Der Familien-Reise Blog

Martina, Mami von 4 Kindern: Engelberg ist näher als man vielleicht meinen möchte. Quasi ein Katzensprung. Wir fahren via Zürich dem schönen Zugersee entlang Richtung Luzern. Hergiswil – Stans und dann den bescheidenen Pass hoch nach Engelberg. In 5 Viertelstunden waren wir bereits auf 1'000 Metern über Meer und genossen das schöne Wetter.

Auf nach Angelmountain: Ein Wochenende in den Bergen

Ankunft in Engelberg

Beim Dorfbrunnen - mitten auf dem Dorfplatz mit den vielen Wegweisern entdecken wir die KafiKaufBar: Dieses Kafi möchte ich euch auf keinen Fall vorenthalten, es ist einfach wunderhübsch. Der Name ein kleines Wortspiel, denn in diesem Kaffee gibt es sprichwörtlich wirklich alles zu kaufen: Das Besteck, die Tische, den Stuhl, auf dem man sitzt, das Kaffeetässli und viele, viele Kleinigkeiten mehr. Sehr originell und wunderhübsch,
aber schaut am besten selbst.

Hier geniessen wir ein herzhaftes Frühstück und erleben, wie Engelberg um uns herum langsam erwacht.

Titlis - Auf zum Dach der Welt

Gut gestärkt machen wir uns zu Fuss auf den Weg zur Titlis-Talstation. Ab Dorfzentrum laufen wir knappe 10 Minuten, immer schön dem nun gezähmten*, schönen Fluss Engelbergeraa entlang. (*Bemerkung: Engelberg erfuhr 2005 eine Überschwemmung des gesamten Dorfes, seither ist der Fluss gut kanalisiert.

Wir haben einen wunder wunderschönen Tag erwischt. Was uns auffällt sind die unzähligen Touristen aus dem asiatischen Raum, welche sich voller Spass und Freude auf den Weg hinauf zum Titlis machen, um dort im Schnee herumzutollen und die Sicht zu geniessen. Auch wir sind ready, rauf geht's.

 

Und dann: Wahnsinn – Wir befinden uns auf 10'000 feet, also etwa auf 3'000 Meter über Meer. Die Aussicht ist schlicht der Wahnsinn, wir wir stehen auf dem Dach der Welt.

Auf Entdeckungstour in der frostigen Glitzerwelt des ewigen Eises

Wir überqueren den Gletscher mit dem Ziel die Gletschergrotte im Herzen des Gletschers zu besuchen. Auf über 150 Meter Länge gelangen wir unter die Gletscheroberfläche. Hier erwarten uns eingefrorene Pflanzen, glitzernde Eiswände und Baumstämme im ewigen Eis. Wunderschön und ein wahnsinns Erlebnis. (Der Eintritt ist frei).

Cliff Walk - Europas höchstgelegene Hängebrücke
Es ist doch etwas frisch hier. Tipp: Jacken mitnehmen! Am Ende der Gletschergrotte geht es über Treppen hoch zum «Cliff Walk». Hier liegt das
ewige Eis des Gletschers, der mit weissen Tüchern vor der Sonne geschützt wird.

3020 Meter Höhe, 500 Meter Abgrund und 150 Schritte Herzklopfen erwarten uns auf dem Cliff Walk, der spektakulären Hängebrücke hoch oben am Gipfel. Zum Überqueren braucht man (ähmmmm vor allem ich) doch ein bisserl Nerven. Die Brücke spannt sich vom Südwandfenster der Gipfelstation bis zur Bergstation des Gletscher-Sessellifts Ice Flyer. Als Europas höchstgelegene Hängebrücke stellt sie sogar einen Rekord auf.

 

Gut zu Wissen: Der Besuch des TITLIS Cliff Walks ist kostenlos und bei guter Witterung möglich.


Mittagessen beim Trübsee
Später beschliessen wir, den wunderbaren Titlis zu verlassen und beim Trübsee ein feines, gemütliches Mittagessen zu geniessen. Den See erreicht man über einen breiten, Kinderwagentauglichen Weg nach nur kurzem Fussmarsch. Rund um den See hat es mehrere Feuerstellen, die alle mit Holz und Sitzgelegenheiten ausgerüstet sind. Wer sich getraut kann hier auch baden (achtung: Gletscherwasser). Wem es zu kalt ist, sticht mit einem der Ruderboote auf das türkisfarbene Wasser.

 

Gut zu Wissen: Gerade bei schönem Wetter, muss man sich bewusst sein, das der Titlis ein Touristen-Magnet ist. Es lohnt sich morgens früh aufzubrechen. Gegen Mittag sind wir bereits im Restaurant Trübsee. Hier ist noch alles ruhig und leer. Passt. Passt.

