Familienabenteuer: Kunstraub

Corinne, Mami von 2 Kindern (7+12): Eigentlich habe ich mich darauf eingestellt, einen gemütlichen Sonntag mit der Familie zu verbringen. Im Piji herumlümmeln, Gesellschaftspiele spielen gefolgt von einem Spaziergang durch den Wald. Pustekuchen. Die Familie hat sich zwischenzeitlich für einen "Escape Room" entschieden. Von Freunden haben sie scheinbar von einer ganz besonders "coolen" Variante erfahren, bestimmt fände auch ich das toll. Na denn...


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Eigentlich habe ich mich darauf eingestellt, einen gemütlichen Sonntag mit der Familie zu verbringen. Den halben Tag im Piji herumlümmeln, ein paar Gesellschaftspiele spielen, gefolgt von einem Spaziergang durch den Wald. Pustekuchen. Die Familie hat sich zwischenzeitlich gegen mich verschworen und sich für einen "Escape Room" entschieden. Von Freunden haben sie scheinbar von einer ganz besonders "coolen" Variante in Zürich gehört, bestimmt fände auch ich das eine ganz tolle Sache. Na denn.

 

Ohne mir die Unwissenheit anmerken zu lassen, surfe ich durchs Internet, da haben wir's auch schon: "Escape Rooms" sind Team-Spiele, bei dem in der Gruppe mit Hilfe von Gegenständen und Hinweisen Rätsel gelöst werden müssen, um aus einem unbekannten Raum zu entkommen". Mhhm. Bei unserer Variante ist nun scheinbar alles umgekehrt. Anstatt auszubrechen, werden wir die Mission beschreiten indem wir in ein Kunstmuseum einbrechen. Umso mehr wertvolle Gegenstände wir in einem vorgegebenem Zeitpunkt ergaunern werden, umso besser. Wir werden also Diebe sein. Ich finde heraus, das Kinder bereits ab 8 Jahren hier mit von der Partie sein können und bin beruhigt, dass auch die Kleine mit darf.

 

So pilgern wir am späten Vormittag durchs Industrieviertel von Zürich-Altstetten gen Abenteuerausflug. Unser Ziel: "Snary Mary Adventures" (Link...). Der Eingang ist durch Zufall nicht zu finden. Das eher kahle und scheinbar mit der Zahnbürste geschrubbte Bürogebäude hat etwas sehr Anonymes. Was uns wohl hinter der schweren Türe erwarten wird?

Drinnen angekommen wird mir langsam aber sicher mulmig. Was wird uns in diesem Raum erwarten? Sicherheitshalber erkundige ich mich ein zweites und dann noch ein drittes Mal (ob ich nerve?), ob wir da drinnen fest erschreckt werden, ob es unheimliche Momente geben wird und was passiert, wenn die Notfalltüre klemmen sollte. Lieber noch mal auf Nummer sicher gehen... So eine richtig beruhigende Antwort bekomme ich nicht, halte mir aber motivierend vor Augen, dass auch unsere Kleine mit rein darf. Das kann - für mich - nur Gutes bedeuten.


Unser Raum heisst "
Kunstraub". Unsere Mission, in ein Kunstmuseum einzubrechen und möglichst viele wertvolle Skulptueren im Wert von Millionen zu erbeuten. Wir sind die Diebe, wow. (Pädagogisch geben wir heut' alles). Museumswärter, Überwachungskameras, Alarmanlagen und sogar die Poliizei werden uns in einer jeden Sekunde auf den Versen sein. Oh weee.


Wir werden gut instruiert, alles wird sehr genau erklärt und wir werden immer "kribbeliger" und können es kaum erwarten endlich zu starten. Wir fragen nach und erfahren, dass ein solcher Raum von der Entwicklung bis zur Fertigstellung etwa ein Jahr in Anspruch nimmt. Ein enormer Aufwand solch ein kleines Kunstmuseum nachzubauen, wahnsinn. Dann werden wir werden mit Walkie Talkie und einem undefinierbaren Gerät ausgerüstet, dass uns allenfalls gute Hilfe leisten wird. Na denn. Eine Stunde haben wir Zeit. Ob wir es schaffen werden mit der Beute zu entkommen?

 

Wir starten in einem Baucontainer, der sich vor dem Museum befindet und unserem Auftraggeber Mister X gehört. Die Tür geht zu und schon geht's los. Die Lichter im Raum gehen aus und ich kann nur hoffen, dass irgendwer uns vermisst melden wird, wenn diese Sache nicht gut ausgehen sollte. Wieso bloss bin ich hier die einzige die gemischte Gefühle hat, die Kinder freuen sich, sind ganz kribbelig, GG bereits mitten im Jadgfieber.

Aus dem Container haben wir's schon mal geschafft. Fragt mich nicht  wie. Mein Stresslevel befand sich in Dauerschleife auf 3000. Erholen geht auch nicht: Jetzt geht es nämlich erst richtig los. Es gilt - bei Nacht und Nebel - ins Museum rein zu kommen. Nun stehen wir also da, vor den grossen Toren des Museums, bloss... wie kommen wir da jetzt rein? Bestimmt gibt es da so einige Gruppen, die diese Hürde ruckizucki hinter sich bringen. (Unsereins gehört da wohl eher nicht dazu).

