Der Familien-Reise Blog

Corinne, Mami von 2 Kindern (7 und 12): Ich liebe Frankreich, sehr sogar. Aber das ich mich so in die Insel Korsika verlieben würde, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Obwohl, eigentlich ist es kein Wunder. Auf Korsika gibt es alles was ich mag: mediterranes Klima, türkisfarbenes Meer, viel Meer, wunderschöne Strände mit Starfaktor, hübsche Dörfer, brillantes Essen, schönste Naturlandschaften und eine beeindruckende Kulturgeschichte, von der noch heute unzählige Bergdörfer und Kirchen zeugen. Korsika ist damit die perfekte Kulisse für wunderbare, abwechslungsreiche Familienferien, die alle irgendwie glücklich machen. 

 

Korsika  - Das Paradies liegt so nah.

Mon Dieu... Ich bin einfach so, so begeistert von dieser wunderschönen Insel heimgekehrt. Warum und weshalb ich sie gerade für Familienferien wärmstens empfehlen kann, erfahrt Ihr in diesem Reisebericht. Ganz unabhängig davon kann ich zusammenfassend schon vornweg sagen, dass die Korsen unglaublich herzlich und gastfreundlich sind, die Insel extrem sauber und schlicht bezaubernd. Und weil die Insel relativ dünn besiedelt ist (mein Träumhäuschen würde hier ohne Probleme Platz finden), finden sich hier eine grosse Auswahl an wunderschönen Feriendestinationen sowie ursprüngliche, nahezu unberührte Fleckchen Natur. Wer einmal auf der Insel ist, will so schnell nicht wieder weg. Aber von Anfang an:

Vor wenigen Tagen reiste ich also zum ersten Mal – zusammen mit einem kunterbunt zusammen gewürfelten Journalisten-Reisegrüppli - nach Korsika, um den Nordwesten der Insel zu erkunden und zu testen, wie gut es sich dort als Familie „Ferien machen“ lässt. Heim gekommen bin ich mit jeder Menge Highlights und Reisetipps, quasi ein kunterbuntes Potpourri an Optionen für Familienferien auf der „Insel der Schönheit“, wie Korsika oftmals auch genannt wird. Na denn, Here we go:

Flug und Mietauto

Bei unserem Flug von Basel nach Korsika hatten wir unglaubliches Glück: es war schönstes Flugwetter UND ich sass im Flieger auf der richtigen Seite. Der Flug ist super-easy und unkompliziert: Ab Mai gibt es Direktflüge ab Zürich, Basel, Genf und Memmingen. So ist man in etwas mehr als einer Flugstunde bereits am Ziel. Der Anflug ist filmreif und ein echtes Erlebnis: Wir fliegen ziemlich nahe der rechten Talseite – die Passagiere kleben förmlich an den Fenstern, und dann befinden wir uns plötzlich nur noch wenige Meter über Meer. Das Wasser scheint zum greifen nah. Kurz scheint es, als würden wir eine Wasserlandung initiieren – grosses Kino - aber dann setzt der Pilot die Maschine sanft auf – wir sind da. Wir landen in Ajaccio, einem der drei Flughäfen auf Korsika, im Westen der Insel. In weniger als 15 Minuten haben wir unser Gepäck und holen unseren Mietwagen ab. Von Reiseleitern und grossen Reisebussen fehlt jede Spur – sehr angenehm.

 

Kurze Zeit später nehmen wir unser Mietauto entgegen. Die Insel kombiniert Wildheit, Wälder, Berge, Sandstrände, Klippen, alte charmante Dörfer und unglaubliche Aussichten. Mit dem Auto ist es am einfachsten, die Insel vom Norden bis in den Süden zu entdecken. Es wäre einfach zu schade, wenn man aufgrund fehlender Mobilität auf die vielen, fantastischen Orte verzichten müsste. Ein Plus: es gibt keine Autobahn auf Korsika, was alles etwas entspannter angehen lässt.

 

Autovermietungen auf Korsika

An den Flughafen stehen diverse Autovermietungen zur Verfügung. Es lohnt sich auf jeden Fall noch von zu Hause aus zu reservieren. (Tipp: www.billiger-mietwagen.de)

 

Gut zu Wissen:

1.) Die Distanzen an den Flughafen sind sympathisch kurz. Die Autovermietungen in Ajaccio zum Beispiel befinden sich keine 50 Meter vom Haupteingang entfernt. Überhaupt sind die Flughäfen auf Korsika ein Traum mit kleinen Kindern. Alles geht rasch und unkompliziert von statten, die Wartezeiten halten sich dadurch nervenschonend in Grenzen.

2.) Korsika ist sehr gebiergig und es gibt dementsprechend viele Kurven und Höhenmeter zu überwinden. Mit Kindern, denen es rasch schlecht im Auto wird, empfiehlt sich in diesem Falle vielleicht eher die Fahrt mit dem Zug (Infos dazu weiter unten).

 

Was wir in den kommenden Tagen erlebt und gesehen haben, möchte ich euch auf keinen Fall vorenthalten, auf geht's zum kunterbunt zusammen gestellten Korsika-Potpourri:

Tradition Töpferhandwerk
Auf Korsika findet man noch ganz viel Tradition. Handgefertigte Töpferwaren zum Beispiel gehören seit vielen Jahrhunderten zum täglichen Leben der Menschen auf der Insel dazu. Doch der Überlebenskampf für die Töpfer wird immer härter. Nicht nur die industrielle Produktion im eigenen Land, auch Billigprodukte aus dem Ausland, machen es immer schwerer, von diesem traditionellen Handwerk zu leben.

 

Wir besichtigen die kleine, feine Töpferei Céramiste in Patrimonio (lässt sich gut mit einem Besuch des Hafenstädtchen Saint Florent verbinden) und erhalten einen exklusiven Einblick in die kleine „Backstube“. Julien Truchon, der freundliche Inhaber des Betriebs, demonstriert eindrücklich die verschiedenen Schritte, die notwendig sind um eine Platte wie Ihr sie auf dem unteren Foto seht, zu produzieren.

