Der Familien-Reise Blog

Corinne, Mami von 2 Kindern (7 und 12):
Wir sind ein "bisserl" aufgeregt, heute geht es endlich mal wieder in den Winterurlaub. Im Unterland fehlte es bis anhin an Schnee, jetzt freuen wir uns umso mehr auf ein paar "weisse" Tage in der Höhe.  Nach knapp drei Stunden Autofahrt rücken die Berge immer näher, unser Ziel: Die "Perle der Alpen", wie Saas Fee von seinen Bewohnern oftmals liebevoll genannt wird.

 

Auf nach Saas Fee: "Perle der Alpen".

Im Wallis geht man dem Stress der „Üsserschwiiz“ aus dem Weg, in gewissen Orten gibt es nicht einmal Strassenverkehr. Wie auch in Saas Fee, unserer Destination für die kommenden Tage. Gemäss meinen Recherchen soll es hier tatsächlich 300 Tage im Jahr Sonnenschein geben, Schneesicher ist es trotzdem. Wahnsinn, vielleicht sollte ich auswandern? Auch finde ich das „Walliserditsch" einer der schönsten Dialekt ever. Wir haben uns für euch ganz genau vor Ort umgeschaut, sind mit vielen Tipps und Tricks reicher heimgekehrt und verraten euch, ob wir die Region für Winterferien empfehlen können oder eben nicht. Here we go:

Zur Packerei (meine Lieblingsbeschäftigung = #NICHT) für die Winterferien äussere ich mich an dieser Stelle nicht, es würde einerseits den Rahmen sperren und mich nervlich wieder an den Punkt zurück werfen, an dem ich die Ferien am liebsten gleich wieder abgesagt hätte. Packen für die Winterferien ist wahrlich eine leidige Erfindung und für mich jeweils purer Stress. Was da alles so zusammen kommt und an was man (in unserem Fall: Frau, also ich!) alles denken muss - der helle Wahnsinn. Es wäre nicht verwunderlich, wenn uns die Nachbarn vor der Abfahrt gefragt hätten, ob wir denn für eine längere Zeit ins Ausland verreisen würden. Die mamicheck.ch-Packliste für Familien-Winterferien (Link Packliste... Bemerkung: Ich habe versucht, sie für euch möglichst vollständig und gut übersichtlich zu erstellen, sie ist unterdessen mehrfach erprobt und umgeschrieben worden – so müsst ihr sie nur noch ein bisserl individuell anpassen). hat mir das Ganze zwar um einiges erleichtert, bei der Menge an Material, die es da so zu verpacken gibt, war sie leider auch machtlos.

 

Kurz eingecheckt... Dann geht's auch schon los.

Das Hotel Saaserhof besticht durch seine Lage. Aus dem Haus und auf die Piste in - ohne Übertreibung - drei Minuten. Dies ist ganz besonders für Eltern mit kleinem Kind super-praktisch und löst doch so einige Konflikte. Hier am Lift befindet sich dann auch gleich die Kinderskischule. Und auch das Dorfzentrum (Restaurants, Einkaufsläden, Apotheken, Metzgerei, Coop... alles da.) befindet sich nur einmal "ums Eck".

Gut organisiert: An mehreren Stationen kann  man die Skiausrüstung für die Zeit des Aufenthaltes einlagern, so müssen diese, nicht täglich von Bergbahn zur Unterkunft und wieder zurück geschleppt werden. Machen wir.


Im Hotel werden wir supernett von der Inhaberin begrüsst,
kurz darauf wird den Kindern ein Sirup und uns Erwachsenen ein dringend benötigter Kaffee (hat man es uns angesehen?) serviert - auf Kosten des Hauses. Ein familiär und liebevoll geführter Betrieb, dem man die Herzlichkeit auf den ersten Blick und das erste Wort anmerkt. Wir fühlen uns sofort willkommen. Unser "Daheim" umfasst zwei durch eine Türe miteinander verbundene Schlafzimmer, mit wunderbar bequemen Betten (und das aus meinem Munde!), je einem Bad mit Badewanne und Dusche und einem kleinen Balkon mit Sicht auf das Dorf und die dahinter liegenden Berge. (Bem.: Fotos s. rechte Spalte).

