Der Familien-Reise Blog Geheimtipp Nordsee-Inseln     by mamicheck.ch

Corinne: Die erste Etappe unseres 5-wöchigen Insel-Hoppings an der Nordsee führte uns auf die kleine Ostfrieseninsel Wangerooge. Vorneweg muss gesagt sein, dass es mir unmöglich ist, die Schönheit, die unglaubliche Ruhe und die ganz spezielle und bezaubernde Art der Insel auf Fotos oder im Bericht näher zu bringen. So sehr ich mich auch bemühe, es will nicht gelingen. Die Schönheit dieser Insel muss schlicht mit eigenem Auge erlebt werden. Wir haben die Insel in dieser Woche näher kennen und lieben gelernt.

 

1. Etappe Wangerooge:   Eine Insel zum verlieben.

 

Nur acht Kilometer trennen die östlichste der niedersächsischen Nordseeinseln, Wangerooge, vom Festland. Die zweitkleinste der sieben Ostfriesischen Inseln ist autofrei  und verfügt noch über viel unberührte Natur und ein wohltuendes Reizklima. Aus der Luft sieht Wangerooge übrigens wie ein Seepferdchen aus, der Kopf liegt im Westen, wo auch die Fähren anlegen, der Schwanz befindet sich im Osten, wo sich keine Häuser mehr befinden und die Landschaft noch fast unberührt ist. Autos gibt es, bis auf ein paar wenige Rettungsfahrzeuge und Elektromobile, auf der Insel nicht.


Stop-Over

Da die gesamte Fahrzeit von daheim bis zum Ziel knappe 9 Stunden in Anspruch nimmt, planten wir einen Stop-Over in Göttingen, ungefähr in der Hälfte der Etappe. Das Hotel Rennschuh schien uns perfekt dafür: Nur 5 Minuten ab Autobahn gelegen waren wir froh, uns nach Stunden im Auto (viel zu viele kamen wegen Stau obendrauf) spät abends nur noch rasch ins Bett legen zu können. Das Hotel ist einfach, Luxus und Stil sucht man hier vergebens, aber es ist sehr sauber, praktisch und die Mitarbeiter allesamt sehr freundlich. Das Familienzimmer kostete für uns vier Euro 99.- für eine Nacht inklusive Frühstück. Für alle, die noch Energie vorrätig haben, steht sogar ein kleiner Pool und eine Sauna im Untergeschoss zur Verfügung.

 

Tipp: Ein kleines Gepäckstück mit Utensilien, die lediglich für diese eine Nacht gebraucht werden (Schlafanzug, Zahnbürsten und Co.) packen, um sich nicht durch alle Koffer wühlen zu müssen.


Fähre von Harlesiel nach Wangerooge

Am nächsten Morgen brachen wir, in der Hoffnung dem scheinbar auf deutschen Autobahnen dazu zu gehörendem Stau vorzukommen, früh auf. Die Fähre wollten wir auf keinen Fall verpassen. Der Plan ging auf. Rechtzeitig, 3 ½ Stunden später, erreichten wir den Hafen in Harlesiel. Wir hatten gut Zeit um unser Hab und Gut bei der Gepäckannahme abzugeben, denn das Auto durfte nicht mit auf die Insel, Wangerooge ist komplett autofrei.

Tipps:

  • Das Fährticket kann auch online gebucht werden, so spart man sich Wartezeit am Schalter
  • Sonnencrème im Handgepäck mitnehmen, je nach Wartezeit und Sonnenstand kann es warm werden
  • Je nach Saison kann es auf Deck der Fähre (und hier hat man definitiv die beste Aussicht) windig sein. Es empfiehlt sich sicherheitshalber eine Jacke im Handgepäck mitzunehmen.
  • Die Fahrzeiten der Fähre sind tide-abhängig, denn nur bei Flut haben die Schiffe genügend Wasser: Vor Abreise unbedingt den Online-Fahrplan überprüfen.