Auch das Büro des Nachtwächters müssen wir passieren, nur gut befindet er sich gerade auf Patrouille durchs Museum... Aber natürlich könnte er jeden Moment zurück sein. Ich sags euch... unsere Nerven befinden sich zu diesem Zeitpunkt in ziemlich heikler Verfassung.

54 Minuten später geht die Tür mit einem leisen Klicken wieder auf. Kaum zu glauben, aber wir haben es geschafft ohne im Kittchen zu landen. Und das obwohl ich eine Stunde lang mehr oder weniger kopflos durch die Gegend gerannt bin. Wenn sich der Nachtwächter bemerkbar gemacht hat oder die Alarmanlage wieder einmal aufgrund eines unserer Fehler losgeheult hat, habe ich mich jeweils so sehr erschreckt. Kids und Mann waren da um einiges mehr entspannt, aber ich hab da wirklich ein ziemlich straffes Sportprogramm (Adrenalin verbraucht schliesslich Kalorien) absolviert. Ihr müsst euch vostellen: Man stöbert gerade nichts böses ahnend in einer Kommode auf der Suche nach einem wichtigen Schlüssel oder wuselt eilig in der Jackentasche des Wärters herum, da ertönt eine grellende Sirene aus dem Lautsprecher. Richtig dramatisch.

 

Ansonsten haben wir - ich relativiere, vor allem meine blitz-gescheite Familie, Rätsel (ultra-kompliziert wie ich finde) gelöst, die richtige Zahlenkombi entziffert, Schlüssel gesucht um das Schloss in den nächsten Raum aufzumachen... Die Räume bieten ganz verschiedene Rätsel - nicht nur mit Zahlen, sondern auch mit Bildern, Farben oder handwerklicher Art. Die wertvollen Kunstgegenstände waren zusätzlich durch ein raffiniertes Alarmsystem geschützt. Diese galt es einzeln auszutricksen. Toll ist, dass jeder von uns etwas beitragen konnte (Ja, irgendwann auch ich). Oftmals haben wir gewuselt und unsere Taktik ist in Chaos ausgeartet, aber irgendwie, mit vereinten Kräften haben wir das hinbekommen. Auch die Kleine hat so viele wertvolle Tipps und Hinweise einbringen können, ohne die es schwierig gewesen wäre. 

Die Grosse ist wie eine Gazelle zwischen den Laserstrahlen (dieses "Rätsel" ist ganz grosses Kino und Herzstück dieses Events) herumgewirbelt:

GG wiederum konnte sich die leuchtende und immer wieder blitzschnell verschwindende Zahlenkombination am besten auswändig merken, und nur dank der Freundin unserer Grossen haben wir nach langer Grübelei herausgefunden, wie wir den sensiblen Geräuschsensor überlisten, um das super-wertvolles, stark bewachte Bild dahinter zu stehen.

Fazit:

Was für ein toller und für einmal ganz besonderer Familienausflug. Wir haben geschwitzt, geknobelt, schlichen herum, schmiedeten Pläne, flüsterten, sogar verkleiden mussten wir uns.. Und hatten durchwegs einen riesen Spass in diesem tollen, nachgebauten Kunstmuseum mit vielen lieben Details und ausgeklügeltem Alarmsystem. Wir haben so viel gelacht - und gekreischt.

Am Ende waren wir alle ziemlich stolz, dass wir es da heil wieder raus geschafft haben - sogar um einige Batzen reicher, und das alles unter einer Stunde Spielzeit. Immerhin schaffen das "nur" rund 70 Prozent aller Teilnehmer. Ob sie das allen sagen? Egal, wir findens super. Die Räume sind mit unglaublich viel Liebe und Herzblut gestaltet, die Rätsel extrem gut ausgeklügelt. Ein ganz, ganz besonderes Highlight und ganz grosses Kino ist der Raum mit den Laserstrahlen. Bonnie & Clyde hätten uns glatt engagiert.

 

Es ist ein tolles Erlebnis, diese "Rätsel" als Einheit/Familie zu lösen. Die Zeit, auch wenn sie nur so vorbei geflitzt ist, hat uns allen gut getan und wir werden noch lange an dieses aussergewöhnliche Erlebnis zurück denken. Schattenseite: Der Spass ist nicht ganz günstig, aber wenn man nun weiss, wie viel Arbeit, Zeit, Aufwand und Herzblug in solch einem Raum steckt, relativert das vieles und die Eintrittspreise machen Sinn. Kurz und gut: Wir können den "Kunstraub" für Familien wärmstens sehr empfehlen.

Bemerkung: Zu gerne hätte ich euch noch viele, viele mehr Fotos von unserem Abenteuerausflug gezeigt. Aaaber: Ich darf leider nicht, weil ich euch sonst zu viel verraten würde.

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Kontakt
SnaryMary Adventures - Kunstraub

Vulkanstrasse 122, 8048 Zürich

Mail: info@snarymary.ch

Zur Website

 

Bemerkung: Ganz neu feierte im April 2019 an selber Adresse der Escape Room: Der letzte Magier Eröffnung: Wir haben den Raum lediglich von aussen gesehen, aber das war schon ganz grosses Kino. Die Familie, die diesen Raum fast zeitgleich wie wir unseren passiert haben, war restlos begeistert. Hier müssen Kindern mindestens 10 Jahre alt sein, so wissen wir bereits, was wir heute in 3 Jahren unternehmen werden.



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