Der Familien-Reise Blog

Corinne, Mami von 2 Kindern (6 + 11): Es muss nicht immer London sein. 48 Stunden haben wir in der Bundeshauptstadt verbracht, uns mindestens so fest die Füsse wund gelaufen, wie es in Barcelona der Fall gewesen wäre, schönste Fleckchen entdeckt, Touristen-Highlights besucht, wunderbar gegessen und obendrein ein paar wunderbare Geheimtipps für euch entdeckt.

 

"Bäärn - I ha di gäärn". Unser "48 Stunden-Citytrip

Wir träumen immer mal wieder von Städtereisen: Barcelona, Prag, London, New York, Lissabon steht auch schon lange auf unserer Bucket List, Paris... Dieses Wochenende wurde mir wieder einmal ganz deutlich bewusst, dass wir für Kunst, Kultur, neue Entdeckungen, spannende Erfahrungen und gemeinsame Familienzeit gar nicht so weit weg fahren müssen. Ich war schon einige Male in Bern, aber kenne ich die Stadt wirklich? Ich stand schon am Bärengraben, während einem Mädels-Shopping Trip kamen wir an der bekannten Zytglogge vorbei und auch am Bahnhof bin ich schon so einige Male herumgeirrt. Aber: Die Hauptstadt der Schweiz hat noch so viel mehr zu bieten.

 

Sie zählt nämlich nicht nur zu einer der grössten Städte unseres Landes, auch kulturell, kulinarisch und künstlerisch spielt Bern in der Liga der Grossen ganz weit oben mit. Wussted Ihr, dass es die Altstadt sogar auf die Liste des UNESCO Weltkuturerbes geschafft hat?

 

Das letzte Wochenende haben wir genutzt, um Bern "hinderschi-und-vörschi" kennen zu lernen. Für euch haben wir die To Do's für einen 48h-Besuch in Bern zusammen getragen.

Unsere Unterkunft: Die Jugendherberge Bern

Die Übernachtung in der Jugendherberge hat uns begeistert und rundum gestimmt. Besonders erwähnenswert ist die Lage, sie ist schlicht genial: wunderbar zentral gelegen an der Aare, mit Sicht auf das Bundeshaus befindet man sich innerhalb weniger Gehminuten Mitten in der Stadt, gigantisch. Nur wenige Gehminuten zur rechten entfernt befindet sich das bekannte und sehr schöne Marzilibad (vor allem im Sommer mit Kindern der Hit) und zur linken das bezaubernde Mätteliquartier (irgendwann wohne ich einmal hier!). Nach oben ins Zentrum gelangt man via Gässchen oder dann noch ein bisserl bequemer mit der Drahtseilbahn (apropos bequem: Ab einer Übernachtung in der Jugendherberge fährt man während dem gesamten Aufenthhalt kostenlos mit den ÖV und eben dieser Drahtseilbahn in und um Bern) umher.


An der Rezeption werden wir herzlich empfangen. Wir erhalten einen Stadtplan, auf dem sämtliche Sehenswürdigkeiten eingezeichnet sind: Das W-Lan ist kostenlos, Tischtennischschläger können an der Rezeption geliehen werden. Wer abends etwas  trinken möchte erhält hier auch ein Bier, Wein oder Prosecco.

Übernachtung

Wir haben in der neu renovierten Jugendherberge Bern mit toller Preis-Leistung und an absoluter Top Lage übernachtet.

Die Unterkunft befindet sich an der Aare mit VIP-Blick aufs Bundeshaus, innerhalb weniger Gehminuten befindet man sich auf dem Platz vor dem bekannten Gebäude.

Die Familienzimmer sind grosszügig und sehr sauber. Beton und Holz wird hier stilvoll kombiniert, die Aussicht ins grüne ist Balsam für die Seele.

 

Mein Tipp: Das Familien-zimmer Nr. 28 im Neubau.

Gut zu Wissen: 2 Parkplätze (CHF 7.-/Tag: frühzeitig reservieren!) und kostenlos WLAN stehen zur Verfügung.

 

Die Drahtseilbahn ist keine 100 Meter entfernt, das bekannte Marzili-Bad befindet sich gleich "ums Eck".


Preisbeispiel

Die Preis-Leistung stimmt hier auf jeden Fall. Für das Familienzimmer (sehr gut geeignet für 4 Personen) bezahlt man ab CHF 120.- pro Nacht.

 

Inklusive: Gästekarte

Im Preis inbegriffen ist die Gästekarte, mit welcher die ÖV in und um Bern während dem Aufenthalt kostenlos nutzen kann.