Punkt 15:30h legten wir ab und genossen die Fahrt von der ersten Sekunde an sehr. Welle für Welle rückte der Alltag weiter von uns weg. Weit vor uns am Horizont liess sich bereits die Insel erahnen. Unsere Vorfreude und die Neugier auf das, was uns erwarten würde war gross…

 

Die Überfahrt dauerte knappe und rasch vorbei ziehende 45 Minuten. Am Fähranleger angekommen war die Reise aber noch nicht ganz zu Ende. Weiter ging‘s nun mit der bereits bereit stehenden Inselbahn (Der Preis ist im Fährticket enthalten), dem wichtigsten Verkehrsmittel auf der Insel. Wir nahmen Platz, bald darauf tuckerten wir los.

Auf der rund fünf Kilometer langen Fahrt lohnt sich der Blick in alle Richtungen auf Watt, Düne und Salzwiesen. Die Strecke führt mitten durch ein Schutzgebiet, welches nicht betreten werden darf. Auch die Inselbahn reduziert das Tempo um die hier lebenden Tiere nicht zu stören, die Wiesen sind ein wichtiger Rückzugsort für Tiere. Wir konnten uns kaum satt sehen, wunderschön.

Erste und letzte Station: Bahnhof Wangerooge, alles aussteigen bitte. Hier erhielten wir unser Gepäck zurück, weiter ging‘s mit dem Bollerwagen zur Ferienwohnung.

Tipp: Beim Bahnhof stehen Elektroautos bereit, die den Gepäcktransport (Euro 3.50 pro Gepäckstück) auf Wunsch übernehmen.

 

Unterkunft auf der Insel
Auf Wangerooge gibt es ein paar wenige Hotels. Daneben gibt es unzählige einheimische Vermieter von Ferienwohnungen. Wir waren im Haus Eims untergebracht.

 

Das gesamte Obergeschoss ihres Hauses mit wunderschönem Garten wurde für Feriengäste praktisch und grosszügig umgebaut. Wir hatten eine kleine Küche, eine Stube, ein Badezimmer mit Dusche und zwei separate Schlafzimmer. Im gepflegten Garten war eine Sitzgelegenheit vorhanden, die wir gerne für das Mittagessen genutzt haben. Im Kinderzimmer standen Spiele, Legos, Bauklötze und Bücher bereit, in unserem Schlafzimmer eine kleine Bibliothek und genügend Stauraum für unser Gepäck.

Wir haben diese Art von Übernachtungsmöglichkeit sehr geschätzt, wir hatten gut Platz, konnten uns zwischendurch gut selbst verpflegen und die Kinder hatten einen Rückzugsort. Die Lage des Hauses war perfekt, auch haber unsere Gastgebern viel über das Leben auf der Insel erzählt, was wir sonst wohl nie erfahren hätten. Gespannt haben wir ihren Erzählungen gelauscht, wie sie beispielsweise den vergangenen Febraur erlebt haben. Dann war Wangerooge für einige Tage aufgrund extremer Kälte vom Festland abgeschnitten, weder Schiffs- noch Flugverkehr konnte die Insel während dieser Zeit erreichen. Warum die Deiche nicht betreten werden dürfen und das der zur Zeit älteste Insulaner vor 95 Jahren im Leuchtturm der Insel geboren wurde...

Besonders zu erwähnen ist auch, dass wir auf Wangerooge so, sooo gut wie schon lange nicht mehr geschlafen haben. Dies ist der unglaublichen Ruhe auf der Insel (autofrei sei Dank) und der guten, noch so reinen Luft zu verdanken. Wir haben unterschätzt, was dies ausmachen kann.

Lage der Ferienwohnung:

  • Weltnaturerbe Wattenmeer: 5 Gehminuten
  • Dorfzentrum & Bahnhof: 10 Gehminuten
  • Badestrand: 10 Gehminuten

Gut zu Wissen: WLAN gibt es in der Wohnung nicht.


