Aquatis: Ausflug ins grösste Süsswasseraquarium Europas

Corinne, Mami von 2 Kindern (7+12): Es ist mir wichtig, dass unsere Familie den Respekt vor der Natur nie verliert, denn sie ist mehr als nur ein Ort, an dem wir uns wohlfühlen. Sie ist eine Welt, die unbedingt geschützt werden muss. Wir geben uns Mühe unsere Kinder im Umgang mit der Natur, beim Einkaufen oder auch im Haushalt zu sensibilisieren.  Im Norden Lausannes entstand vor weniger als zwei Jahren das grösste Süsswasser-Aquarium-Vivarium in Europa. In der Ausstellung dreht sich alles ums Wasser. Aquatis zeigt, wie kostbar dieser Rohstoff ist und auch wie schutzbedürftig. Passt also perfekt zu unserem Thema. Spontan machen wir uns auf den Weg nach Lausanne.


Abtauchen in eine andere Welt.

Als ich einer Freundin vor ein paar Wochen erzählte, dass wir übers Wochenende im Aquatis sein werden, guckte sie mich erstmal mit grossen Augen an. „Aquatis? Was ist denn das? Davon habe ich noch nie gehört. Und das soll bei uns in der Schweiz sein

 

Scheinbar hat sich an vielen Orten in der Schweiz noch nicht herumgesprochen, dass in Lausanne, nur eine Stunde von Zürich entfernt, bereits  im Herbst 2017 das grösste Süsswasseraquarium Europas eröffnet hat.

 

Das Aquatis liegt direkt bei der Autobahnausfahrt Lausanne-Vennes, mit der Metro in weniger als 8 Minuten ab Hauptbahnhof Lausanne gut und bequem erreichbar. 

Ich würd' ja zu gerne erzählen, das ich der totale Tauchprofi bin und die Fotos allesamt auf den Malediven geschossen habe. Leider bin ich aber ziemlich unterwasserUNtauglich, auf den Malediven war ich auch noch nie. Wenn ich keinen Halt mehr unter den Füssen habe oder - noch schlimmer - mich was an den Beinen streift, will ich meist ziemlich schnell aus dem Wasser raus. Ich mag keine Algen, die sich um den Fuss schlingen und die vermeintlicheTierwelt unter mir ist zwar wunderschön aber doch auch ein grosses Mystirium. Als mein Mann vor einigen Jahren dann auch noch von einer hinterhältigen Qualle verbrannt wurde, war es endgültig vorbei zwischen mir und der in meiner Fantasie bereits gut voranschreitender Tauchkarriere.

 

Aber zum Glück gibt es ja Aquatis und die Schönheit der Unterwasserwelt muss uns auch so nicht vorenthalten bleiben.

In der Ausstellung dreht sich alles ums Süsswasser. Aquatis zeigt, wie kostbar dieser Rohstoff ist und wie schutzbedürftig.

 

Auch wird uns während dem Besuch bewusst, dass nicht nur Salzwasser mit all seinen bekannten Bewohnern wie Nemo, Dori dem Doktorfisch, den wunderhübschen Korallenriffen und Co. bunt und hübsch sind, auch Süsswasser ist ganz und gar nicht langweilig. Heimische Fische wie die Trüsche aus dem Genfersee oder der amerikanische Saibling, der sich in unseren Gebirgsseen tummelt, müssen sich wahrlich nicht vor südamerikanischen Kalibern oder afrikanischen Buntbarschen verstecken. Zu Recht wie wir einstimmig feststellen durften: In unseren Seen gibt es Arten in der ­Tiefe, von denen ich zuvor noch nie gehört hatte und die auch sonst kaum jemand zu sehen bekommt.

Eindrüglich ist es zu erfahren, dass Süsswasser gerade mal vier Prozent des gesamten Wasservolumens auf dem Planeten Erde ausmacht, zugleich nährt und ermöglicht es jedoch sämtliches Leben auf dem Land. Aquatis macht uns die Zerbrechlichkeit der Ökosysteme deutlich und wie alles miteinander verbunden ist. Nach dem zwei stündigen Rundgang sind wir für Probleme wie Klimawandel, Gletscherschmelze, Verschmutzung und bedrohte Lebensräume sensibilisiert. Während und auch nach der Ausstellung diskutiere ich viel und angeregt mit den Kindern. Schön zu merken, dass auch sie bereits eine gewisse Sensibilisierung für dieses Thema mitbringen.