 

Rasch das Gepäck im Hotel deponiert, Skimontur angezogen (natürlich nicht ohne "Gemotze" der Kleinen, wann hört das eigentlich auf?), Sonnenbrille montiert (jeiii, wir werden sie brauchen!), dann geht's auch schon los. Das Motto der nächsten Tage: Nur keine Zeit verlieren.

 

Schlittelspass auf dem Hannig

Rauf gehts mit der Bahn (Hannig-Talstation), die direkt im Zentrum von Saas Fee startet. Die Schlitten mieten wir direkt bei der Bergbahn (für Fr. 6.-/ pro Tag).

Oben angekommen wird rasch klar, die Schlittelpiste muss noch ein Weilchen auf uns warten. Bereits aus der Gondel entdecken wir nebst schönstem Panorama auch ein Bergrestaurant mit in Sonne getauchter Bergterrasse und direkt daneben einen tollen Spielplatz. Hier wird es jedem von uns gut gefallen.
Wir Eltern machen es uns auf den Liegestühlen bequem, die Sonne scheint uns ins Gesicht und uns wird bewusst, das wir schon sehr lange keine solch wunderbare Portion Vitamin D inhaliert haben.
Einfach nur gut. Krönung ist natürlich das wunderbare Bergpanorama, die Ferien können beginnen, der Alltag liegt bereits weit hinter, bzw. unter uns.

Die Kinder brauchen sich zwischenzeitlich nicht zu langweilen und zu "stürmen" wann es denn nun endlich weiter geht. Der Spielplatz im Schnee ist toll, schnell stecken die beiden bis zu den Knien im Schnee, rollen Schneebälle, erklimmen einen Schneehaufen, rutschen, klettern und ernähren sich von Schnee (auch das hört wohl nie auf).

Später, viel, viel später machen wir uns dann aber doch auf den Weg.

Wir satteln unsere Schlitten und machen uns auf den 5 km langen Schlittelweg zurück ins Dorf.

Diese eingeschneite Landschaft mit den Bergen drum herum wirkt für uns wie eine Kulisse – fast zu schön, als dass es echt sein kann. Immer wieder bleiben wir stehen, staunen und geniessen. Ab und zu treffen wir auf weitere schlittelfreudige Familien, aber ansonsten ist hier nichts und niemand ausser uns und der wunderschönen Natur. Immer wieder rieselt uns der Schnee von den Bäumen auf die Köpfe.

Dieses "Bänkli" hat es uns besonders angetan, hier bleiben wir eine ganze Weile sitzen, geniessen den Wald, die Ruhe und die Sonne, während die Kinder einen hübschen Schneemann bauen. Tipp: Thermoskanne mit warmem Tee von daheim mitnehmen.

Mit ordentlichem Tempo und jauchzenden Kindern - und Eltern - geht es weiter bergab bis zur Talstation. Aufhören - keine Option. Dieser Schlittelweg ist wunderschön und nicht zu anspruchsvoll, genau richtig. Wir besteigen die Gondel und fahren erneut in die Höhe um wenige Minuten später wieder runterzusausen... Ein tolles Familienerlebnis und ein MUST-Go für alle, die hier Ferien machen.

Anreise

Die Anreise, in unserem Falle mit Auto betrug etwas mehr wie drei Stunden. Wir entschieden uns für die Anfahrt via Lausanne und umfahren damit den Lötschbergtunnel. Gemäss Navi werden wir so 10 Minuten länger unterwegs sein, dafür gehts praktisch nur gerade aus und wir sparen die Kosten für den Verlad.

Kurz nach Lausanne zeigen sich die ersten weissen Bergspitzen in der Ferne. Ich beneide alle, die näher an den Alpen wohnen als wir, so schön ist es.