Fahrradtour auf der Insel

Fahrräder auf der Insel auszuleihen scheint schon fast ein Muss. Die Insel ist klein und man kann die meisten Ziele zwar auch gut zu Fuss erreichen, mit dem Rad kommt man aber gleich noch besser voran und die Insel lässt sich so optimal und ausgiebig erkunden. Auch schön, die Wege führen praktisch durchwegs gerade aus, so macht eine Fahrradtour – vor allem auch mit kleinen Kindern – gleich noch mehr Freude.

Für alle, die wie wir das Fahrrad nicht von daheim mitnehmen konnten, finden sich diverse Fahrradverleihe auf der Insel. Wir haben uns – noch am Ankunftstag - für den Fahrradverleih Beier entschieden, die perfekte Wahl. Es steht eine breite Auswahl an Rädern (E-Bike, Kindersitze, Fahrräder für Kleinkinder, Nachzügler-Fahrräder und Dinoräder…) zur Verfügung und wir wurden gut beraten. Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes hatten wir einen platten Reifen, das Rad wurde anstandslos ausgetauscht, unsere Entdeckertour konnte weitergehen. Zum Nachtessen, ins Schwimmbad, an den Strand… wir waren „mit dem Radel da, Radel da…“.

 

Die erste Fahrt führte uns einmal rund um die Insel, perfekt um Wangerooge besser kennen zu lernen, einen ersten Eindruck von Landschaft und Distanzen zu erhalten. Durch die Dünen ging‘s zuerst nach Osten, um den kleinen Inselflugplatz herum, anschliessend weiter in den Westen. Auf dem Weg wurde uns bewusst, wie wunder wunderschön und rein diese Insel noch ist: Faszinierende Sanddünen, Ausblicke soweit das Auge reicht, ein alter, nostalgischer Leuchtturm (Hier kann übrigens auch geheiratet werden – die Nachfrage danach ist scheinbar gross), der nun stolz auf vielen unserer Fotos posiert, der beeindruckende Westturm, der das Wahrzeichen der Insel bildet und gleichzeitig als Jugendherberge dient, hübsche Einkehrmöglichkeiten, die satten Farben, gemütliche Parkbänke, feiner weisser Sand, Vögel, Wattenmeer...

 

Eine grandiose Naturkulisse zeigte sich von seiner wildschönsten Seite. Mehrmals stieg ich mitten im Weg vom Rad ab, um den Augenblick festzuhalten und durchzuatmen.

Die Zedeliusstrasse

Diese Strasse kann man wohl als Herz von Wangerooge bezeichnen. Sauber und gepflegt wie auch der ganze Rest der Insel bildet sie das Zentrum des Dorfes.

 

Tagsüber zieht es die meisten Inselgäste an den Strand an der Nordseite. Abends trifft man sich hier in einem der verschiedenen Restaurants, Fischbuden oder Pubs. Hier findet man Eisdielen, Bäckereien, eine Bücherei, Waffelstände und das wohl bekannteste Café der Insel: Das Café Pudding am Ende der Fussgängerzone bietet nebst feinen hausgemachten Kuchen und Torten auch eine schöne Terrasse mit herrlichem Blick auf die Nordsee und die Strandpromenade, Urlaubsfeeling inklusive. Hier haben wir stundenlang gesessen, geschlemmt und Schiffe geguckt. Die grössten der Welt setzen hier bei ihrer Fahrt nach Wilhelmshaven oder Hamburg vor der Küste an: Containermonster, Öltanker, Kreuzfahrtschiffe… Wer noch mehr darüber wissen möchte erhält drüben in der Kurverwaltung via Bildschirm Informationen über Position, den Namen und die Gattung der einzelnen Schiffe.

Zwei kleine Supermärkte, Kleiderläden, ein Spielwarengeschäft und Souvenirshops befinden sich allesamt an dieser Strasse, ebenso eine Apotheke, ein – wunderschöner – Blumenladen, das Kino und die Post.

 

Der naturbelassene Ostteil
Dieser Teil beginnt hinter dem Ostdeich. Hier ist die Strandpromenade zu Ende, bei unserem Spaziergang waren wir hier fast für uns alleine.