Wir haben dies gerade mit Kindern sehr geschätzt, da wir so anstatt zu Fuss gerne auch mal in den Bus gehüpft sind um von A nach B zu gelangen ohne das Haushaltsbudget zusätzlich zu strapazieren.

 

Unsere Gastro-Tipps

Must try In der Wonder Waffel eine gigantisch feine Waffel geniessen. Sehr, sehr lecker.

Must go - Cafe Marta
Unter der Laube im Cafe Marta einen individuellen Eistee zusammen stellen. Unbedingt auch einen Blick in den Gewölbekeller werfen.

 

Im vegetarischen Restaurant Tibits isst man bei stilvollem Ambiente sehr gut, sehr praktisch: der kleine, hübsche Kinderspielbereich:


Unser Familienzimmer
Die unter Denkmal stehende Jugendherberge erstrahlt seit Frühjahr 2018 in neuem Glanz. Sie wurde komplett renoviert. Die Familienzimmer sind total chic geworden und erinnern in keiner Weise mehr an die Bilder der Massenschläge, in denen ich damals mit meinen jungen 17 Jahren übernachtet habe. Unseres befindet sich im zweiten Stock des Neubaus. Die Kombination aus Holz, zeitlosem Beton und grossen, bodenerdigen Fenstern lässt die Zimmer gemütlich und stilvoll sogleich erscheinen.

Und schaut mal, welch grandiose Aussicht auf die Aare wir geniessen konnten:

Es gibt genügend Aufbewahrungsmöglichkeiten, wir haben ein eigenes Bad, die Betten sind bequem, die Kissen ebenso und was mir als Mami auch sogleich aufgefallen ist, die Storen sind absolut blickdicht so das wir gute Chancen fürs Ausschlafen am nächsten Tag haben.

 

Was sich seit meiner Jugendzeit nicht geändert hat, und ich find's toll (früher so gar nicht) ist, dass die Betten selbst bezogen werden müssen. Dies wiederspiegelt sich anschliessend dann auch beim Zimmerpreis, immer gut! Die Kids haben fleissig mitgehofen (einige mehr, andere weniger...), das ganze Projekt hat schlussendlich in einer lustigen Familien-Kissenschlacht geendet.

Die Rezeption ist stilvoll und ein perfektes Plätzchen um sich mit einem guten Buch zurück zu ziehen. Gesagt, getan. Abends hat man mich hier vorgefunden, während sich die Kids draussen auf dem Vorplatz mit anderen Kindern angefreundet haben, die Kleinen sind herum geflitzt, die Grösseren haben den Ping Pong-Tisch (der Erfinder dieses Tisches hat wahrlich alles richtig gemacht!) in Beschlag genommen haben.

Im Restaurant ergattert man sich am besten einen Fensterplatz, so hat man auch von hier, vor allem kleinere Kids, immer gut im Visier. Die gemütlichen Eams-Chairs (auch das war früher noch ganz anders) laden zudem zum verweilen ein. Morgends und Abends steht ein Frühstücksbuffet zur Verfügung, man bedient sich selbst. Das ganze erinnert ein wenig an Kantinen-Ambiente, das Essen schmeckt jedoch vorzüglich, die Bedienung war jederzeit sehr freundlich und hilfsbereit. Bei schlechtem Wetter findet sich auf der Galerie ein gemütlicher Lounge-Bereich mit "Töggeli-Kasten" und Kinderbüchern zum verweilen.

Zytgloggeturm

Das wohl bekannteste Wahrzeichen von Bern befindet sich mitten in der Altstadt, an der bekannten "Lädeligasse". Hier starten wir dann auch unsere Sightseeing-Tour. Ganz früher wurde er als Wehrturm, später als Gefängnis genutzt. Mit seinen übergrossen Ziffernblättern und der berühmten Automatengruppe ist der Zeitgrlockenturm eine Sehenswürdigkeit, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Unbedingt solltet Ihr den Besuch zu einer vollen Stunde einplanen. Vier Minuten vor Glockenschlag beginnt jeweils das schöne und poetische Figurenspektakel. Zum Auftakt kräht der  Hahn, darauf beginnt der Bärenzug.

 

Gut zu Wissen: Ihr werdet hier nicht alleine sein, Touristen aus aller Welt nehmen sich stündlich Zeit, dem Spektakel beizuwohnen.

Berner Münster

Weiter gehts zum Berner Münster. Majestätisch thront die grösste spätmittelalterliche Kirche der Schweiz über der Altstadt. Über 450 Jahre wurde am ältesten Sakralwerk und höchsten Kirchturm der Schweiz gebaut.