 

Parkieren

Der Ort Saas-Fee ist schlicht traumhaft schön. Im Ort selbst dürfen keine Autos fahren. Das Auto kann entweder im überdachten Parkhaus oder auf dem offenen Parkplatz beim Dorfeingang abgestellt werden. Mit einem Elektrotaxi (kann via Gratistelefon bei Terminal A bestellt werden) oder dem Handwagen zur Unterkunft.

 

Lage

Saas-Fee liegt auf 1'800 Höhenmetern und wird von insgesamt elf Bergen umrahmt, die höher als 4'000 Meter sind. Einer dieser Viertausender ist der Dom, der höchste Berg der vollständig auf Schweizer Staatsgebiet liegt.

Hoteltipp

Für das eher kleine Budget kann ich das WellnessHostel4000 sehr empfehlen. Die Jugendherberge befindet sich direkt beim Dorfeingang von Saas Fee, ist sehr familienfreundlich, unkompliziert und bietet nebst einem grossen Hallenbad auch einen wunderschönen Wellnessbereich. 

 

Wer gerne den Service eines Hotels geniesst, dem können wir das Hotel Saaserhof*** empfehlen:

Den Gästen stehen Zimmer in diveren Grössen zur Verfügung, für Familien eignen sich jene mit Verbindungstüre sehr gut. Es gibt einen kleinen und einfachen Saunabereich, ein Whirlpool, welches auch von den Kindern genutzt werden darf und ein kleines, einfaches Spielzimmer für Kinder bis ca.4 Jahre. Im hoteleigenen Restaurant isst man sehr gut, die Mitarbeiter sind allesamt sehr herzlich und zuvorkommend. Das Highlight dieses Hotels ist aber auf jeden Fall die Lage nahe der Skipiste.

 

Kleinzug "ALLALINO"

Tipp: Eine Dorfrundfahrt mit dem roten Zügli ist nicht nur ein Highlight für die Kleinen, er verschafft auch einen guten Überblick über das Dorf und bringt uns immer mal wieder bequem von A nach B.

Persönliche Tipps

Wir lieben die Schäferstube. Auf Schafsfellen sitz man bequem und hat so immer schön warm. Das Essen ist schlicht köstlich, die Bedinung super-nett.

Eispavillon: In der grössten Eisgrotte der Welt werden die Geheimnisse der Gletscher gelüftet. Ein tolles Erlebnis. Wichtig: Dicke Jacke, Kappe, Schal einpacken (auch bei einem Besuch im Sommer)

Bergrestaurant Hannig: Hier gibt es eine kleine Kinderspielecke im innern, draussen eine schöne Terrasse und gleich nebenan einen Spielplatz mit Rutschen und Co.

 

Ein Must für Bier-Fans: In einer der kleinsten Schweizer Bierbrauereien kann man hier sein Gletscher-Bräu-Bier selber brauen.

 

Boulderkeller: Als Abwechslung zum Schneesport stehen Kletterbegeisterten in Saas-Grund auf total 120 Quadratmetern drei Meter Hohe Kletterwände zur Verfügung, auch toll mit Kids um erste Klettererfahrungen zu machen.

 

Ein Weinchen in Ehren... Das Wallis gilt als DAS Weinparadies der Schweiz. Der Walliser Fendant, Chardonnay und Dôle gehören an einem gemütlichen Abend schon fast ein bisserl dazu.

Drehrestaurant "threes!xty": Das höchste Drehrestaurant der Welt mit 360° Alpenpanorama befindet sich in Saas Fee. Einfach toll hier oben, wie im Kino - nur besser.

 

Stausee Mattmark: Dieser sehenswerte Stausee wird von der grössten Erddamm-Staumauer Europas begrenzt und wird umrahmt von einer dramatischen Bergkulisse. Ein imposantes Ausflugsziel und Ausgangsort für viele schöne Wanderungen.

 

When in Saas Fee...
... Unbedingt die feinen Quarkini probieren. Himmlisch:


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Fulminantes Finale unseres ersten Tages in Saas Fee

Das sehr feine Abendessen gibt es direkt im Restaurant des Hotels, ein gemütlich eingerichteter Raum. Das Personal ist äusserst zuvorkommend und geht auch liebevoll und geduldig auf die Wünsche der Kinder ein.