 

Mit dem Fahrrad kann man bis zum „Café Neudeich“ , welches übrigens eine schöne Aussenterrasse besitzt, fahren, dann geht es zu Fuss weiter. Über den Deich geht es hinunter zum Strand, bereits hier staunten wir über die Weite und die unglaubliche Aussicht über das Meer. Wer sich am Strand angekommen,  rechts hält und einen gemütlichen Spaziergang bis um die nächste Kurve macht, wird mit einem der schönsten Plätze auf Wangerooge belohnt. Der puderzuckrige, saubere Sand, das glasklare Wasser, endlose Weite und absolute Ruhe: Karibik-Feeling an der Nordsee.

Tipps:

  • Wangerooge ist beliebt bei Bernsteinsuchern. Auch unsere Kleine war mit Schaufel & Co. ausgestattet, unbedingt wollte sie hier einen finden. Wir sollten leider kein Glück haben. Später im Dorf erfahren wir von einer lieben Verkäuferin: „Bernstein wird nicht gefunden, Bernstein findet seine Besitzer.“ Alles klar.
  • Ganz besonders empfehlen wir, einmal am Abend, wenn es besonders ruhig und die Stimmung einmalig schön ist, hierher zu kommen.

ANREISE

Die gesamte Fahrzeit bis Fähranleger nimmt gute neun Stunden in Anspruch.

 

Wir planten einen Stop-Over im niedersächsischen Göttingen, ungefähr in der Hälfte der Etappe, ein. Das Hotel Rennschuh schien uns perfekt dafür, einfach aber praktisch und nur 5 Minuten ab Autobahn erreichbar. Die Umgebung ist dementsprechend wenig attraktiv.

Das Familienzimmer kostete für uns vier Euro 99..- inkl. Frühstück. Link zum Hotel...


Fähre &  Inselbahn

Auf Wangerooge gelangt man mit der Fähre oder via kleinem Flugzeug.

Fahrzeiten: Die Fährver-bindung ab Harlesiel ist tide-abhängig. Darum ist es wichtig, vorgängig immer mal wieder den Online-Fahrplan zu prüfen. Wir sind da „blauäugig“ dran gegangen, und bekamen diese Naivität bei der Planung dann auch voll zu spüren.

 

Gepäckaufgabe und Park-platz: Das Gepäck wird bei der Gepäckannahme aufgegeben, das Auto auf dem „Langzeit-Parkplatz“ für Euro 5.- pro Tag parkiert werden. Fahrräder und Kinderwagen kosten extra.

 

Dauer & Inselbahn
Die Überfahrt dauert ca. 45 Minuten. Am Fähranleger Wangerooge steigt man in die Inselbahn um, diese fährt auf direktem Wege zum Insel-bahnhof, hier erhält man dann das Gepäck zurück.
Beim Bahnhof stehen Elektroautos bereit, die den Gepäcktransport (Euro 3.50 pro Gepäckstück) auf Wunsch übernehmen.


Tipps:

Fährtickets vorab online lösen.
Sonnencrème, Sonnenhut und Jacke ins Handgepäck packen, es kann heiss, aber je nach Saison an Deck auch ziemlich windig werden.

Gästebeitrag
Bei uns ist es der Kurbeitrag, auf Wangerooge der Gästebeitrag, der pro Gast und Aufenthalt vor der Rückreise (dies wird bei Ankunft auf dem Festland kontrolliert) entrichtet werden muss. Dank Gästebeitrag erhält man viele Dienstleistungen und Eintritte auf der Insel komplett kostenlos oder stark vergünstigt. Bsp.: Das Kinderspielhaus Sockenland, Eintritte zu Filmvorführungen und Vorträgen, Zutritt zum Leuchtturm und ins Nationalpark Haus Borkum, Puppentheater, Kinderschminken, Gymnastik…

 

Die Kosten während der Hochsaison: Erwachsene pro Tag: Euro 1.70, Kinder ab 6 Jahre: Euro 1 pro Tag.