Ton selektieren, auslegen, zuschneiden, anschliessend müssen die zu recht geformten Teile antrocknen, bevor Julien mit geübter Hand den abschliessenden Finish verleiht. Sprich, nachdem die Stücke getrocknet sind, wird die Grundfarbe aufgetragen, bevor sie bemalt werden. Was hier alles einfach klingen mag, verlangt aber eine ruhige Hand und ganz viel Erfahrung. Dann heisst es: ab in den Ofen damit. Inklusive langsames Abkühlen. Damit sich keine Risse bilden, dauert dieser Vorgang gute zwei Tage. Anschliessend wird die Glasur aufgetragen und nochmals gebrannt. Und wieder sind die Produkte für zwei Tage im Ofen.

 

Ich bin tief beeindruck zu erfahren, dass die Produktion einer solchen Schale gute 5 Tage in Anspruch nimmt, die Preise für solch liebevoll hergestellte Handarbeit scheint absolut gerechtfertigt.

 

Anschliessend schauen wir uns im angrenzenden Ladenlokal um, ich stehe für einen Moment einfach nur da und staune. Gleich beim Betreten erwartet uns ein Blick auf die Vielfalt des wunderschönes Angebots: von Tellern, Schüsseln, Weinkühlhaltern, über reich dekorierte Vasen und weiteren Gebrauchsgegenstände aller Art, ist hier alles vorhanden, ein Exemplar schöner als das andere. Es scheint unmöglich mit leeren Händen wieder raus zu kommen. Das wär‘ doch eine Schande.

 

Ein Besuch in einer Töpferei lohnt sich auf jeden Fall auch mit Familie. Meine volle Hochachtung und mein grösster Respekt gilt den Töpfern, die ihr Leben lang, diesen altehrwürdigen Beruf ausüben. Ich finde es wichtig und wertvoll, gerade auch jungen Leuten zu zeigen, wie viel Arbeit und Aufwand hinter solchen Produkten steckt, ihnen die Wertschätzung zu übermitteln, was diese Menschen für ihren Lohn leisten und ihnen auch zeigen zu können, welch wunderschöne Produkte mit viel Fleiss und Übung entstehen können.

 

Für mich steht fest, wenn ich das nächste Mal irgendwo ein Andenken kaufe, werde ich ganz genau hinsehen, ob es auch „vor Ort“ gefertigt wurde. Auch wenn es nur ein kleiner Beitrag ist, vielleicht helfen viele solcher kleinen Gesten, die traditionellen, lokalen Handwerke zu erhalten, die die Gegend über Jahrhunderte geprägt haben und fleissige Leute wie Julien ein klein wenig zu unterstützen.

 

Link: Hier gehts zur Töpferei Céramiste: Link...

Brocciu - Ziegenkäse vom feinsten

„Wer ihn nicht gekostet hat, kennt nicht die Insel“, schrieb der Schriftsteller Émile Bergerat einst über den Nationalkäse der Korsen. Bis heute gehört er zum korsischen Leben einfach dazu.

Anfahrt und Lage

 

Mit dem Flugzeug:

Aufgrund der Nähe, ist Korsika definitiv ein Hotspot für Schweizer. Die Insel wird  vom Korsika-Spezialist Rhomberg Reisen von Zürich und Memmingen angeflogen, in etwas mehr als einer Stunde befindet man sich im Mittelmeer. Wahnsinn, mir war nicht bewusst, dass man so rasch dort sein kann. Viele Touristen sind aber auch mit dem eigenen Auto vor Ort, was Sinn macht, um das hübsche Hinterland zu erkunden.

 

Gut zu Wissen:  Rhomberg kompensiert die CO2-Emissionen der Fluggäste. Ausgewählte Feriendomizile verfügen über Nachhaltigkeits-Zertifikate mit entsprechenden Nachhaltigkeitsleistungen. Bei der Wahl der Feriendesti-nationen liegt der Schwerpunkt bei authentischer Natur, also bei Zielen, bei denen der Erhalt und die Pflege der Umwelt zentrale Rollen spielen. Wir finden: Wenn fliegen, dann so.

 

Mit dem Auto:

Wer mit dem Auto anreisen

möchte, findet sämtliche Informationen zu Fährverbindungen, Zeiten und Preisen unter: corsica-ferries.de

 

Beste Reisezeit

Mai, Juni und September sind die besten Reisemonate, um auf Korsika ein paar Tage zu verbringen. Im Mai ist es allerdings meist noch zu kalt, um im Meer zu baden, auch abends kann es frisch werden und es lohnt sich eine kuschelige Jacke einzupacken.


In den Sommermonaten Juli und August sind auf der Insel – wie fast überall auf der Welt - die grossen Touristenmassen anzutreffen. Das gute an Korsika, es gibt so viele Strände und Buchten, dass mit ein bisschen Glück auch hier noch einsame Sandstrände gefunden werden können. Im Herbst ist das Wasser auf Korsika immer noch wunderbar warm, und baden bestens möglich.


So wohnst Du auf Korsika

Rhomberg Reisen bietet, auf der ganzen Insel, eine grossartige und liebevoll zusammengestellte Auswahl an hübschen Hotels, Villen, Ferienhäusern und -wohnungen.

 

Unser Zuhause war das drei-Sterne Feriendorf Zum Störrischen Esel. Hier haben wir in einem sehr einfachen, aber sauberen Bungalow mit Doppelbett, Kinderbetten, sep. Dusche und einer kleinen Terrasse gelebt. Das Feriendorf verfügt über einen Pool, und ein Restaurant, in dem man ganz wunderbar isst (ganz grosses Kino!). Bei den Kindern ist der grosszügige Spielbereich mit Spielhäusschen, Kletterturm und Co. beliebt, Teenager treffen sich beim Tischfussball, auf dem Volley-Feld oder am Pool. Während der Sommersaison ist die liebevoll geführte Kinderbetreuung (deutsch-sprachig) geöffnete. Hier wird mit den Kindern viel unternommen, gebastelt und gespielt, 2x wöchenltich findet eine Kasperlitheater-Aufführung statt und es wird fleissig für den grossen Auftritt am Ende der Woche geübt. Abends trifft man sich in der Taverne auf ein Pietra, wer will, geniesst den Unterhaltungsabend mit Zaubershow und sonstigen Darbietungen.

Für aktive Travellers, die Ferien ohne grossen Luxus und „SchiSchi“ suchen, empfiehlt sich das Feriendorf Zum Störrischen Esel, welches optimaler Ausgangspunkt für jede Menge Ausflüge in der Umgebung und Aktivurlaub ist.