 

Gemütlich schnabulieren wir unser Mittagessen, die Kinder testeten derweil die vielen Möglichkeiten des Spielplatzes: Hüpfburg, Trampolin, Curling-Bahn, Slackline, Schaukeln. Alles da.

 

Schöner Bergblumenpfad und ein geologischer Wanderweg
Ab hier kann ein geologischer Wanderweg mit Erklärungsstationen über die Entwicklung der Region genossen werden. Dauer: Ca. 2 Stunden (3 km).


Für kleinere Kinder empfehlen wir den sehr schönen und gut machbaren, neu erstellten Bergblumenlehrpfad. Wir lernen auf unkomplizierte Art und Weise verschiedenste Bergblumenarten und deren Lebensbedingungen kennen. Umgeben von einer eindrucksvollen alpinen Berg- und Gletscherwelt, können wir uns anhand von Informationstafeln über die bei uns angesiedelten Bergblumen informieren. Dauer: ca. 45 Minuten.

 

In der Region gibt es unzählig viele schöne Wanderweege. Eine Übersicht findet sich hier. Link...

 

Rauf mit der steilen Zahnradbahn und eine rasante Trotti-Fahrt

Mit der Bahn fahren wir später wieder runter zur Talstation Engelberg, von dort gehts mit der super-steilen Zahnradbahn auf die Gerschnialp, wo wir die von den Kindern schon lang herbei gesehnnte Trotti-Abfahrt machen werden. Nach einer kleinen Stärkung gehts auch schon los.

 

Unser Jüngster (6) konnte bereits alleine fahren, allerdings etwas langsamer, da es nur Einheitsgrössen an Trottinets gibt. Dadurch ist das Steuern für die kleinen Kinder noch etwas schwierig. Er hat's toll gefunden ("noch einmal, noch einmal...") und ich ebenso, allerdings im gemächlichen "Mama-Tempo", schliesslich muss doch auch die Landschaft parallel genossen werden.

 

Achtung: Man muss mit Gegenverkehr rechnen. Die ganze Strasse ist gut asphaltiert, so kann - wer will - recht rassig den Berg runtersausen. Uns hat's sehr viel Spass gemacht.


Unsere Unterkunft

Nun machen wir uns auf, unsere Zimmer im Hotel Crystal zu beziehen. Das Hotel wurde anfangs 1900 aufgebaut und brannte 1969 beinahe vollständig ab. 2005 wurde es vom Hochwasser heimgesucht. Eine bewegte Geschichte.

 

Das Hotel verfügt über drei Etagen, ist einfach aber sehr gemütlich und gut überschaubar. Das Personal ist freundlich und sehr zuvorkommend.

Im Erdgeschoss gibt es eine Spielecke für kleinere Kinder. Unser Doppelzimmer verfügen über Badewanne/Dusche und WC. Es gibt einen kleinen Kühlschrank, TV und Wasserkocher. Im Kinderzimmer fand sich ein Kajütenbett. Hier ist alles funktionell, schön und sehr sauber. Im dritten Stock kann man saunieren, jeweils abends ab 18 Uhr und nach Rücksprache mit der Réception.

Abendessen im Wilden Westen

Nach einer kurzen Pause (woher nehmen die Kids nur diese Energie), schlendern wir bei Nieselregen durch Engelberg. Schon bald kreuzen uns Pferdekutschen. Das Dorf ist während unserem Aufenthalt im Wild West Fieber, Winnetou ist zu Gast. So werden in verschiedenen Hotels und auf der Dorfstrasse stimmungsvolle Konzerte gegeben. Ganz in diesem Sinne suchen wir unser Restaurant für das Abendessen aus. Gefunden.

 

Dieses Pub steht voll und ganz im Zeichen des Wilden Westens. Viele passende Details, gutes Essen, superfreundliche Bedienung und Live-Musik lassen diesen Abend für uns zu einem Erlebnis werden.


Wochenmarkt in der Dorfstrasse

Nach einem feinen Frühstück vrabschieden wir uns vom Hotel, um den kleinen Wochenmarkt in der Dorfstrasse zu besuchen. Dieser findet während den Sommermonaten jeweils am Samstag Vormittag statt.

 

Die Dorfstrasse bietet danebst weitere spannende Lädeli: Ich bin begeistert von der pb manufaktur, einem Engelberger Stoff- und Nähladen. Wunderhübsch. Wir kommen nicht drum herum uns mit einigen coolen Mützen einzudecken.

Nervenkitzel am Härzlisee

Zu Fuss spazieren wir später Richtung Kloster und zur Talstation Brunni (Gehdistanz ca. 15 Minuten).