 

Strandkorb

An der Nordsee ist es üblich, am Strand einen Strandkorb zu mieten. Gerade während der Hochsaison sind sie gut besetzt, es lohnt sich diesen vor Ferienbeginn bei der Kurverwaltung zu reservieren. Kosten: Euro 9.-/Tag.

 

Beste Aussicht

Den besten Überblick über Wangerooge haben wir vom Westturm und der Jever Aussichtsplattform erhalten, wunderschöne Fotos gibt’s hier inklusive.

Einkaufen & Co.
Drei kleine Supermärkte gibt’s im Zentrum der Insel. Ein Kino, Restaurants und Pubs sind zahlreich vertreten. Zwei Bäckereien, eine Buchhandlung, Kiosk, Apotheke, Blumenge-schäft, Inselfriseur, Post und Bank, Souvenierläden, Fahrrad-verleihe und Kleiderge-schäfte (zu Touristenpreisen).. alles da. Auf der Insel sind insgesamt drei Ärzte im Einsatz.

Fahrradverleih
Es finden sich diverse Fahrradverleihe auf der Insel. Wir haben uns für den Fahrradverleih Beier entschieden, eine gute Wahl.

Es steht eine breite Auswahl an Rädern (E-Bike, Kindersitze, Fahrräder für Kleinkinder, Nachzügler-Fahrräder... zur Verfügung.

Am letzten Tag haben wir die Girls überracht und eine Abschiedsrunde mit dem Dino-Rad gedreht. Wenn auch ziemlich anstrengend, ein tolles Erlebnis ist es auf jeden Fall.  
Gut zu Wissen: Fahrradhelme kann man auf der Insel nicht mieten.


Restaurant-Tipps
Es ist wunderbar im
Bistro Diggers zu sitzen und nichts anderes zu tun als aufs Meer zu schauen.

Die Kids bauen Sandburgen und suchen Muscheln, immer gut im Blickfeld der Eltern. Das Bistro ist cool und bietet öfters auch Konzerte oder Live-DJ’s. Apropos Konzerte. Im Oktober 2018 werden hier sogar Simon & Garfunkel auf der Insel zu Gast sein und ihre bekanntesten Songs zum Besten geben.

 

Restaurant Hanken
Hier haben wir frischen Fisch gekostet, unglaublich lecker, die Kinder haben ihre Kindermenüs genossen und wurden dank sehr kinderfreundlichem Personal mit diversen Spielen und Malsachen ausgestattet.

 

Café Pudding

Den feinen, hausgemachten Kuchen im legendären Café Pudding zu kosten und dazu die einmalige Aussicht zu geniessen ist schon fast ein Muss.

Pizza Venice

Nicht die beste Pizza, die wir je gegessen haben, aber man hat die Möglichkeit Pizza und Co. Take Away mit heim zu nehmen.

Restaurant Boot
Unser persönlicher Favorit. Die Einrichtung ist unglaublich liebevoll, herzlich und im "Nordsee-Style" gehalten. Die Bedienung sehr zuvorkommend und der Hamburger des Hauses ein wahrer Geheimtipp. Tipp: Unbedingt reservieren.


Unsere Insel-Pro's

  • Insel-Ferien
  • Kleine, feine und überschaubare Insel
  • Für Familien mit kleinen wie grossen Kindern stehen unzählige Angebote zur Verfügung, viele davon kostenlos.
  • Wunderschöner Badestrand
  • Sehr gepflegte Insel
  • Gesundes Klima
  • Indoor- und Outdoor-Beschäftigungen
  • UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer
  • Fahrradinsel

Und die Contra's

  • Relativ langer Anfahrtsweg, dank Zwischenstopp aber gut mit dem Auto machbar.
  • Keine Gutwetter-Garantie
  • Baden im Meer ist vor allem für abgehärtete „Krieger“ gedacht.


Wattwanderung

Die geführte Wattwanderung (Euro 5.- pro Person) wird uns trotz strömendem Regen in guter Erinnerung bleiben, das Erfahrene und Erlebte wird uns noch lange begleiten.  