 

Es liegt nur wenige Meter vom Sandstrand und dem Hafenstädtchen Calvi entfernt und bietet ein Programm, das seinesgleichen sucht. Wunderbar erholen kann man nach einer Bergwanderung oder Fahrradtour nachmittags im Meer (in Gehdistanz).


Noch mehr tolle Ferienlocations

Auf der Website von Rhomberg Reisen von findest Du viele, viele Übernachtungsangebote mehr. Von kleinen, feinen Hotels, über Ferienwohnungen und Häuser sind tolle Schnäppchen dabei. Ich habe mich mal durch das Angebot gescrollt und mich auf Anhieb in die 4-Sternen-Ferienwohnungen Les Terrasses des Rondinares, inklusive Pool, verliebt. DIESE Aussicht, schaut mal:

Link..

Oder schaut euch mal die Ferienwohnung Codaleone an: Link... Mon Dieu. Diese Website ist schlimmer als Online-Shopping durch hübsche Kinderkleider-Boutiquen. Schaut euch mal DIENSEN Pool an:


Man kommt bei einem Besuch auf Korsika einfach nicht drum herum den feinen, berühmtestens korsischen Käse, den Brocciu, einen Ziger ähnlichen Käse, zu probieren. Den Ziegenkäse gibt es in zwei Varianten: als milder Frischkäse, der höchstens 21 Tage alt sein darf – und als pikanter, würziger Brocciu passu, der mehrere Monate lang gereift ist. Herrliche schmeckt er auch als Dessert (die Korsen lieben ihn mit Zucker – ganz viel Zucker – und Schnaps. Kann man machen... Ich persönlich bevorzuge die Variante mit Feigensenf, himmlisch).

 

Ich hatte die Möglichkeit, eine einheimische Ziegenbauernfamilie zu besuchen und zu erleben, wie der Käse hergestellt und verarbeitet wird. Jean-Christophe und seine Frau führen die Käserei mit ganz viel Herzblut und Leidenschaft. Sie berichten von Ihrem Alltag auf der Farm - irgendwo im nirgendwo. Hier gibt es - soweit das Auge reicht - keine weiteren Häuser, dafür aber ganz viele Ziegen und Natur pur.

 

Für dieses Leben hat Jean-Christoph seinen gut bezahlten Job in der Bank an den Nagel gehängt, heute sagt er: "Es war die beste Entscheidung meines Lebens, ich bin frei wie ein Vogel und mache den schönsten Job der Welt! Es sei denn, du schläfst gerne! " Jean-Christophe ist ein grosser Enthusiast, der ganz viel Lebensfreude und Herzlichkeit ausstrahlt.

 

Jeden Tag werden aus der Milch der insgesamt 350 Ziegen kleine, längliche Blöcke geformt. Diese werden nun fünf Monate lang in geschlossenen Holzkästen gereift, alle zwei Woche mit Salzlake gewaschen.

Ein enormer Aufwand aber die Arbeit zahlt sich aus: Wir werden zum Degustieren eingeladen. Bis anhin stellte ich mir Ziegenkäse (ich habe – man darf es kaum sagen – noch nie welchen probiert – immer geglaubt, dass Ziegenkäse stark riecht), aaaber: der Käse schmeckt einfach himmlisch, und ja er riecht: aber sooo, so gut. Grossartig. Vielleicht auch, oder gerade deshalb, weil nebst natürlichsten Zutaten auch jede Menge Liebe von glücklichen Ziegen und liebevolle Handarbeit darin steckt.

 

Mein Tipp: Nebst dem Brocciu, hat es mir auch der Brin d’Amour (Strohalm der Liebe. Nur schon für diese Bedeutung hat der Käse von mir Pluspunkte erhalten), ein Rohmilchkäse aus Schafsmilch, angetan… Der Käse allein ist die Reise wert, behaupte ich.

 

Eselreiten auf Korsika

Eselreiten gilt auf der korsischen Insel – so lasse ich mir sagen - als DAS ERLEBNIS! Ich liebe Esel, sie zählen zu meinen absoluten Lieblingstieren. Und hat das nichts damit zu tun – obwohl mein Mann exakt an dieser Stelle sein Veto geltend machen wird - dass mein Charakter und jener dieser Tiere auch nur annähernd ähnlich vergleichbar wären. Auf keinen Fall. Natürlich nicht. Störrisch und stur? Ich! Niiiiiiemals.

Ich mache mir vor unserem Ritt doch etwas Sorgen um die Tiere. Das sie wunderbar gehalten werden, ein grenzenlos grosses, wunderschönes Gelände in freier Natur als ihr Eigen nennen dürfen und sehr gepflegt und gut genährt sind steht ausser Diskussion. Aber ich bin unsicher, wie sie mit dem Gewicht von uns Reitern klar kommen werden. Ich habe mich im Vorfeld informiert und erfahren, dass Tierschützer das Eselreiten bis zu einer Gewichtsgrenze von maximal 100 Kilogramm gut heissen. Auch die Betreiber des Eselhofs bei Santa Reperata bestehen darauf, dass diese Grenze bei ihren Gästen niemals überschritten wird: „Wer mehr als 100 Kilogramm wiegt, darf sich nicht auf den Rücken meiner Tiere setzen, das Wohl der Tiere hat oberste Priorität." So der Inhaber. "Bei längeren Ausritten werden genügend Pausen eingelegt, steile Aufgänge werden wo immer möglich gemieden um die Tiere zu schonen.“. Sehr gut. Die Farm ist mir sogleich noch sympathischer als zuvor und ich freue mich (ja, ich darf mit!) auf den Ausritt.

 

Nun gilt es unsere jeweiligen Esel kennen zu lernen (sie geniessen die Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten sichtlich. Süss sind sie) und zu satteln. I proudly present: Charlie. Wir beide werden heute noch so einiges zusammen erleben:

Wir werden mit Helm ausgestattet und bekommen eine kurze Einführung in die entsprechende Kommandos, mit denen die Tiere zum stehen oder zum loslaufen gebracht werden. Gut hinhören, nur nichts vergessen oder gar verwechseln – oh we, am liebsten hätte ich mein Notizblöckli gezuckt. Und dann geht es los.