Mit der grossen Gondel geht’s auch heute hoch hinauf auf den Berg: zur Berglodge Ristis. Ab hier gehts mit der Sesselbahn weiter hoch zum Härzlisee auf 1860 m.ü.M. Hier spazieren wir auf dem schönen Barfussweg rund um den schönen Härzlisee und geniessen dazu die ruhige Bergsicht. Ein einmalig schönes Naturerlebnis, auch für Körper und Seele: Die Füsse geniessen im warmen Wasser eine angenehme Massage. Wellness für die Arme bietet der "Chrüselitrog", in welchem die Arme abwechselnd ins warme und kalte Wasser getaucht werden.

 

Neben dem Kitzelpfad am Härzlisee gibt es die Wasserlandschaft, wo sich die Kids so richtig ausleben können. Hier finden wir auch diverse Feuerstellen, um gemütlich zu sein.

 

Tipp: Im Chruitter-Hüttli kann man Grilladen und Getränke kaufen. Diverse Grillstellen sind unterwegs vorhanden.


Globis Spielplatz und eine Rodelbahn

Runter geht's zum wirklich sehr tollen Globi-Spielplatz, wo wir später auch die Rodelbahn unsicher machen werden.Globis Alpenspielplatz weist eine Fläche von - ich staune: 3'000 m2 auf und befindet sich direkt neben dem Berglodge Restaurant Ristis und der Sommerrodelbahn. Kletter- und Balancierlandschaft, eine Wasserwelt, Wippen, Trampolin, Tunnelrutschen, Alphütte, Melkkuh, Kletterwand, Glockenspiel, Feuerstellen mit Sitzplätzen... Hier lässt es sich gut aushalten.

 

Auch haben wir hier auf dem Brunni  verschiedenste Wanderwege zur Auswahl, allesamt sind sie toll:

  • Globis Schatzsuche: Globi ist auf den Weg in den Indischen Ozean. Er sucht den Piratenschatz vom Seeräuber La Buse. Und natürlich schafft er das nicht alleine, er benötigt die Hilfe von lieben Kindern. Mit einer Schatzkarte ausgerüstet geht es auf die Suche nach den 11 versteckten Schatztruhen.

    Dauer: Ca. 2 Stunden
    Start- und Endpunkt: Globi-Kiosk, Berglodge Restaurant Ristis, Kräuterhütte am Härzlisee

    Gut zu Wissen: Der Weg ist nur bedingt Kinderwagentauglich.

  • Der Kitzelpfad (Dauer: gemütliche 10 Minuten, unsere Kinder sind ihn gleich mehrmals abgelaufen). Er ist auch mit Kinderwagen gut geeignet.
  • Rundwanderung Brunnipfad (Dauer: ca. 2.5 Stunden)
  • Heilkräuterweg

Der kleine Spielplatz bei der Berglodge Ristis hat ein Trampolin, eine Kletterwand und Schaukeln. Wunderbar um sich gemütlich auszuruhen. Wir hatten Glück, hier hat uns Globi "himself" sogar kurz besucht. So toll. Zu Fuss geht’s anschliessend weiter nach Engelberg. Wir brauchen knappe 45 Minuten und der Weg ist auch hier relativ einfach zu gehen. Mit Kinderwagen ist er allerdings nicht zu epfehlen.

 

Tipp: Schaukäserei: Beim Kloster angekommen, decken wir uns in der Schaukäserei mit einigen leckeren Sachen ein. Das Lokal ist eindrücklich und recht gross gestaltet und eignet sich auch hervorragend für einen kurzen Kaffeehalt und eine Glace-Pause für die Kinder. Gesagt - Getan.


Mein Fazit

Das gemütliche Bergdorf ist so gut und rasch von fast überall her erreichbar und eine wahre Oase vom Alltag. Der Titlis ist schlicht atemberaubend (einziger Wehrmutstropfen: für eine 6-köpfige Familie wird diese Bergfahrt doch sehr teuer). Die Brunni ist ebenfalls wunder wunderschön. Die Region ist unglaublich familienfreundlich und bietet viel. Schönste Wanderwege, Themenwege für Kinder, tolle Spielplätze, die Rodelbahn und vieles mehr.
Und noch ein Tipp zum Schluss:

Mit der Gästekarte kann man von Montag bis Freitag kostenlos auf dem See Kanu fahren. Ein tolles Angebot. Dazu hat unsere Zeit leider nicht mehr gerreicht, aber: Wir kommen bestimmt bald wieder.

 

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Diese Pressereise erfolgte auf Einladung von Engelberg Tourismus. Herzlichen Dank dafür und dass wir die Region frei von Beeinflugssungsversuchen testen durften.