 

Wir können die ungefähr 1 ½ Stunden dauernde Führung mit und dank der lustigen Biologin Inga wärmestens empfehlen, um auf diese Art etwas mehr über das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer und das Leben der Tiere und Pflanzen auf der Insel zu erfahren.  

Wir haben typische Pflanzen entdeckt, die Herzmuschel zum wandern animiert, einen kleinen Krebs gestreichelt, erfahren, dass wir uns im grössten Wattenmeer der Welt befinden, warum der Wattwurm 100 Reservepopos besitzt, der Boden hier perfekt für eine reinigende Gesichtsmaske geeignet wäre und das bereits eine kleine Muschel in der Lage ist innerhalb weniger Stunden über 1.5 Liter Wasser zu filtern.

 

Auch den Girls ist dank der Führung nun noch mehr bewusst, wie wertvoll und sensibel unsere Natur doch ist, und wie wichtig es doch ist, sie zu schätzen und stets gut zu behandeln.  400 Insekten sind von dieser Landschaft abhängig. Insgesamt leben 2000 Tiere in dieser Umgebung. Zudem hat das Wattenmeer eine überlebenswichtige Funktion als Natur- und Rastgebiet für viele Zugvögel aus aller Welt.
Es regnet in Strömen, wir sind klatschnass, die Nase tropft, Zeit für Klagerei bleibt aber keine: Inga klärt uns auf: „Für uns Wangerooger ist das nichts, lediglich ein kleiner "Huscher". Alles klar, wir sind definitiv noch nicht genügend abgehärtet um hier dazu zu gehören.
 
Hier im Watt fällt es leicht durchzuatmen, die Füsse tief in den schlammigen Untergrund einzubuddeln und der Seele Raum zu verschaffen. Die Kinder sind unglaublich interessiert und scheinen ausgeglichen. Die Weite, die Schönheit und die Kraft der Natur sind hier noch so gut spürbar.
Danach geht’s rasch heimwärts unter die warme Dusche, was wir Inga natürlich nicht verraten…


Tipp:

  • Frühzeitig reservieren, die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
  • Fernglas und Gummistiefel mitnehmen
  • Bei Regenwetter unbedingt Regenjacke und Hose.
  • Es empfiehlt sich die Wattwanderungen geführt zu machen. Die Nordsee und das Watt ist tide-abhängig . Was im einen Moment noch trocken ist, kann kurze Zeit später unter Wasser stehen. Harmlos erscheinende Pfützen können auch tief und somit gefährlich sein. Zudem hätten wir die meisten Tiere ohne Inga und ihre kleine „Mistgabel“ niemals entdeckt.

Nationalplark-Haus

Hinter dem Rosengarten liegt das Nationalpark-Haus mit seiner Ausstellung zum Thema Weltnaturerbe Wattenmeer, seinen Bewohnern und den Zugvögeln, die diesen Lebensraum zum überleben benötigen.

 

Mit beeindruckenden Schautafeln werden wir hier über die verschiedensten Themen informiert. Kinder können anfassen, ausprobieren, spielen. Traurig war, vor dem präparierten Skelett eines vor zwei Jahren vor der Insel gestrandeten jungen Pottwales zu stehen. In seinem Magen wurde ein grosses Fischernetzt gefunden.

 

Es stellt ein Mahnmal dar um uns die Empfindlichkeit der Natur zu veranschaulichen, wir sind nachdenklich und traurig, trotzdem aber guten Mutes in die Zukunft zu schauen und selbst positives bewirken zu wollen. Mehrweg statt Einweg soll noch mehr zu unserem Motto werden, wir nehmen uns vor noch genauer hinzuschauen.

 
Tipp: Es lohnt sich das Veranstaltungsprogramm zu studieren. Während unserem Aufenthalt wurde hier beispielsweise der Film „A plastic ocean“ gezeigt, ein mehrfach prämierter und unglaublich eindrücklicher Film über die Zerbrechlichkeit unseres Planeten, dessen Botschaft uns alle noch lange begleiten wird. Tags darauf besuchten wir einen informativen Vortrag über „Ebbe und Flut“. Dank Gästebeitrag erhielten wir jeweils kostenfreie Eintritte.