 

"Gwagglig" ist es. Und hoch. Viel höher als ich mir das von unten vorgestellt hatte. Anfangs halte ich mich so fest, dass meine Fingerknöchel weiss anlaufen, aber bald legt sich die Nervosität und ich beginne den Ausritt immer mehr zu geniessen. Sogar von der Landschaft bekomme ich etwas mit. Es ist ein unglaublich schönes Gefühl durch hohe Wiesen – einmal quer durch schönste Landschaften Korsikas - zu reiten. Ab und an muss ich den Kopf einziehen, wenn der Weg unter Bäumen und dichten Sträuchern hindurch führt. Toll. Ich träume mich gerade durch die Prärie, weisses Kleid, wehende Haare, ich und mein Esel alleine auf weiter Flur.

 

Just in diesem Moment passiert das hier: Charlie rammt die Vorderhufe in den Boden. Stillstand. Wir probieren die ganze Trickkiste aus. Streicheln, lieb zureden, etwas bestimmter zureden, am Zügel ziehen, am Ende probiert es ein lieber Kollege sogar mit stossen und ziehen. Kein Wank. Echt jetzt? Esel sind störrisch, das war mir wohl bekannt. Aber so störrisch? Irgendwann erbarmt sich Charlie und es geht doch weiter. Drei Schritte, dann beginnt das Prozedere wieder von vorne... Aber was soll ich sagen: Warum eilen, wenn es auch mit Weile geht.

 

Unser Begleiter erklärt uns viel Wissenswertes über diese liebevollen Tiere. Beispielsweise, dass Esel nur drei Stunden pro Nacht schlafen und meist im leichten Schlaf vor sich hindösen. Nur für eine ganz kurze Tiefschlafphase legen sich die Tiere überhaupt hin. Ich liebe es zu schlafen, schätze jede Minute davon. Es kristallisiert sich immer mehr heraus: Charlie und ich sind wohl doch sehr unterschiedlich.

 

Wir haben uns heute nur für eine ganz kleine „Runde“ entschieden. So kehren wir nach einer halben Stunde zum Ausgangspunkt zurück und freuen uns auf einen guten Kaffee. Absteigen geht besser als gedacht, meine Welt fühlt sich für eine Weile noch etwas „wagglig“ an, fast ein bisserl wie nach einer Schiffstour. Die Esel werden frei gelassen, die Tiere haben für heute genug geleistet.

 

Bemerkung: Zeitlich sind die Eselbetreiber flexibel und richten sich nach den Wünschen der Gäste. Die Länger der Tour kann mitbestimmt werden, auch mehrtägige Touren sind gut möglich. Tipp: Sonnencreme und Sonnehut mitnehmen (evtl. hilft auch ein Rüebli?).

 

Mein Fazit zur Eselfarm: Was für eine unglaublich tolle Erfahrung und gleichzeitig eines meiner absoluten Highlights auf Korsika. Noch lange werde ich an dieses Erlebnis zurück denken. Es hat so viel Freude gemacht und es war einfach nur wunderschön, diese gelassenen, zutraulichen Tiere so nah zu erleben. Ich kann Familien mit Kindern diese Eselfarm wärmstens empfehlen, ein wunderbares Erlebnis.

 

Gut zu Wissen: Gäste, der Ferienanlage „Zum Störrischen Esel“, haben die Möglichkeit, einen geführten Ausflug auf die Eselfarm zu unternehmen. Auch für Kinder ist die Tour bestens geeignet. Helme können vor Ort - kostenlos - bezogen werden.

Bergdörfer mit ganz viel Charme

Im Landesinneren finden sich noch viele urige, wunderhübsche Bergdörfer, die sich seit Generationen kaum verändert haben. Das Leben zwischen den alten Steinhäusern geht hier deutlich langsamer von statten, oftmals hat man den Eindruck, die Zeit sei stehengeblieben. Ich mag es, durch die engen Gassen zu spazieren, je nach Dorf Handwerke der Einheimischen zu bestaunen und reizende Kirchen zu besichtigen.  Olivenbäume, Salbei und zahlreiche Kräuter begleiten mich auf dem Weg durch die Berge. Die Ausblicke von den Pässen sind atemberaubend. Immer wieder halten wir um innezuhalten und zu staunen.

 

Auch mit Kindern lässt sich so ein Tag wunderbar verbringen, ein bisschen „Dörfer-gucken“, verbunden mit einem anschliessenden Stopp an einem Fluss oder an einem der schönen Strände – ein perfekter Tag, an dem alle auf ihre Kosten kommen. PS: Solche "Deals" funktionieren bei unseren Girls im übrigen meist sehr gut. Beim Frühstück wird besprochen, wie der Plan für den Tag ausschauen könnte, für jeden soll etwas dabei sein, und sie haben schnell gelernt, dass uns ihre Ansprüche sehr wichtig sind, aber auch die von uns sollen ein Plätzchen haben. Wie sagt man doch so schön: Sharing is caring.

In der Stadt Corte kommen auch kleine Burgliebhaber auf ihre Kosten, mächtig thront sie über der Stadt. Kurze (ich versuch’s) Abschweifung in die Geschichte: Während der kurzen Unabhängigkeit Korsikas in den Jahren 1755 bis 1769 war Corte Inselhauptstadt. Der Freiheitskämpfer Pasquale Paoli hatte sie dazu gemacht. Paoli war seiner Zeit weit voraus. Er führte eine demokratische Verfassung mit Gewaltenteilung ein. Auch die Gründung der bis heute einzigen Universität Korsikas in Corte geht auf ihn zurück. Zwar ist Napoleon der bekannteste Korse, für die meisten Korsen ist jedoch Paoli bis heute der bedeutendere von beiden. Ihr werdet immer wieder auf Plätze, Strassen und Gebäude treffen, die seinen Namen tragen. 1769 scheiterte das korsische Unabhängigkeitsstreben vorläufig in der Schlacht von Ponte Novu. Die Stadt selbst jedoch ist bis heute ein Symbol des Kampfes der Korsen für Selbstbestimmung geblieben. Da Corte im Landesinneren liegt und nicht an der Küste, lassen viele Touristen, die Stadt links liegen. Schade eigentlich, denn wer von der Zitadelle abwärts Richtung Zentrum läuft, kommt an vielen hübschen Cafés, Läden und Studentenkneipen vorbei.