Gut zu Wissen: In unmittelbarer Nähe des Restaurantbereichs gibt es ein einfach eingerichtetes Spielzimmer. So lässt sich auch mit kleinen Kindern die Wartezeit aufs Essen gut überbrücken.

 

Später geht es via Nacht-Spaziergang durchs Winterwunderland zur Sportanlage von Saas Fee. Jeweils am Mittwoch findet hier die legendäre Fakelabfahrt statt. Als wir eintreffen werden wir bereits von einer grossen Menge Menschen erwaret, aus den Lautsprechern trällert Musik, die uns zum schaukeln animiert, dazu schenkt die Skischule der Region kostenlos Glühwein für die Besucher aus.  Es herrscht rundum gute Stimmung, wir kommen mit anderen Zuschauern ins Gespräch, die Girls findens super, so spät abends noch unterwegs zu sein und rennen mit anderen Kindern umher. Die Stimmung steigt, als der Countdown ertönt. Und dann erblicken wir weit, weit oben am Berg erste aufleuchtende Fackeln die kurz darauf in wunderschönen Formationen auf uns zufahren. Ein unglaublich schönes und eindrückliches Erlebnis, von dem wir noch lange zerren werden. Die vielen leuchtenden Lichter in dunkelster Nacht und vor schönster Bergkulisse sind atemberaubend schön und schaffen eine ganz besondere Atmosphäre. Wenige Minuten später erreicht die erste Fakelgruppe das Tal, mit tosendem Beifall begrüssen wir sie im "Ziel", dazwischen werden immer wieder unglaublich imposante Skisprünge ab der hohen Schanze demonstriert, wir sind fasziniert. Das Finale macht ein bombastisches Feuerwerk mit passender Musik. Wunderschön.

 

Gemütlich schlendern wir den kurzen Weg zurück ins Hotel. Es stimmt: Bergluft macht müde. Und der vorherige Schlittelplausch erledigte den Rest.

 

Besuch bei Drache Kian im Abenteuerland
Am kommenden Tag schauen wir im Kians Abenteuerland vorbei,
welches sich direkt beim Sessellift Furggstalden, oberhalb von Saas-Almagell, befindet.
Bemerkung: Der Bus fährt 2x stündlich ab Saas Fee, die Fahrt dauert keine 12 Minuten.


Oben angekommen wird rasch klar, dass wir unsere Kinder hier so rasch nicht wieder zu sehen bekommen werden. Hier oben in Furggstalden haust der kleine Drache Kian, der es sich zum Ziel gesetzt Kinderaugen zum Strahlen zu bringen. Damit das Skifahren für die Kleinsten nicht zu langweilig wird, hat er ein wahres Abendteuerland gebaut. Dort gilt es sich durch Kung-Fu Panda, Ice Age, und Madagaskarfiguren einen Weg zu bahnen. Am Ende des Parcous wartet ein Tipi-Zelt, das liebevoll mit Märchen ausgestattet ist und zum Durchfahren oder Verweilen einlädt (PS: Alles kostenlos nutzbar).

Statt eines Skilifts geht’s auf einem Zauberteppich den Hang hinauf. Wir werden kleinen Drachen persönlich begrüsst und mit einem "Schöggeli" eingedeckt (kein Wunder, dass ihn alle Kinder lieben). In einem Iglu stossen wir auf ein "Bällelibad", im Iglu nebenan gibt es Kinovorstellungen, auch auf Schatzsuche (Die Schatzkarte gibt es bei der Bergbahn) kann man hier oben gehen.


Die Kids sind seelig
... Und auch unserer Grossen wird es hier nicht langweilig. Sie hat die Snowmobile-Rennstrecke entdeckt und ist schwer begeistert. Alles darf kostenlos genutzt werden. Wahnsinn.
Weiter hinten entdecken wir die Gummireifen. Nichts für mich, aber mein Mann und die Girls beschliessen natürlich diese zu testen und donnern kurz darauf jauchzend den Berg hinunter.

