Kindergeburtstag im Kasperlitheater

Corinne, Mami von 2 Kindern (7+11):

Im Januar ist bei uns immer Geburtstags-Marathon angesagt. Nicht nur unsere beiden Töchter, auch der Papi, Grossmami, s'liebe Gotti und das Schwiegermami... alle haben sie ihren grossen Tag. So war ich gefühlt nur noch am Karten schreiben, Geschenke kaufen, basteln, Kuchen backen, gratulieren und Geburtstage feiern. Den Abschluss hat letztes Wochenende unsere Kleinste gemacht. Kindergeburtstage zu feiern ist schön, vor allem weil ich weiss, wie sehr sich die Kinder jeweils auf diesen Tag freuen, trotzdem bringt mich oftmals schon der blosse Gedanke daran ins Schwitzen und den Puls zum rasen. Bei wem ist das auch so?


Kindergeburtstag im Winter, zwölf Kinder auf engstem Raum, der Wetterbericht prophezeit schon Tage zuvor düster-schwarze Aussichten, mit Müh und Not würde ich wohl Platz für acht, irgendwie auch für neun Stühle um den Tisch herum schaffen... Und wie sollen wir einen Nachmittag lange in der Wohnung verbringen ohne enttäuschte und gelangweilte Kinder, ohne Streit, Tränen und Schoggikuchen-Grafitti an der neu gestrichenen Wohnzimmerwand? Die Katze hat bereits gepackt (sie kann sich noch ans letzte Jahre erinnern) und mein Puls, der rast bereits beim Gedanken an alles, was da noch so schief laufen kann - Ich hab's probiert, Yoga hilft nicht.

Umso mehr man darüber nachdenkt und umso besser man sich den Tag für seine Kleinen wünscht, umso komplizierter wird es - die wildesten Phantasien nehmen seinen Lauf. Genau in diesem Moment erhalte ich die rettende Idee - dank eiem daher geflatterten Flyer. Der Tag ist gerettet.

So besammelt sich die süsse Mädchenmanschaft am besagten Tag - ziemlich ausgeglichen und kompletto stressfrei - am Bahnhof, bevor wir eine kurze Zugfahrt nach Dietikon (Zürich) in Angriff nehmen. Im Zug gibts eine Mitmach-Geschichte (Tipp: Im Internet finden sich viele verschiedene Varianten. Unserer Tochter mag am liebsten die Geschichte vom "grimmigen König"), die alle toll finden ("nomoooollllll !!!"), dazu noch ein Stückchen Speckzopf zur mentalen Stärkung. Die Stimmung ist ausgeglichen, alle freuen sich auf die bevorstehende Überraschung, noch weiss nämlich niemand wohin die Reise führt. Ab Bahnhof Dietikon spazieren wir keine fünf Minunten, dann stehen wir auch schon vor dem schmiedeisernen Tor des Theater Potztuusig.

Monika Schmucki hat in der grossen Garage eine kleine Kasperli-Oase geschaffen. Die Kinder realisieren, was sich hinter dem Tor befindet, am Garagentor bestaunen wir Fotos und erfahren, wie das Theaterstück, welches wir gleich zusammen anschauen werden heisst: Tschindarassa Kasper Bumm.


Wer das Theater «Potztuusig» betritt, fühlt sich sogleich in eine andere Welt versetzt: Nostalgische Sofas, orientalische Kissen und rote Vorhänge zieren die hübsche, kleine und wohlig warme Stube. Im Frühling 2012 baute Frau Schmucki den alten Schuppen zu diesem schmucken Puppentheater um. Seither bespielt sie die Bühne mit regelmässig wechselnden Kasperlistücken.

Für die Geburtstagsgesellschaft wurde die vorderste Reihe reserviert, die Kinder nehmen Platz, die Spannung steigt und sie können es kaum abwarten, bis sich der Vorhand endlich öffnet. Meine Kleine sitzt in der Mitte und strahlt, sie ist glücklich, ihre Freundinnen ebenso und mir geht es - darum aber auch weil alles so entschleunigend einfach und entspannt ist -  blendend.


Mit einem grossen Paukenschlag beginnt das Stück. Für 45 Minuten werden wir in den grossartigen Bann von Frau Schmuckis Theaterkünsten verzaubert.

 

Für unser Stück arbeitet Frau Schmucki zusammen mit einem lieben Freund. Sämtliche Figuren sind detailreich und liebevoll gestaltet. Jede trägt ihren ganz eigenen Wesenszug. Sie alle werden in Handarbeit, im Nebenzimmer zum Theater geschaffen. Schon seit dreissig Jahren ist Frau Schmucki als Puppenspielerin unterwegs, seit zwanzig Jahren gar hauptberuflich. Ich bin begeistert, die Kinder lachen, jauchzen, freuen sich und eifern mit. Und ich staune, wie viel Herzlichkeit in diesem Theaterstück steckt. Ich kann nur erahnen, wie viel Aufwand, Energie und Herzblut hier hinein gesteckt wurde.

Im Anschluss ist es dem Geburtstagstrupp gestattet, einen exklusiven Blick hinter die Kulissen zu werfen, ein weiteres Highlight für die Girls.

 

Die Kinder findens grossartig, sie dürfen Fragen stellen und die Puppen anfassen. Krönender Abschluss: Die mutigen Girls dürfen sich abwechslungsweise auf das Nagelbrett setzen, auf dem kurz zuvor noch der mutige "Fakir" seine Kunststücke vorgeführt hat. Sie sind so stolz und ich schiesse Erinnerungsfotos von und für alle.


Bevor wir uns verabschieden erhalten wir gleich noch eine weitere Überraschung. Für das Geburtstagskind gibt es eine Wunderkerze, dazu wird Geige gespielt und "Happy Birthday" angestimmt, alle singen mit. Eine solch schöne Stimmung in so harmonischer Umgebung ist
unbezahlbar schön. Meine Kleine und ihre Fruendinnen so glücklich zu sehen lässt mein "Mamiherz ziemlich laut pöpperln".

Gut gelaunt treten wir die Heimreise an. Zu Hause gibts dann noch den obligatorischen Geburtstagskuchen - der muss schon sein. Zwei Spiele später klingeln die ersten Mamis und Papis an der Türe, um ihre Kinder abzuholen. Viele Umarmungen später schliessen wir die Türe hinter uns und werden vom Anblick einer Wohnung erwartet die "fast" noch ausschaut wie vor Partybeginn, einer glücklichen und ausgeglichener Tochter und zwei Eltern, die (und das gab's zuvor nun wirklich noch nie) keinen Anflug von komatöser Müdigkeit verspühren - ein Kindergeburtstags-Novum wie zuvor noch nie erlebt...
Und so war genügend Zeit, den Tag im Flashbackmodus Revue zu passieren. „Heute vor sieben Jahren“... *Schwärm*.

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Theater Potztuusig
Zürcherstrasse 43,  8953 Dietikon, Website: Link...

 


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