Umweltschutz auf Wangerooge
Umweltbewusstsein wird auf Wangerooge ganz gross geschrieben. Der Strand und sämtliche Strassen sind durchwegs sauber, die Gärten der Häuser liebevoll und detailgetreu gepflegt. Plastiksäcke werden auf der gesamten Insel wo immer möglich komplett vermieden.

 

Was mir besonders imponiert hat: In regelmässigen Abständen und zu vorgegebenen Zeiten wird sämtlicher Abfall der am Strand rücksichtslos deponiert wurde, aufgelesen und auf die Einkaufsstrasse gekippt. Beim Anblick des grossen Haufen Mülls wird so richtig bewusst, welche enorme Menge an Abfall in nur wenigen Tagen zusammen kommt und wie anstandslos es doch ist, seinen Abfall egoistisch und faul auf Strasse und in der Natur zu entsorgen. Die Insulaner und alle Gäste die mögen, werden nun dazu eingeladen, dabei mit zu helfen, den zusammen getragenen Müll sorgfältig und korrekt zu trennen. Auch wir unterstützen das Team.

 

Danebst werden Informationen zur Problematik Müll im Meer und zu den Möglichkeiten der Müllvermeidung gegeben. Ich finde das Konzept grossartig um ein Umdenken stattfinden zu lassen, uns alle zu sensibilisieren und gleichzeitig auch dafür zu sorgen, dass ein jeder von uns zwei Mal darüber nachdenkt, bevor er wieder verantwortungslos handeln möchte, am Ende kommt es auf uns alle zurück.

 

Familienfreundliches Wangerooge

Ich bin begeistert, was Wangerooge alles für kleine Gäste bietet. Da wäre beispielsweise das Kinderspielhaus Sockenland, das Eltern auch an kälteren oder regnerischen Tagen nicht verzweifeln lässt. Die schöne Indoor-Spielhalle (kostenloser Eintritt dank dem Gästebeitrag) bietet zahlreiche Möglichkeiten zum toben und spielen: Eine gesicherte Kletterwand, Trampoline, Maltische, Puzzles, Bücher, Kicker-Kasten… Spielspass ist garantiert. Selbst nach zwei Stunden war es eine Monsteraufgabe die Kids wieder zum Gehen zu überreden.

 

An der Uferpromenade steht im Gästekindergarten Inselzwerg von Montag bis Freitag, jeweils vormittags, eine Kinderbetreuung für Kinder bis 6 Jahre zur Verfügung (Euro 3 Euro für 90 Minuten). Regelmässige Veranstaltungen wie Kinderkonzerte (wir kamen in den Genuss vom uns bis dahin unbekannten, aber wirklich tollen Kinderliedermacher Heiner Rusche), Puppentheater, gemeinsames basteln (Sommercollagen, Sommerkränze…), Kinderschminken und vieles mehr wird in regelmässigen Abständen angeboten. Für Euro 20 hat unsere Grosse die Einführung in das Wellenreiten erhalten. Kurse für Kinderschwimmen und Kitesurfen können gebucht werden, Tennisplätze und ein Golfplatz gibt es auch auf der Insel. Am Hauptstrand gibt‘s einen schönen Spielplatz und während der Saison ein grosses Bungee-Trampolin. Einen Reiterhof für Reitstunden und geführte Pony-Ausritte haben wir bei einer unserer Fahrradtouren übrigens auch entdeckt.

 

Schön ist das Meerwasser-Erlebnisbad, eine Badelandschaft mit Innenbecken, Whirlpools, Sauna, Aussenbecken und einer 70m langen Riesenrutsche, welches auf der Strandpromenade zu finden ist.