 

Mir soll's recht sein, ich begebe mich ins nur wenige Meter entfernte Bergrestaurant Alpina und geniesse derweil den Ausblick auf das kleine Skigebiet, dass sichtbar auf Familien ausgelegt ist. Die Wege hier in diesem Skigebiet sind alle verhältnismässig kurz und überschaubar, so dass man auch als Eltern gut ein paar Schüwnge auf den Brettern drehen kann, während die Kids in der Skischule üben. Perfekt. Hier wird definitiv jedem von uns etwas geboten.

 

Tipp: Hier kann man auch sehr fein Essen und die Bedienung ist sehr herzlich. Während der Hochsaison empfehle ich einen Tisch zu reservieren, so hat man Garantie auf ein schönes Sonnenplätzchen auf der Terrasse und mit Sicht auf die Kinder.

Dorfrundweg

Am nächsten Tag bin ich früh wach. Wie ein kleines Kind konnte ich nicht lange schlafen, denn ich kann es kaum erwarten, in den Tag zu starten. Draussen ist es noch dunkel, meine Lieben schlafen noch tief und fest, so schleiche ich mich leise hinaus und spaziere gemütlich durchs Dorf, in dem langsam erstes Leben erwacht. Ich bewundere den urchigen Charakter, den das Dorf trotz moderner Infrastruktur bewahren konnte. Mit den alten Walliser Holzhäusern, ihren Schindeln und den vielen Stadeln konnte der urtümliche Dorfcharakter beibehalten werden. Ich bin dermassen früh unterwegs, dass ich mich spontan dazu entschliesse, einem Wanderweg zu folgen: Dieser lädt auf einen gemütlichem Dorfrundweg mit Panoramablick in die Berge und übers Dorf ein. Langsam geht die Sonne auf und das Dorf erstrahlt in morgendlichem Glanz. Schön.

Langlaufen

Zurück im Hotel - meine Familie schläft tatsächlich immer noch – mache ich es mir im Restaurant gemütlich, lese die Zeitung und bestelle einen ersten Kafi. Erst viel später bekomme ich Gesellschaft von meiner Manschaft. Wir frühstücken gemütlich und starten anschliessend gleich weiter mit viel Frischluft. Nun lasse ich - trotz Sprüchen wie: „Mami nimms doch chli easy“ - nicht noch mehr Zeit verstreichen. Auf geht es zur Langlaufloipe nach Saas Grund. Eine Premiere für den Mann und die grosse Tochter. Scheinbar, so gelesen und für gut empfunden, lässt sich das Langlaufen auch im Erwachsenenalter noch gut und relativ schnell lernen. Wir probieren's aus.

Saas Almagell bietet inmitten schönster Landschaft über 26 Kilometer Loipen, die im Winter jede Nacht von der Schneeraupe gespurt werden. Es sind sowohl kurze und lange Touren in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen fahrbar. PS: Neben dem Langlaufen sind auch Schneeschuhwandertouren eine gute und schöne Möglichkeit, die Gegend zu erkunden.

 

Der Weg führt uns durch schönste Täler, Lärchenwälder an einem Bach vorbei, immer mit Sicht auf die schönen Berge. Dieses Fleckchen Erde in den Walliser Alpen st bestimmt auch im Sommer wunderschön. Aber gerade heute können wir uns gar nicht vorstellen, wie es hier ohne diese enormen Mengen Schnee wohl aussehen würde.

Wir kommen erstaunlich gut voran, ab und zu fallen wir hin, jedoch immer sanft. Von Minute zu Minute geht es besser, von Stil kann man wahrscheindlich noch nicht sprechen, aber das macht nichts, wir gleiten dahin, auch die Tochter kommt gut voran und es macht uns allen Spass. Am Ende haben wir uns natürlich eine "Belohnung" verdient. Im Restaurant Roby in Saas Grund genehmigen wir uns eine richtig feine Walliser Spezialität. 