Meine Tipps für Corte: Parkieren kann man gut und kostenlos oberhalb der Stadt, bei der Zitadelle... Man sollte es sich nicht nehmen lassen einen Café oder „un verre de Rosé“ auf dem Hauptplatz zu geniessen. Den Gemischtwarenladen in der Rue Vieux Marché Nummer 9 gibt es angeblich bereits seit 1800, laut Inhaber Jean-Marie Chionga sei er das älteste Lebensmittelgeschäft Europas. Eine gute Möglichkeit um sich hier mit regionalen Produkten einzudecken: Kastanienhonig, Feigensenf (so, so gut), Olivenöl (ausgezeichnet gut), Ziegenkäse, Wein und Likör.

 

Montticello, Belgodère, Feliceto, Sant' Antonino und Pigna

Noch mehr Stopps lohnen sich in Monticello, Belgodère, Feliceto, dem Künsterdörfchen Pigna und en ganz besonderer Höhepunkt ist der Besuch des entzückenden kleinen Bergdorfes Sant’Antonino. Es hat gerade mal 80 Einwohner, gilt jedoch als eines der schönsten Dörfer Frankreichs – und das nicht grundlos wie ich meine. Tipp: Mit dem Auto ist durch die Gassen von Sant’Antonino kein Durchkommen. Es gibt jedoch einen gebührenpflichtigen Parkplatz (2 Euro) etwas ausserhalb der Wehrmauer an der Eglise de l’Annonciation et la Confrérie.

 

Montemaggiore

„Macho Macho kannst net lernen. Macho Macho muss man sein…“. In Montemaggiore, dieses Dörfchen befindet sich, wie der Name schon vermuten lässt, auf einem grossen Hügel. Hier steht auch das Haus, in dem einst der berühmteste Macho der Welt - Don Juan - sein Umtreiben getrieben haben soll (mit der Pfarrerstochter – eieiei). Gleichzeitig sollen in dieser Gegen auch die mitunter besten Oliven der Welt wachsen.

Nicht verpassen: Wenn in Monemaggiore sollte man sich auf keinen Fall den herrlichen Ausblick auf den Golf von Calvi und die benachbarten Dörfer entgehen lassen. Die beste Sicht gibt es von der Terrasse der barocken Kirche aus.

 

Lumio

Das historische Örtchen Lumio (= Licht) ist Geburtsort der hübschen Schauspielerin Laetitia Casta. Hier wurde sie mit 15 Jahren an einem Strand entdeckt. Die Touristen rätseln fortan, welches denn das Geburtshaus gewesen sein könnte. Ich habe meine Wahl getroffen, bestimmt war es das kleine, schmale mit den hübschen blauen Fensterläden (man kann es nicht verfehlen). Das Dorf ist nachts jeweils wunderhübsch beleuchtet, aus der Ferne (Calvi) bietet sich eine wunderbare Leuchtkulisse.

Und wenn Ihr schon mal in Lumio hier seid, gibt's hier gleich noch ein "Must go um's-Eck" von mir dazu: Der Strand Arinella liegt bei Lumio in einer malerischen Bucht zwischen grossen Felsen,er eignet sich perfekt für Familien mit Kindern. Neben der kleinen Sandbucht liegen auf dem Weg Richtung des verfallenen Genueserturms weitere kleine Buchten mit grobem Sand und ruhigem, flach abfallendem Wasser.

 

Tipps für Ausflüge in die Bergdörfer: Für einen Ausflug in die Bergdörfer der Balagne wird auf jeden Fall ein eigenes Auto oder ein Mietwagen benötigt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind die Dörfer nur schwer oder gar nicht erreichbar. Es empfiehlt sich mindestens einen Tag, besser aber zwei Tage einzuplanen um die hübschen Dörfer zu erkunden und die Aussichtspunkte unterwegs geniessen zu können.

Auch diese Hafenstädtchen sind einen Besuch Wert:

Calvi

Calvi ist für mich persönlich das schönste Städtchen an der Küste. Calvi ist der Hauptort der westlichen Balagne und zählt den beliebtesten Touristenzielen der Insel. Lass Dich einfach durch das 5550-Seelen-Städtchen treiben und entdecke die kleinen verwinkelten Gassen. Hier gibt es nebst schönen Boutiquen, netten Lokalen und korsischen Spezialitäten (luftgetrocknete Würste und Schinken, Schafskäse, Oliven, Wein, aber auch Seifen und Korkartikel, die sich gut als Souvenir eignen) wirklich hinter jeder Ecke hübsches zu entdecken.  Auch der Hafen von Calvi ist wunderhübsch. Es lohnt einen Kaffee auf dem Quay Landry zu genehmigen und die prunkvollen Yachten und traditionellen Fischerboote zu beobachten, die im Hafen ankommen.

 

Die Oberstadt Calvis wird vom Gouverneurspalast und der Zitadelle dominiert und lädt zu einem Spaziergang in längst vergangene Zeiten ein. Der Ausblick auf die Unterstadt und die Küste von Oben ist grandios. Für einen kleinen Snack zwischendurch kann ich Dir das wunderbare Geschäft von „chez Annie“ wärmstens empfehlen. Wo Du es findest? Du wirst es riechen. Mmmmhh.

 

Ajaccio

Ajaccio ist die Hauptstadt und die Geburtsstadt von Napoléon Bonaparte, mit einer alten Zitadelle und einem grossen Fährhafen. Während unserem Besuch ist es ruhig in den Gassen, nur ein paar Menschen sitzen in den Cafés am Place Foch. Eine niedliche Bäckerei hat geöffnet, mit vielen gemeinen cremegefüllten Kunstwerken aus Zucker und Schokolade. Ajaccio ist nicht durchgehend hübsch, aber es gibt schöne Ecken. Die Gegend um die Zitadelle zum Beispiel. Die Gassen am alten Hafen. Den schmalen, aber sehr feinen Stadtstrand, an dem wir unsere Füsse im Mittelmeer baden.

 

Saint Florent - Das St. Tropez von Korsika

Ganz besonders gut gefällt mir die Stadt Saint Florent im Norden der Insel, es gilt als das korsische Saint-Tropez – und das zu Recht, wer hier an der Hafenpromenade Quai d’Honneur entlang schlendert, kann elegante Segelboote und mondäne Luxusyachten in der Grösse von Mehrfamilienhäusern bestaunen. Ich liebe es hier zu sitzen und für eine Weile den Jet-Set mit riesigen Sonnenbrillen und tief in die Stirn gezogenen Hüten zu beobachten, der hier an der Promenade entlang spazieren. Ein bisserl wie im Kino, nur besser.