Sehr geschätzt haben wir, dass nicht nur wir Erwachsenen, sondern auch die Kinder sich rasch auf der Insel zurecht gefunden und wohl gefühlt haben. Darum und weil die Strassen autofrei und dadurch praktisch gefahrenlos sind, konnten sie sich gut und frei bewegen. Schon am zweiten Tag wollten sie den Weg zum Bäcker alleine bewältigen, um frisches Brot für das Frühstück zu besorgen. Auch der Strand ist übersichtlich und einfach geglidert. So gingen sie oftmals alleine zum daneben gelegenen Spielplatz oder zum Eisstand um die Ecke.

 

Tipp: Es empfiehlt sich das vielfältige Veranstaltungsprogramm bei Reisebeginn zu studieren.

Dem Himmel nah - Erlebnis Leuchtturm

Früher diente er als Wegweiser für Schiffe, heute freuten wir uns darauf, den alten Leuchtturm im Zentrum von Wangerooge von innen - und von ganz oben - besichtigen zu können, eine Möglichkeit, die sich uns bis anhin noch nie geboten hatte.

 

161 Stufen führen im Turm nach oben. Es geht vorbei an der ehemaligen Wachstube des Leuchtturmwärters und zahlreichen Ausstellungsstücken wie einer Lotsenleiter. Im Lampenraum angekommen, gelangen wir auf die Galerie. Der herrliche Ausblick auf die Insel und die umliegende Nordsee bezaubert und lässt uns inne halten.

Wunderbare Aussicht vom Westturm

Der Westturm ist ein 56 Meter hoher, unter Denkmalschutz stehender Turm im Westen der Insel der heute als Jugendherberge genutzt wird. Mit dem Rad machen wir uns auf den Weg. An der Rezeption der Jugendherberge müssen wir uns mit dem Aufstieg noch ein wenig gedulden, es ist jeweils nur drei Personen gleichzeitig erlaubt, den Turm zu besteigen. Wir werden gleich erfahren warum.

 

Wir sind dran. Einmal durch die Eingangstüre, nun hiess es erst einmal um die 160 (bei 140 habe ich mich nicht mehr aufs Zählen sondern aufs atmen konzentrieren müssen) Stufen hinauf, ganz schön anstrengend, aber es lohnt sich unbedingt. Nun passieren wir eine schwere Eisentüre, den Schlüssel dafür haben wir zuvor erhalten, einmal quer durch einen mit Spinnwaben übersehenen Estrich gelaufen - Abenteuer-Feeling inklusive - geht es noch einmal eine steile Holztreppe hinauf. Und dann sind wir oben - im Turmzimmer. Eigentlich passt die Bezeichnung "Zimmerchen" fast besser, mehr als fünf Leute passen hier nicht auf einmal rein. Ein kleines Räumchen mit kleinen Fenstern in alle Richtungen.

 

Wir schliessen die Luke im Dielenboden, nehmen Platz und geniessen die Aussicht über die Insel. Bevor es wieder runter geht, tragen wir unsere Namen stolz im Logbuch ein. Der Aufstieg hat sich gelohnt.

Mein Fazit

Die Weiterreise naht und eigentlich mag ich gar nicht daran denken. Die Woche auf Wangerooge ging viel zu schnell vorbei. Wir wussten nicht, was uns erwarten würde, vorgefunden haben wir ein Stück Himmel auf Erden. Die wunderschöne und unglaublich abwechslungsreiche Natur, das beständige Lüftchen, die satten Farben, das gute Klima, die reine, saubere Luft, das Meer, mit dem Geschnatter der Vögel aufzuwachen, wir werden die Insel vermissen. Man lebt hier irgendwie viel mehr und näher mit der Natur als daheim. Ich bin total überwältigt von der Schönheit dieses idyllischen Ortes.


Für Familien mit kleinen wie auch grösseren Kindern ist die familienfreundliche und so vielseitige Insel sehr zu empfehlen.  Für Gross und Klein wird sehr viel geboten, das Klima ist angenehm und die Natur schlicht atemberaubend, Inselfeeling gibt’s inklusive und ich finde: Meer geht doch irgendwie immer.

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Diese Pressereise erfolgte auf Einladung des Tourismus Wangerooge. Herzlichen Dank dafür und dass wir die Insel frei von Beeinflugssungsversuchen testen durften.