 

Wir reisen durch die wichtigsten Süsswasser-Ökosysteme der fünf Kontinente. Der Parcours führt uns von der Quelle der Rhone bis zum Mittelmeer-Delta. Das erste Aquarium ist einem Bergsee nachempfunden, wunderschön inszeniert, in dem Forellen und Saiblinge schwimmen. Auf dem Weg vom Rhonegletscher zum Mittelmeer, der auch am Genfersee-Becken mit Egli und Seeforelle vorbeiführt, erblicken wir auf einmal unter unseren Füssen ein grosses, an uns vorüber gleitendes Schiff. Beim genaueren Hinsehen erkennen wir, dass wir auf einer riesig grossen Spiegelplatten stehen. Das Schiff hängt als Modell weit oben, über unseren Köpfen, an der Decke, der Fluss wird als Video um den Rumpf herum projiziert. Täuschend echt und faszinierend.

Mir gefallen diese gespiegelten Böden, welche die Installationen an der Decke freigeben. Das asiatische Dorf mit seinem Reisfeld ist wunderschön inszeniert. Der erste Blick nach unten erregt Schwindel: In der Tiefe fliegen tausend rosarote Flamingos unter uns hinweg. Auch die Kurzfilme mit Hintergrundinfos zu den Süsswasserlebensräumen sind originell gemacht: Die Experten werden virtuell in die jeweilige Umgebung gestellt, über die sie reden.

Neben den Fischen sind hier auch hundert Reptilien daheim. Frösche, Salamaner, das Westafrikansische Krokodil, die Nashornviper, die erschreckend gut getarnt im Laub am Boden ruht, der australische Inlandtaipan, die giftigste Schlange der Welt und der Komodowaran Naga, die grösste Echse der Welt, die unglaublich viel Anmut ausstrahlt und meine Tochter fasziniert. Fun Fact: Wussted Ihr, dass sich Komodowaran-Weibchen ganz ohne Männchen fortpflanzen können. Praktisch. Auch der süsse Naga wurde durch eine solche Jungfernzeugung geboren.

 

Die Tiere scheinen sich hier sichtlich wohl zu fühlen, sie sind aktiv und leben allesamt in grosszügigen und sehr gepflegten Gehegen.

Gut getarnt, wer findet den Bewohner dieses Aquariums?

Ein grosses Lob geht an de Gestalter von Aquatis: Die gesamte Ausstellung ist spannend und abwechslungsreich inszeniert, die Beleuchtung ist toll, immer wieder gibt es Überraschungseffekte (seid gewarnt vor dem grossen Dinosaurier), den unterirdischen Glastunnel haben wir, weil's so schön ist, gleich mehrmals passiert und wir schätzten, dass den Tieren viel Platz geboten wird und sie rundum gut versorgt scheinen.

Toll sind die vielen auf dem Weg verteilten "Gucklöcher", wer sich wohl dahinter befinden mag? Hier und vor den grossen Glasfronten der Aquarien verbringen wir jeweils viel Zeit.


Bemerkung: Wer gerne fotografiert ist hier genau richtig. Ich war - wie immer - nur mit Handy unterwegs, aber mit Fotoappart und Stativ kann man sich hier "locker-flockig" 24 Stunden lang austoben und die schönsten Fotos schiessen.

Die Ausstellung ist toll, um sie mit Kindern anzuschauen. Es gibt überall viel zu entdecken. Vor jedem Aquarium steigt die Spannung erneut und wir machen uns ein Spiel daraus, wer die Tiere dahinter als erstes entdeckt.

