderlieb.

 

Das Frühstück gab's in den selben Räumlichkeiten. Das Buffet ist sehr grosszügig und vielfältig. Hier fehlt es definitiv an nichts. Und auch die Kinder kommen nicht zu kurz. Die Mickey Mouse Waffeln darf man selber zubereiten und die Legobehälter für die Frühstückseier lachten meinen Sohn an.

Rittermahl

Am zweiten Abend erwartete uns ein Highlight des Aufenthalts: Das ‚Rittermahl mit grossem Rahmenprogramm im Ritterkeller, welches jeweils am Freitag und Samstag Abend statt findet.

 

Mein Sohn war schon den ganzen Tag ganz aufgeregt und konnte es kaum erwarten. Um 19.00 Uhr wurden wir vor dem grossen Eingang zum Ritterkeller erwartet - für die Händewaschung. Dann wurde man zur langen Tafel geleitet und auf seinen Platz eingewiesen.

 

Im uralten Kellergemäuern herrscht dank Kerzen- und Laternenlichteine eine mystische, tolle Atmosphäre. Es gibt zwei lange Rittertafeln die für insgesamt 130 Gäste Platz bieten.

 

Wie zu erwarten, war das Essen überaus reichlich und üppig – und definitiv nichts für Vegetarier. Mein Sohn fand es super-toll, durfte man alles von Hand essen, Ritter halt.

 

‚Das grosse Rahmenprogramm‘ besteht aus wiederkehrenden Verkündungen des Mundschenks und Erläuterungen zur mittelalterlichen Zeit – immer mit viel Schalk und Humor versetzt. Zusätzlich bieten Künstler Abwechslung zwischen respektive nach dem Essen. Gemäss den Broschüren und der Website habe ich unter anderem einen Feuerkünstelr erwartet. Mein Fehler war, meinem Sohn davon zu erzählen, welcher speziell auf diesen gewartet hat – und bis zum bitteren Ende durchgestanden hat. Ich habe im Vorfeld nicht realisiert, dass sich die unterschiedlichen Künstler abwechseln und jeweils einen ganzen Abend bestreiten. Bei uns war es leider nicht der Feuerkünstler, sondern ein mittelalterlicher Musiker. Dieser redete sehr viel, nicht immerganz jugendfrei – so war ich ganz froh, das mein Sohn noch nicht allzu viel Hochdeutsch versteht, für ihn war es darum aber auch eher langweilig.

Der Preis fürs Rittermahl liegt bei 33.90 Euro

 

Mein Tipp: Ich empfehle das Rittermahl eher für Erwachsene und schon etwas grössere Kinder. Auch lohnt es sich, im Vorfeld abzuklären, welcher Künstler am entsprechenden Abend eingeplant ist. Der Feuerkünstler beispielsweise dürfte für die Kinder sicherlich sehr spektakulär sein.



Ausflugstipps

Es gibt einiges zu entdecken in der näheren Umgebung von Aulendorf. An der Rezeption erhalten wir äusserst freundliche Auskünfte und tolle Tipps.

 

An erster Stelle steht hier wohl das Ravensburger Spieleland. Mehr als 70 Attraktionen warten in acht Themenwelten darauf entdeckt zu werden.
Hier gibts einen detaillierten Reisebericht mit vielen Insider-Tipps... Die Fahrtzeit nach Ravensburg beträgt ungefähr eine halbe Stunde.

 

Die Schwaben-Therme in Aulendorf ist, wie eingangs erwähnt, ein toller Ausflugsort für die ganze Familie. Die Öchsle-Bahn, die einzige noch erhaltene Schmalspurbahn der ehemals Königlich Württembergische Staatseisenbahnen, dampft mit 20 Stundenkilometer durch die hügelige Landschaft.

 

Für Kinder ab 16 Jahren gibt das House of Mysteries, das Rätselhaus in Aulendorf selbst – mit 3 Escape-Rooms.

Mein Tipp:

Der Kletterpark Tannenbühl in Bad Waldsee, befindet sich 20 Minuten Fahrzeit vom Hotel entfernt in einem attraktiven Waldstück. Hier gibt es einen riesigen Kletterpark mit unterschiedlichen Parcours. Für die Kleinsten gibt es den Kiddy Parcours (8 Euro). Mein Sohn und ich wurden ausgerüstet mit Helm und Klettergurt, anschliessend persönlich eingeführt – respektive auch ich, denn auf diesem Parcours.

 

Auch für die grösseren Kinder und die Erwachsenen (zwischen 17 und 23 Euro) gibt es unterschiedlichste Parcours. Für Familien ab 3 Personen fallen die Preise etwas tiefer aus.

 

Nicht nur den Kletterpark gibt es hier zu entdecken, sondern auch einen kleinen Wildpark mit Wildschweinen, Steinböcken und Rotwild sowie ein Spielplatz (mit einer ganz tollen Seilrutsche). Beim Kletterpark hat es einen Kiosk, an dem man sich mit Getränken und kleinen Imbissen eindecken kann.



Weiterempfehlung

Für all diejenigen, die für ihre Unternehmungen in der Gegend eine attraktive Unterkunft suchen, wo sie herzlich empfangen werden, ihre Ruhe finden und in spektakulär schönen Zimmern nächtigen und wunderbar essen können, ist dieses Hotel genau das Richtige.

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