Während also der eine Teil der Familie auf den schmalen Brettern gleitet, fahre ich mit der Kleinen hoch hinaus mit der Gondel ins Bergrestaurant Felskinn. Dieses liegt an einer sonnigen Lage (das hat uns überzeugt!) auf 3'000 m.ü.M. und ist mit dem Alpin Express in wenigen Minuten zu erreichen. Zu unserem grossen Glück entdecken wir unter uns vier Gemsen, wir jauchzen und freuen uns so, ich glaube ein Lottogewinn hätte uns nicht glücklicher machen können (höchstens marginal mehr...).

Oben auf dem Gipfel geniesse ich den herrlichen Ausblick über die Alpen während die Kleine auf ihrem Tellerschlitten unaufhörlich rauf-und-runter-rauf-und-wieder-runter rutscht. Mein kleines Duracell-Häschen...

Skigebiet: Für alle etwas dabei
Das Skigebiet von Saas Fee ist wirklich toll. Hier werden 150 Kilometer erstklassig präparierste Pistenstrecke auf einer Höhe von über 4000 Metern geboten, dazu Viertausender wohin das Auge reicht als beeindruckende Kulisse und atemberaubende Blicke in die verschneiten Täler… Bezaubernd.


Und wer keine Lust auf Ski oder Snowboard hat kann mit dem Schlitten den Berg runtersausen oder spaziert entlang einer der vielen Winterwanderwege. Wer Langlauf machen möchte, der fährt mit dem Ortsbus kurz den Berg hinunter nach Saas Grund (mehr dazu weiter unten). Wer die Nase voll hat von Schnee und Eis (das kann schliesslich auch in den Winterferien mal passieren), dem kann mit einem Abstecher ins wunderschöne WellnessHostel 4000 Abhilfe geboten werden. Aber ich schweife ab, wo waren wir stecken geblieben?

 

Eislaufen vor gigantischem Bergpanorama

Die Mittagspause fällt eher kurz aus, die Kinder sind voller Tatendrang und ich frage mich einmal mehr, woher sie bloss all diese grenzenlos erscheinende Energie her nehmen. Meine grosse liebt es Schlittschuh zu laufen und kann das auch wirklich gut (im Gegensatz zu mir). Im Egginer Sportgeschäft, nur wenige Meter vom Schlittschuhfeld (beim Sportplatz Kalbermatten) entfernt leihen wir unsere Schlittschuhe. Beeindruckende Bemerkung: Solch bequeme Schlittschuhe wie hier hatte ich noch nie. Die Auswahl im Geschäft ist sehr gross, die Beratung ist schlicht erwähnenswert gut und sehr zu empfehlen).

Das Eisfeld ist unaufgeregt und unkompliziert nutzbar. Es gibt sogenannte "Gehhilfen" für die Kleinen (und für mich), grössere Kinder spielen in einem abgetrennten Feld Eishockey und die Erwachsenen machen es sich im Sportcafé mit Selbstbedienung direkt daneben bequem. Ein toller Ort für und mit Kindern.

 

Wir geniessen das Bergpanorama und die frische Luft. Es ist schon fantastisch, vor so einer Kulisse auf Eis zu fahren, wo gibt's das schon?

Am Abend sind wir (oder sind es nur wir Eltern?) wieder alle ziemlich ausgepowert. Nach einem kurzen Hüpfer in den wunderbar warmen Whirlpool des Hotels geniessen wir wiederum ein sehr feines Nachtessen im Hotel. Kurz darauf liegen wir alle happy in den Betten und freuen uns auf alles, was der nächste Tag so bringen mag.

 

Letzter Tag: Rodelbahn Kreuzboden

Für den leider bereits letztenTag in Saas-Fee planen wir eine Fahrt auf der 11 Kilometer (!) Meter langen Schlittelstrecke Kreuzobden für die uns die Kinder tags zuvor überredet haben "bitti, bittiiii, bittiiiiiiii"

Der Schlittelweg hinab nach Saas-Grund führt durch kleine Weiler und vorbei an Alphütten – ein rund halbstündiger und ungefährlicher Spass für die ganze Familie. Die längste Schlittelpiste im Saastal bietet zudem einen schönen Ausblick auf die Mischabel-Gruppe. Wir überwinden knappe 1000 Höhenmeter: ein fast endloses Vergnügen. Es hat sich gelohnt, dass wir uns überreden liessen. Auch ich finde es super und jauchze mit Freude den Berg hinunter.