Doch das ist nur die eine Seite von Saint-Florent: Das Hafenstädtchen befindet sich in einer der schönsten Buchten des Mittelmeers und punktet mit mediterranem Charme. Neben der Zitadelle aus dem 15. Jahrhundert ist auch der Rest der Altstadt mit ihren kleinen, verwinkelten Gassen sehr sehenswert. Ausserdem lohnt ein Spaziergang entlang der Hafenpromenade Quai d’Honneur. Hier finden sich viele hübsche Restaurants, Cafés und kleine Boutiquen die zum Shoppen einladen. Der schöne Strand Plage de La Roya ist zu Fuss über einen Steg direkt von der Stadt erreichbar.

 

Mein Restaurant-Tipp: Wer in Saint Florent unterwegs ist, sollte unbedingt eine Mittagspause im Restaurant Hotel La Roya einplanen. Hier lässt es sich mit VIP-Blick auf die wunderhübsche Stadt und das türkis schimmernde Meer herrlich entspannen. Wellenrauschen inklusive. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal an einer solch fantastischen Lage gesessen bin. Das Essen ist eher hochpreisig und exquisit. Für Kinder wird aber gut gesorgt. Nach dem Essen kann man einen gemütlichen Nachmittag am Sandstrand, nur wenige Meter entfernt, verbringen. Schaut euch mal diese Lage an:, näher am Meer geht fast nicht:

Weinberge

Apropos Weinberg (wir befinden uns hier ja schliesslich auf einer Familienplattform…). Die Franzosen lieben den korsischen Wein. Und wenn es jemand wissen muss, dann wohl sie.

 

Der Weinanbau hat auf Korsika eine wichtige Tradition. Korsika ist die drittgrösste Weininsel im Mittelmeer, direkt nach Sardinien und Sizilien. Auf der Insel gibt es mehr als 30 Rebsorten, davon drei besonders bedeutende, welche als Grundlage der Qualitätsstufen Korsikas gelten. Das Korsika mit2750 Stunden im Jahr den Sonnenscheinrekord Frankreichs hält, kommt den Reben ebenso zu gute.

Ihr werdet auf der Insel viele Betriebe entdecken, die Weindegustationen anbieten. Ich fand während meinem Aufenthalt leider keine Gelegenheit eine zu besuchen (habe mich aber sonst wann immer möglich durch die Auswahl in Restaurants geschnuppert). Für Weinliebhaber dürfte es jedoch äusserst spannend sein zu erfahren, mit welch einfachen Mitteln die Bewohner früher Wein produziert haben, und natürlich – verschiedenste Sorten zu probieren. Ein tolles Souvenir.

 

Tipp: Mir ist zu Ohren gekommen, dass der der rote Sciaccarellu (der auf dem Granit des Westens gedeiht) besonders gut schmecken soll. Ich kann mich nur wiederholen: Kostet diese Weine. Zum Apéro müsst Ihr unbedingt einmal den Myrtenschnaps probieren. Für mich eine bis vor kurzem noch völlig unbekannte Köstlichkeit. Ein Pietra, das Nationalgetränk auf Korsika (ein Bier, das mit Kastanienmehl hergestellt wird) schmeckt übrigens auch zu fast jeder Tageszeit und überhaupt... Zum feinen französischen Baguette schmeckt doch einfach alles gut. Santé.

Meine Welt sind die Bergeeeee

Die Berge in Korsika sind etwas Besonderes, nicht umsonst wird Korsika auch das „Gebirge im Meer“ genannt. Ich habe mir die Insel vor meiner Reise so viel flacher, wenig grün und viel, viel kleiner als sie tatsächlich ist vorgestellt. So viele Irrtümer auf einmal, es hat aber auch Vorteile so falsch zu liegen. Die Insel hat so nämlich alles, was ich mir für Ferien mit der Familie wünsche: Berge, Flüsse zum Baden, weisse, wunderschöne und flachabfallende Strände, köstliche Weine, höfliche Korsen und nach der der Lektüre von „Asterix auf Korsika“ fühlt man sich auf der Insel schon fast wie daheim. Aber ich schweife ab, ich wollte schliesslich von den Bergen berichten.

 

Insgesamt gibt es 70 Berge über 2000 Meter auf Korsika. Alle Achtung, da staunen sogar die Schweizer. Der Monte Cinto ist der höchste unter ihnen und wartet mit stolzen 2706 Metern auf. Sogar ein bisschen Heimatgefühl lässt sich hier finden: Die Paglia Orba ist aufgrund seiner charakteristischen Silhouette auch als das „Matterhorn“ Korsikas bekannt.

Fernwanderweg GR 20

Toll find ich auch, dass man von quasi allen Bergen im Nordwesten im „nullkommanix“ am Strand – oder im Fluss – zum Baden ist. Der berühmt-berüchtigte Fernwanderweg GR 20, der zu den schwierigsten Wanderwegen Europas zählt, startet ebenfalls auf der Insel, in Vizzavona. Der kleine Ort, der genaugenommen nur aus dem Bahnhof und einem Dutzend Häusern besteht, zählt jedoch, dank diesem Wanderweg zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten der Insel. Viele Bergsteiger, die nur ein paar Etappen auf dem GR 20 wandern wollen, beginnen oder beenden ihre Tour hier.

Botanische Garten von Avapessa

Die Balagne trägt den Übernamen „Garten Korsikas“. Hier wachsen zwischen den in der Landschaft verstreuten, kleinen Dörfern Oliven, Orangen, Clementinen, Feigen, Mandeln, Trauben und Kastanien. Die Landwirtschaft ist hier nach wie vor einer der wichtigsten Einkommensquellen. Wer einen ganz besonderen Einblick, was alles auf Korsika gedeihen kann, erhaschen möchte, dem bietet sich die Gelegenheit bei einem Besuch den Obstgarten Le jardin fruitier d'Avapessa, Einblicke zu erhalten.