Aufstieg mit Aussicht

Die Erklimmung der Empore auf 64 Meter über der Stadt lohnt sich auf jeden Fall. Versprochen, jede der 344 Stufen hinauf zur Turmgalierie ist es wert. Oben angekommen offernbart sich dem Besucher eine atemberaubende 360 Grad Rundum-Sicht über die Stadt. Atemberaubend schön.

Bemerkung: Auch eine schöne Aussicht, gibts auf der "Sky Terrace" des Hotel Schweizerhofs (beim Bahnhof einmal ums Eck). Gut zu Wissen: Günstig ist es hier nicht.

Die Altstadt und ein Geheimtipp

Samstags hat es in der Stadt doch so einige Passanten, so fliehen wir in eines der vielen Seitengässchen. Und tadaaaaa: Hier geht es gleich so viel ruhiger und gemütlicher zu und her. Die grossen Geschäfte fehlen, dafür entdecken wir viele kleine, wunderhübsche und spezielle Ladengeschäfte.Wir sind bezaubert, bummeln von Schaufenster zu Schaufenster, schiessen Fotos der hübschen Gassen, den alten Häusern mit den bunten Fensterläden.

Irgendwann finden wir uns vor dem Kinder-Secondhand-Store Petite Puce wieder. Ein langer Gewölbegang führt uns tief hinein in unbekannte Räumlichkeiten, bereits jetzt ein Erlebnis. Angekommen finden wir uns in einem Raum voller schöner Kleiderschätze wieder. Secondhand-Kinderkleider, allesamt von bester Qualität, viele davon von bekannten Brands und mit tollen Preisen. Bereits für Fr. 5.- ersteigern wir wunderhübsche Kleidungsstücke und auch gleich die ersten Winterschuhe.

Geheimtipp: Wonder Waffel

Das viele Laufen, staunen, besichtigen macht natürlich hungrig und ich habe mir dafür etwas ganz besonderes einfallen lassen. Nach langem Recherchieren bin ich auf diesen Geheimtipp gestossen.

 

Das Café Wonder Waffel ist ein Paradies für Schleckmäuler (wie wir das sind). Im coolen, stilvoll eingerichteten Lokal können frische Waffeln mit verschiedensten Saucen, Früchten, Schokolade und Glacé angereichert werden. Der Besucher wählt die Zutaten, danach wird eine frische, noch warme Waffel für uns zubereitet.  Schaut euch mal dieses Ergebnis an:

Schnell wird klar, figurbewusste Personen sind hier an der falschen Adresse. Ich habe mich für eine Waffel mit Erdbeeren uns weisser Schokoladen-Sauce entschieden, meine Grosse entscheidet sich für eine Kombination aus Anans, Nutella und .Puderzucker. Boaaah - die Waffeln sind riesen gross, bis übermorgen haben wir ausgegessen. Wir sind begeistert, die Grosse plant hier schon einen Besuch zu ihrem nächsten Geburtstag ein.


Lage: Das Wonder Waffel befindet sich an der Laupengasse, ungefähr 5 Gehminuten ab Hauptbahnhof.

 

Was wäre Bern ohne seine Bären?

Der Bärenpark, ein Tiergehege mitten in der Altstadt, gehört einfach zu einem Besuch in Bern dazu. Schliesslich ist der Bär ja auch das Wappentier der Stadt und des Kantons Bern. So besuchen wir an diesem Nachmittag die drei knuffligen Braunbären Finn, Björk und Ursina. Erfahren uns von einem lieben Tierpfleger so einiges über die Bären, was uns bis anhin neu war (Oder wussted Ihr wie die Bären im Winterschlaf ihre Geschäfte verrichten). Dann gabs gleich noch "hohen" Besuch. Ein ehemaliger Schweizer Bachelor kam händchenhaltend mit seiner Freundin daher geschlendert, die beiden blieben direkt neben uns stehen...  so gabs gleich doppelt so viel zu sehen. Leider hat mir mein Mann verboten, die beiden zu fotografieren. "Schatz, mir sind doch wäge de Bäre da."... Hmmm.

Bemerkung: Bis hierhin waren wir, inklusive 64 Höhenmeter, ausschliesslich zu Fuss unterwegs. Es geht gut und auch die Kleine läuft problemlos mit. Alternativ fahren auch in regelmässigen Abständen rote Busse hin und her, Haltestelle finden sich alle 100 Meter.