Grosses Kino gibt es dann im Restaurant Le Prianha: Das Essen hat uns nicht restlos überzeugen können, vor allem weil die Preise ziemlich "gesalzen" sind... Trotzdem ist es ein tolles und sehr zu empfehlendes Erlebnis, hier eine Pause einzulegen: Von den Tischen hat man freie Sicht auf das Piranha-Becken. Darauf haben wir uns sehr gefreut, ein spezielles Erlebnis.

Tipp: Sich am besten den Tisch direkt vor dem Aquarium sichern. So ruhig war es bei uns schon lange nicht mehr während einer kompletten Mahlzeit lang.

 

Gut zu Wissen: Es gibt einen kleinen Kinderspielbereich (s. Foto oben) und im Sommer kann man auf der grosse Terasse mit Wasserbecken (die Kids lieben es) speisen.

Gut zu Wissen:

  • Anreise: Das AQUATIS hat eine eigene Metro Station, so gelangt man gut und direkt vor die "Haustüre". Die Fahrzeit ab Bahnhof Lausanne beträgt ca. 8 Minuten. Das Aquarium befindet sich neben der Autobahnausfahrt Lausanne-Vennes. Man parkiert dirdkt unter der Anlage und hat so nur einen kurzen Fussweg zum Eingang.
  • Öffnungszeiten:
    Vom 1. November bis 31. März: 10:00 – 18:00 Uhr
    Vom 1. April bis 31. Oktober: 9:00 – 19:00 Uhr
  • Die Informationstafeln sind auf französisch und in deutscher Sprache verfasst.
  • Das Restaurant Le Piranhas befindet sich im selben Gebäude, jedoch ausserhalb der Ausstellung. Hier kann man sich entweder vor dem Rundgang oder danach eine Pause gönnen. Während der Ausstellung ist es nicht möglich, der Rundgang dauert gute zwei Stunden (wir haben es sehr gemütlich genommen und hatten sogar noch etwas länger), es lohnt sich ein Getränk und allenfalls etwas zum Knabbern für die Kleinen mit rein zu nehmen.
  • Alle Infos über das Aquatis Aquarium: Link...
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Übernachten im Hotel Aquatis:

Ein Tagesausflug nach Lausanne wäre gut mahbar gewesen. Da wir es jedoch gemütlich angehen wollten und im Zusammenhang mit dem Ausflug ins Aquatis auch noch ein bisserl die Stadt Lausanne auskundschaften wollten, haben wir uns entschieden eine Nacht im dazugehörigen, dreisterne Hotel "Aquatis" (Link...) zu übernachten.

 

Eine gute Entscheidung wie sich zeigen sollte. Das Hotel ist neu und wohl in erster Linie für Konferenzgäste und Geschäftsleute gedacht. Während unserem Aufenthalt waren aber auch einige Familien vor Ort und das passt doch auch sehr gut:

 

Die Mädchen fanden sich im Hotel rasch und gut zurecht und konnten sich frei bewegen. Die Mitarbeiter sind allesamt herzlich und engagiert. Es gibt Familienzimmer (für die Kinder lag bei unserer Ankunft sogar ein hübsches Souvenir von Aquatis parat) mit grosszügigem Balkon und Sicht bis zum Genfersee, auf der obersten Etage ein kleines Spielzimmer (welches uns allerdings nicht vom Hocker gehauen hat, illardtisch und Fussballkicker sind generell aber immer eine gute Sache), eine grosszügige, wunderschöne Lobby, ein kleiner, einfach eingerichteter Fitnessbereich mit angrenzender Sauna und ein Restaurant in dem wir sehr gut gegessen haben (Tipp: Unbedingt den Aquatis Burger probieren! Super lecker) und auch das Frühstücksbuffet sehr empfehlen können.

 

Pluspunkt ist hier aber auf jeden Fall die Lage. Innerhalb nur einer Minute erreicht man den Eingangsbereich von Aquatis sowie die Metro, welche uns mehrmals und unkompliziert zum Hauptbahnhof Lausanne chauffiert, übrigens kostenlos ab einer Übernachtung im Hotel. Mögt Ihr Impressionen sehen?

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Wir wurden nach Lausanne eingeladen. Die Annahme setzte voraus, dass wir frei über unsere Eindrücke berichten konnten.



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