 

Mehr als 40 Gattungen von essbaren Früchten präsentiert der 3 ha grosse Obstgarten von Avapessa. Er befindet sich zwischen Sant‘ Antonino und Filicetto im Reginotal der Balagne. Der leidenschaftliche Pflanzenliebhaber Robert Kran hat sich vor bald 30 Jahren auf diesem Stück Land niedergelassen und züchtet hier mit ganz viel Leidenschaft und nachhaltigem Verstand eine grosse Varietät von Obstsorten aus allen Teilen der Welt, die im mediterranen Klima gedeihen. Der charismatische Elsässer legt Wert auf traditionelle Weisen der Kultivierung ohne Maschinen, Düngemittel oder Pestizide und lässt die Pflanzen wachsen, wie es ihnen gefällt. Wusstet Ihr, dass ein Baum durch jeden Schnitt 5 bis 7 Jahre weniger alt wird? 


Seine Motivation war die Lust auf frisches Obst das ganze Jahr lang. Am besten schmecken ihm die Früchte direkt vom Baum (mir auch!) und so schuf er einen Garten in dem er zu jeder Saison ernten kann – Zitrusfrüchte im Winter und Frühling, Kirschen und Aprikosen im Sommer, Feigen, Kaki und Äpfel im Herbst… Unter anderem gibt es 40 verschiedene Kaki-Arten auf dem Gelände– mal mit Kernen, mal ohne, mal gross, mal klein – alle haben sie eines gemeinsam: sie sind wunderbar schmackhaft.

 

Neben den zahlreichen Obst- und Mandelbäumen, Enten (ihre Leibspeise sind Nacktschnecken), zwei Schweinen, einem Fischteich und den Insektenhotels, fehlt natürlich auch ein Gemüsegarten auf seinem grossen Grundstück nicht. Er hat mit ein bisschen Glück und ganz viel Kenntnis eine Pflanze geschaffen, die er nun Ratatouille-Baum nennt. Was es damit auf sich hat, fragt ihn am besten selbst. Übrigens gibt es für Besucher auch immer etwas zu probieren, denn wann kommt man schon mal in den Genuss frische Kumquats, Aprikosen, Aroniaberren, Feigen oder Kakis direkt vom Baum zu essen? "Ebe".

 

Ich erfahre während unserem Besuch viel. Zum Beispiel, dass schwarze und grüne Oliven keine unterschiedlichen Sorten sind. Die schwarzen Oliven sind schlichtweg länger gereift. Habt ihr das gewusst?

Robert Kran hat viele Anekdoten und Geschichten auf Lager und während wir auf frischem Mönchspfefferkörner herum kauen (sehr lecker) und an frisch gepflücktem Absinth riechen, erzählt er von der (witzigen) Wortherkunft. Ich hätte ihm gerne noch viel, viel länger zugehört.

Mein Resümée: Dieser Garten ist etwas ganz Besonderes und es ist ein leichtes, sich stundenlang dort aufzuhalten. Ich finde es wichtig, den Respekt vor der Natur nie zu verlieren, denn sie ist mehr als nur ein Ort, an dem wir uns wohlfühlen. Sie ist eine Welt, die unbedingt geschützt werden muss. Umso wichtiger ist es, auch Kindern im Umgang mit der Natur zu sensibilisieren. Darum: Ein wunderschöner, lehrreicher Ausflug für die ganze Familie.

 

Führungen für die ganze Familie: Robert Kran – er spricht übrigens fliessend deutsch - gibt unterhaltsame und wissenswerte Führungen – einmal quer durch seinen wunderbaren Garten. Erwachsene zahlen 10 Euro, Kinder unter 12 Jahren sind gratis.

 

Unterwegs mit dem Panoramazug

Eine Reise mit dem Train du Sable ist quasi ein Muss und ich kann eine Fahrt mit der Familie wärmstens empfehlen, sie ist wunderschön. Während der Fahrt ziehen so viele Facetten der korsischen Landschaft an einem vorüber: türkisblaues Meer und sichelförmige Buchten mit fast weissem Sand, Häfen, in denen Luxusjachten dümpeln, weite Ebenen, die von duftender Macchia bedeckt sind, sowie schattige Wälder und schroffe Berge im Landesinneren.

So erreicht man wunderhübsche Plätzchen, die mit Auto nur schwer erreichbar sind oder von denen man gar nicht erst weiss, problemlos mit dem Zug. Auch wunderschöne Strände sind mit der Eisenbahn problemlos anvisierbar, das Auto kann so auch gut mal einen Tag stehen gelassen werden. Die Bimmelbahn ist nicht besonders schnell, aber dafür gibt es die Romantik längst vergangener Zeiten gratis dazu.

 

 

Strände auf Korsika

Ihr denkt bestimmt: "Endlich. Jetzt musste ich mich durch den ganzen Artikel wuseln, um zu diesem Abschnit zu kommen." Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Punkt bei dem Entscheid wo die nächsten Familienferien hinführen, wichtig und entscheidend sein kann.

Ich kann an dieser Stelle nur sagen: Warum auf die Malediven? Schönste Strandidylle liegt viel näher, als man denkt: Wilde Klippen, Weisser, puderzuckerfeiner Sandstrand, versteckte Buchten, kristallklares, türkisfarbenes Wasser… die Strände auf Korsika können es meiner Meinung nach locker-flockig mit denjenigen am Indischen Ozean aufnehmen. Als ich am Stranaddabschnitt von Ostriconi stand fiel mir nur ein Wort ein: magisch. Und wer bereit ist, einige Minuten zu wandern, findet sogar im Hochsommer traumhafte Buchten für sich allein.

 

Besonders toll für Familien: Die meisten Strände ermöglichen einen angenehmen Einstieg ins Wasser,  da sie überwiegend flach abfallend und puderzuckerweich sind. Teenagern wird es ebenfalls bestens gefallen. Das Angebot an Wassersportarten ist enorm vielfältig: Schnorcheln, Kajak fahren, Segeln, Wasserski fahren und Tauchen stehen hier ganz hoch im Kurs. Find ich super: Auf Korsika gibt es keine Privatstrände, alle sind sie frei nutzbar. Das verhindert, die Besiedelung und Absperrung schöner Strandabschnitte durch Hotelanlagen.

 

And the Winner ist - als die schönsten Strände der Insel gelten:

Ostriconi: Diese beeindruckende Bucht liegt im Norden Korsikas und direkt am Rande der Désert des Agriates, einem einsamen und lediglich mit Boot zugänglichen Wüstengebiet zwischen Saint Florent und Lozari.