 

Hallenbad und ein bisserl Wellness

Zum WellnessHostel 4000, direkt beim Dorfeingang gehört auch eine Sport- und Wellnessanlage auf über 1'900 m2. Noch vor dem Abendessen zieht es uns dort hin, dank der Gästekarte erhalten wir ermässigten Eintritt. Wir wechseln ab: heute gehts für mich (morgen dann für Papi) ins Wellness, mein Mann begeleitet die Kinder ins Hallenbad, welches aus einem 25 Meter langen Schwimmbad und einem separaten Kinderbecken mit langer Rutschbahn besteht. Später weiss ich: "Es isch mega lässig gsi dert Mami..."


Beim Wellness-Angebot im „Aqua Allalin“ fehlen mir - und das kommt nun wirklich nicht oft vor - die Worte: Ich habe noch nie erlebt, dass man in einer Jugendherberge eine finnische Saune, eine Bio-Soft-Saune, ein Kräuter-Dampfbad und einen Whirlpool (PS: fantastische Aussicht inklusive) plus Erlebnisdusche – Gut hinhören: Mit Sommerregen, Bergbach, Wasserfall und Eisnebe – in Anspruch nehmen kann. Wenn man einmal drinnen ist, will man so schnell nicht wieder weg. Nach der Sauna geniesse ich einen Tee im Ruhebereich und lasse das Bergpanorama auf mich wirken. Home sweet home.

Tipp: Einmal noch vor Dämmerung in die Saune und den Whirlpool gehen: atemberaubender Panoramablick ist garantiert.

Leider ist morgen bereits der Tag der Abreise. Wir hätten es hier "locker-vom-hocker" noch viel, viel länger ausgehalten. In diesem Fall ist es echt ein ziemlich wehmütiges Leider, weil der Winter in den Alpen so viel schöner ist als der graue Alltag im Unterland. Und es geht schneller als gewünscht. Bereits kurz vor Zürich hat uns der Nebel auch schon wieder.


Mein Fazit

In meinen Augen ist Saas Fee das perfekte Skigebiet für Familien, auch wenn es sich nicht abseits des Mainstreams, wie ich es sonst gerne bevorzuge, befindet. Das Skigebiet ist gross genug für die anspruchsvollen Skifahrer unter uns, hoch genug für garantierte Schneesicherheit und kinderfreundlich genug für die Ansprüche von Familien.

 

Schöne, jederzeit gut präparierte Pisten, hübsche Berghütten, eine gute Skischule, etwas Après-Ski (für alle die möchten gibt's auch etwas "mehr" davon) und eine gute Infrastruktur mit kurzen, autofreien Wegen. Einziger Wehrmutstropfen ist, dass im Gegenzug doch ziemlich viele Elektroautos herumdüsen.

Für kleinere Kinder, die noch nicht Skifahren können oder gerade die ersten Versuche starten, wird mit Kians Abenteuerland in Saas  Almagell  viel geboten und sie müssen nicht nur gelangweilt auf die Grossen warten. Ein grosses PLUS ist auf jeden Fall auch der Magic Pass mit speziell erwähnenswertem Preis-Leistungsangebot.

Saas Fee ist inovativ und trumpft mit vielen, super-tollen Attraktionen und Ausflugsmöglichkeiten auf, um nur ein paar wenige davon zu nennen: Der Eispalast, das höchste Drehrestaurant der Welt, ein grandioser Seilpark, endlos lange Schlittelpisten, schöne Spielplätze. Langweilig wird es hier niemandem. Wir haben uns rundum wohl gefühlt und werden bestimmt wieder kommen. In diese "Perle der Alpen", eine Bezeichnung, die die Region wahrlich verdient hat. 

 

 

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Diese Pressereise erfolgte auf Einladung vom Tourismusverband Saastal. Herzlichen Dank dafür und dass wir die Region frei von Beeinflussungsversuchen testen durften.