Ein vollbepackter, wunderschöner erster Tag in Bern geht zu Ende. Nach einer kurzen Pause im Zimmer und einem feinen Nachtessen in der Jugendherberge lassen wir den Abend auf dem Platz vor dem Bundeshaus ausklingen. Wir geniessen den wunderschönen Spätsommer-Abend, spielen mit den lebensgrossen Schachfiguren, plantschen im Brunnen und geniessen die Aussicht über die Stadt.

Zentrum Paul Klee - Kindermuseum Creaviva

Am nächsten Morgen brechen wir gemütlich nach dem Frühstück auf in die Stadt. Wir nehmen den Bus Nr. 10 mit dem Ziel Zentrum Paul Klee. Die wechselnden Ausstellungen sind für Kunstliebhaber ein "Must Go", bereits die Räumlichkeiten mit grossartiger Architektur sind ein Ausflug wert.


Das Kindermuseum Creaviva, unser heutiges Ziel, bietet in seinen Ateliers Kindern einen Ort lebendiger Kreativität. Hier gibt es Kunst zum Anfassen, den kleinen Künstlern stehen unzählige Möglichkeiten offen. Wir begeben uns in die "Fünflieber-Werkstatt". Für CHF 5.- dürfen die Kinder hier basteln und ihr eigenes Kunstwerk nach Anleitung erstellen. Wir verbringen einen schönen, gemütlichen und kreativen Vormittag hier in der Kreativ-Werkstatt. Perfekt auch für Regenwetter-Tage. Die Kinder sind stolz auf Ihre Werke, glücklich schlendern wir von dannen.

Rosengarten

Für uns gehört der Rosengarten zu den schönsten Parks der Stadt Bern. Auch bietet er einen einmaligen Blick auf die Altstadt und die Aareschlaufe.

 

Wie der Name bereits verrät, ist der Park vor allem für seine Blütenpracht bekannt. 223 Rosen-, 200 Iris- und 28 Rhododendrenarten können hier bestaunt werden. Die Rosen blühen während unserem Aufenthalt noch in voller Pracht. Ich wünschte, ich könnte euch beschreiben, wie diese gelbe Rose unten auf dem Bild gerochen hat, wir konnten gar nicht genug davon kriegen, wunderbar und einzigartig.

 

Ein Restaurant lädt zum Verschnaufen ein (unbedingt frühzeitig reservieren). Und auch die Kleinen kommen nicht zu kurz: direkt daneben findet sich ein toller Spielplatz zum austoben. Wir haben einen Fussball mitgenommen, mit dieser Idee blieben wir nicht alleine, und haben so den Nachmittag im grünen über den Dächern der Stadt verbracht.

Ach ja, und auch hier gibt's einen Promi
. Auf dem Bänkli (Foto unten) entdecken wir Herrn Albert Einstein.
Wussted Ihr, dass er seine berühmte Formel E=mc² hier in Bern geschaffen und auch einige Jahre hier gelebt hat?

Zu guter letzt gleich noch ein Geheimtipp

Bevor wir die Heimreise in Angriff nahmen, treffen wir noch Marta. Marta wer? Marta ist ein Cafe das sich praktischerweise auf unserem Rückweg an der Kramgasse 8 befindet.

 

Wir sassen draussen an einem der kleinen Tische unter den Lauben und fast habe ich ein wenig schlechtes Wetter herbei gesehnt, dann hätten wir es uns nämlich drinnen im Gewölbekeller gemütlich machen können, denn schaut mal wie hübsch es hier drinnen ist.

 

Aber was das Marta für uns vor allem so toll macht... weil man ihn hier trinkt: den besten Eistee der Stadt. Das spezielle daran ist, das man diesen aus rund 10 Teesorten und diversen Sirupsorten selber zusammenwürfeln kann.  Experimentierfreudige kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.

Mein Fazit

Würde ich nicht in Baden wohnen, Bern wäre wohl meine erste Wahl. Eine wunderbare Stadt mit  so so  viel Charme und warme, herzlichen Menschen. Die Stadt hat unsere Herzen im Sturm erobert. Sie hat unglaublich viel zu bieten, auch für Familien. Noch längst haben wir nicht alles gesehen: Das Kunstmuseum, Tramdepot, der Tierpark Dählhölzli, Botanischer Garten, der Egelsee und vieles, vieles mehr steht neu auf unserer Bucket List. Wir haben auf jeden Fall einen guten Grund wieder zu kommen. Paris, Barcelona, Rom und Co. Ihr müsst noch ein bisserl auf uns warten...

 

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Die Reise erfolgte auf Einladung von Jugendherberge Schweiz. Herzlichen Dank dafür und dass wir Unterkunft und Stadt frei von Beeinflugssungsversuchen testen durften.