Auf "Schatzsuche" im Aargau

Corinne, Mami von 2 Kindern (7+12): Unsere Kleine liebt es Steine zu sammeln ... Steine in jeglicher Form und ich wage hier nicht zu berichten, wie viele Gläser - prallgefüllt mit ihren Fundstücken - bei uns herumstehen... Und wehe mir, ich starte den Versuch, einige davon zu beseitigen. Sie merkt es, Verständnis gleich null. Letztes Wochenende hatte ich mir eine ganz besondere Überraschung für meine kleine Sammlerin überlegt. Bepackt mit Schaufel, Pick Nick und Co. machen wir uns auf den Weg zu einem nicht mehr aktiv genutzten Steinbruch.


Steinbruch "Schümel": Ein Paradies für kleine Schatzsucher

Durch Zufall habe ich von diesem Steinbruch in der kleinen Aargauischen Ortschaft Holderbank erfahren. Im Navi geben wir die PLZ ein und erreichen bereits nach kurzer Fahrt unser Ziel. Einen Wegweiser zum Steinbruch sucht man vergebens, aber wenn Ihr euch immer ein bisserl rechts haltet, dann könnt Ihr es eigentlich nicht verfehlen. Bei der Durchfahrt durch das Dorf entdecken wir den Steinbruch in der Weite... Wir fahren so nah heran wie möglich und parkieren in einer Seitenstrasse.
Wie Wanderer bepackt marschieren wir los Richtung Abenteuer. Unterdessen habe ich den Girls verraten wohin die Reise führt: Wir befinden uns auf Schatzsuche, eine Schatzsuche der ganz besonderen Art - wir suchen heute nach Fossilien.

 

Die Kinder sind voller Tatendrang (für einmal ist laufen keine Strafe!). Wir überqueren eine kleine Holzbrücke und befinden uns bereits nach wenigen Minuten - zu meinem grossen Erstaunen - in einem wahren Naturparadies.

Das hatte ich nun wirklich nicht erwartet. Bei der Vorstellung an einen Steinbruch denke ich in erster Linie an Steine, Lehm, Match und wenig Aussicht auf "grün". Man lerne: ich lag komplett falsch!

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ersteckt hinter der letzten Überbauung der Ortschaft und etwas abseits der Strasse liegt ein wahres Naturparadies, welches für Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Rückzugsort darstellt und sogar zum Naturschutzgebiet ernannt wurde.
Der Steinbruch ist vor allem auch bekannt für seinen Fossilreichtum. Hier liegen heute Gesteinsschichten frei, die zwischen 165 und 155 Millionen Jahren in einem seichten Meer abgelagert wurden und im Verlauf der Erdgeschichte schräg gestellt wurden. Ddiese Information hat mich letzlich dazu veranlasst exakt diesen Steinbruch aufzusuchen. Hier haben die Kinder quasi eine 100%ige Chance auf einen kleinen Fund zu stossen. Dieses Glücksgefühl möchte ich ihnen heute so gerne beschehren.

Nach wenigen Marschminuten passieren wir eine schöne Feurstelle mit Aussicht auf das Schloss Wildegg. Wir beschliessen später hier eine Pause einzulegen, aber fürs erste geht's weiter bergauf, so wie sich das für richtige Schatzsucher gehört: Zuerst die Arbeit - dann das Vergnügen.

Es geht leicht bergauf, der Weg ist gut begehbar und nicht anstrengend. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind wir noch keinen anderen Menschen begegnet, im Verlauf des Tages werden wir insgesamt auf drei Familien und auf ein älteres Päärchen mit Hund treffen.
Nach einer Weile befinden wir uns auf einer kleinen Anhöhe und erfahren dank einer Informationstafel so einiges über die
Millionen Jahre alten Gesteinsschichten und die Funktionsweise eines kleinen Ökosystems.

 

Wir beschliessen etwas weiter unten unser Glück zu versuchen und starten kurz darauf mit der Graberei. Wir klettern, graben, buddeln...

Bemerkung: Wir hatten zwei lausige Plastikschaufeln aus dem Sandkasten dabei. Später werden wir von einer Familie erfahren, wie das denn die Profis machen: sie rücken nämlich mit Stahlschaufeln, Spachtel und Meisel ausgerüstet an. Mit unseren kleinen "Schüfelis" geht's zwar auch, aber es scheint doch um einiges anstrengender.

Wir buddeln und buddeln und buddeln und buddeln.... und ich beginne zu zweifeln, ob ich mich auch wirklich korrekt informiert habe und wir uns tatsächlich an der richtigen Stelle befinden. Bis anhin haben wir ausser Geröll und Staub nicht viel entdeckt. Und exakt in diesem Moment passiert es und ER liegt vor uns: ein Stein, der auf den ersten Blick aussieht wie jeder andere, aber beim näheren betrachten entdecken wir den Kristall auf der Rückseite. Wir können unser Glück kaum fassen, wir jubeln, hüpfen herum und freuen uns wie kleine Kinder. Und nun ist der Ehrgeiz geweckt. Wir schaufeln um die Wette und es vergehen nur wenige Minuten bis wir weitere Kristalle in den Händen halten. Einer schöner als der andere. Schaut euch mal dieses Juwel an. Und "in echt" glitzern sie noch tausend Mal schöner als auf dem rasch geknippsten (wir hatten schliesslich keine Zeit zu verlieren, wir mussten weiter arbeiten) Foto. Wunderschön:

Irgendwann macht sich dann doch der Hunger bemerkbar. Wir verspeisen unseren mitgebrachten Proviant auf der PickNick-Decke, lassen das Raclette-Öfeli heiss laufen und spielen Uno. Nicht lange, die Kinder halten es nämlich nur kurz bei uns aus, die Schatzsucherei ruft.

Einmal hier, möchte man so schnell nicht mehr weg. Wir verbringen den gesamten Nechmittag hier. Wir geniessen die wunderbare Ruhe ohne Autolärm und Menschenmassen in schöner Natur. Die Kinder sind glücklich - wir auch.

Ursprünglich waren wir wegen der Fossiliensuche hergekommen. Scheinbar sollen sich hier besonders viele Reste von Seesternen, Muscheln, Belemniten und Seelilien befinden. Diesbezüglich war unser Glück gering: Eine winzig kleine Versteinerung einer Schnecke haben wir entdeckt (ich denke, für diese Funde ist ein guter Meiseln notwendig um etwas tiefer buddeln und hämmern zu können). Ansonsten sind wir aber vor allem mit ein paar stolzen Bergkristallen heim gekehrt die ihresgleichen suchen.

Gut zu Wissen:

  • Einpacken: Gute Schaufel, Meisel oder Spachtel, gutes Schuhwerk, Verpflegung, Sonnencrème, Gefäss für Fundstücke, Kopfbedeckung.
  • Ein Besuch des Steinbruchs lohnt sich besonders nach einem regnerischen Tag, wenn die Fossilien durch den Regen fast von allein freigelegt wurden.
  • Ca. 5 Fahrminuten ab Steinbruch befindet sich das schöne Schloss Wildegg. Eine gute Möglichkeit für eine Rast vor dem Heimweg.
  • Anreise Steinbruch Schümel, Link...


By Caro In Ferienunterkunft I Posted 25. Januar 2019

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