Palombaggio: In der Region Porto Vecchio im Süden reiht sich ein schöner Strand an den anderen. Als allerschönster gilt Palombaggio: ein schneeweisser und aussergewöhnlich feiner Sandstrand, der von roten Granitfelsen, grünen Pinienwäldern und duftender Macchia umrahmt ist.

Roccapina: Die Bucht von Roccapina verzaubert Besucher mit einem abgelegenen Traumstrand. Über der halbmondförmigen Sandbucht thront nein gewaltiger Granitfels, der 144 Meter hohe Löwenfels.

Plage de Calvi: Besonders familienfreundlich ist der Plage de Calvi. Die fünf Kilometer lange Sandbucht ist mit ihrem flachen Wasser ist perfekt, damit die Kleinen nahezu bedenkenlos im Meer plantschen können. Die Promenade bietet eine grosse Auswahl an Restaurants und Bars.

Und last but not least: Hier noch meine beiden ganz persönlichen "Strand-Geheimtipps"

Scandola: Ein absoluter Traumstrand befindet sich im Naturschutzgebiet der Halbinsel La Scandola. Die naturbelassenen Landschaften gehören zum Weltnaturerbe der UNESCO. Hier wird man von einzigartiger Landschaft von faszinierender Schönheit erwartet. Durch seinen vulkanischen Ursprung, durch das Werk des Wassers und des Windes sind zwischen abrupten Steilwänden, bizarren roten Felsen und völlig unberührten Buchten atemberaubende Landschaften entstanden. Nicht enttäuscht sein: Dieser Strand ist leider kein Geheimtipp mehr- Je nach Tageszeit und Saison kann es hier doch recht überlaufen sein. Aber es lohnt sich trotzdem! Es ist scheinbar auch gar nicht selten, unweit der Küste auf eine Gruppe Delphine zu treffen.

 

Anfahrt Scandola: Die Anfahrt mit dem Boot dauert ab Calvi ca. 1.5 Stunden pro Weg. Es gibt auch die Möglichkeit via Wanderweg vom Col de La Croix aus durch die Macchia-Klippen hinzugelangen, der Weg ist aber doch recht anstrengend (steil und heiss) und nur mit grösseren Kindern empfehlenswert.

 

Bucht von Crovani: Edelsteine inklusive

Eine MUST-GO wenn auf Korsika mit Kindern ist ein Tagesausflug zum Edelsteinstrand in der Bucht von Crovani. Die Steine dieses wunderschönen Kiesstrandes sind glatt geschliffen und haben alle möglichen Farben. Meine Kinder könnte ich hier locker Montag vormittags deponieren und am Freitag wieder einsammeln, die beiden wären auch dann noch mit sammeln, waschen, sortieren beschäftigt – und glücklich.

Und weil's grad so schön zum Thema passt hier meine persönliche Lieblingslocation mit Sicht auf Meer und VIP-Sonnenuntergang-Stimmung: Das ist sie, genau mein Typ.

Zum Schluss noch ein aller letzter Tipp von mir,

Wenn auf Korsika, solltet Ihr es auf keinen Fall versäumen in einer der vielen, feinen Bäckereien ein frisches, super-feines Brioche zu essen, es schmeckt einfach nirgends so, so gut wie hier. Verprochen.

Mein Fazit

Dieser Bericht ist länger ausgefallen als gedacht. Korsika ist grenzenlos schön und vielfältig, dementsprechend viel gibt es zu berichten.

 

Ferien auf Korsika sind abwechslungsreich und an jede Ecke gibt es etwas neues und unerwartetes zu entdecken. Die verschiedenen Regionen der Mittelmeerinsel könnten nicht unterschiedlicher sein. Hinter jeder Kurve eröffnet sich ein unglaubliches Facettenreichtum. Ich behaupte hier mal keck, dass niemand von dieser Insel geht, ohne nicht mindestens einen neuen Lieblingsplatz dazugewonnen zu haben.

 

Korsika ist perfekt für Familien, die auf der Suche nach einer tollen Kombination aus Natur, Kultur, Strand und Gelassenheit sind. Korsika ist sehr gebirgig und bietet daher als Abwechslung zum „Beaching“ auch wunderschöne Wanderrouten. Gerade für Familien gibt es hier einfache Wanderrouten, die auch für Kids machbar und spannend sind. Und wem das noch nicht reicht, der leiht sich ein Kanu für eine der vielen Flüsse, die selbst im Sommer nicht austrocknen. Zum Ausgleich gibt es aber auch genug und schönste Sandstrände, um einfach nur die Zeit vergehen zu lassen und Sonne zu tanken. Im Angebot von Rhomberg Reisen findet Ihr unglaublich schöne Feriendomizile, kleine, feine Hotels, Ferienwohnungen, Villen mit Pool und tollen Aussichten... Ich habe spontant die kostenlose Schweizer Hotline getestet, die Beratung ist sehr kompetent und hilfsbereit. Es lohnt sich auf jeden Fall, hier mal durch das wunderbare "Sortiment" zu schneuseln. Aber seid gewarnt = Buchungsgefahr: Link...

 

Wisst Ihr, was ich auf Korsika auch ganz toll gefunden habe? Auf der Insel wird französisch gesprochen, zwar eine gewisse Herausforderung, denn mein Schulfranzösisch liegt doch schon ein, zwei Jährchen (...) zurück. Die Informationstafeln, Strassenschilder, Speisekarten - alles ist ausschliesslich in französischer und korsischer Sprache beschriftet. Bon, alors. Und irgendwie finde ich es angenehmer als gedacht, mal kein deutsches Wort zu hören. Der Teenager-Tochter wirds bestimmt auch gefallen, und wenn dem nicht so sein sollte, dann zumindest gut tun.

Was ich dagegen nicht so mag, sind die vielen Kurven. Auch kann die Insel im Sommer rappelvoll werden. Aber da schau ich gerne drüber hinweg, die Vorteile überwiegen um ein Vielfaches. So, und jetzt müsst Ihr mich entschuldigen. Es ist aufgetischt. Auf mich wartet ein mitgebrachtes Stück Brin d´Amour, Baguette, Tomaten und korsisches Olivenöl… Wunderbar um genüsslich in Erinnerung an die Zeit auf der „Île de Beauté“ zu schwelgen.

 

______________________
Diese Pressereise erfolgte auf Einladung von *Rhomberg Reisen. Herzlichen Dank dafür und dass wir die Insel frei von Beeinflussungsversuchen testen durften.